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Boltes Kampf gegen die alte Liebe

Fußball in Wethmar

Elf Jahre sind eine lange Zeit. Volker Bolte hat in diesem Zeitraum einen Fußballklub trainiert. Nach einem emotionalen Abschied kommt es am Sonntag zum großen Wiedersehen. Dann ist seine alte Liebe sein Gegner.

Wethmar

, 16.08.2018
Boltes Kampf gegen die alte Liebe

Volker Bolte übernimmt gemeinsam mit Andreas Przybilla die Geschicke beim TuS Westfalia Wethmar. Am Sonntag trifft der 46-Jährige auf seinen Ex-Verein, den er insgesamt elf Jahre gecoacht hat. © Sebastian Reith

Mit dem Bezirksligisten BV Viktoria Kirchderne verbindet Fußballtrainer Volker Bolte auch heute noch ein inniges Verhältnis. Und das, obwohl der 46-Jährige bereits einen neuen Verein gefunden hat – den TuS Westfalia Wethmar, Ligakonkurrent des BV Viktoria. Elf Jahre stand Bolte an der Seitenlinie des BV, feierte Aufstiege und viele Erfolge. Nach elf Jahren machte der Coach im Sommer schließlich Schluss. Am Sonntag, 19. August, feiert er mit seinem neuen Verein in Kirchderne ein großes Wiedersehen.

Emotionalität und Nervosität

„Natürlich sind Emotionalität und Nervosität vorhanden. Falls wir ein Tor schießen, weiß ich auch noch nicht, ob ich jubeln kann“, sagt Bolte, der mittlerweile an der Seite von Andreas Przybilla die Westfalia betreut. „Die Jungs aus Kirchderne wissen aber, dass ich jedes Spiel gewinnen will – auch dieses“, so Bolte weiter, der noch immer im Kontakt mit seinen Ex-Schützlingen aus Kirchderne steht.

Kein Wunder. Elf Jahre sind eine lange Zeit. Elf Jahre, die geprägt haben. Bolte gelang es in dieser Zeit, aus einem C-Liga-Team eine Bezirksliga-Spitzen-Truppe zu formen, die in der vergangenen Saison den dritten Tabellenplatz belegt hat. So erfolgreich sah es allerdings nicht immer aus. Als Bolte in der Saison 2007/2008 seinen Dienst beim BV antrat, spielte der Verein in der Kreisliga C. Im ersten Jahr gelang dem Coach prompt der Aufstieg in die B-Liga. Dort spielte der BV insgesamt drei Spielzeiten, ehe er den langersehnten Aufstieg in die A-Liga verwirklichte.

Große Ziele verpasst

Für Bolte waren diese Jahre die emotionalste Zeit bei Kirchderne – auch, weil der Verein damals große Ziele verpasste. „2010 haben wir den Aufstieg verpasst. Im Entscheidungsspiel gegen Hannibal. Da haben meinen Jungs die Nerven versagt“, erinnert sich Bolte an die Relegationspartie, die beim Stand von 3:3 auch nach Verlängerung noch keinen Sieger hervorbrachte. Dass Kirchderne dann im darauffolgenden Jahr der Aufstieg gelang, war für Bolte „der schönste Augenblick“. Selbst der Aufstieg in der Bezirksliga in der Saison 2015/16 toppte diese Erfahrung nicht.

In der Bezirksliga hat sich der Verein mittlerweile etabliert – auch dank Bolte, der nach Rang vier und Rang drei mit dem Fußball komplett aufhören wollte. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich werde den Verein in schöner Erinnerung behalten, aber er brauchte frisches Blut“, so der Coach.

Dass Bolte überhaupt noch einmal eine Aufgabe als Trainer beziehungsweise Co-Trainer übernahm, war der Verdienst von Andreas Przybilla, Cheftrainer der Westfalia. „Eigentlich wollte ich ja komplett aufhören, aber Andreas Przybilla hat mich vom Angebot der Wethmarer überzeugt“, so Bolte.

Pleite zum Auftakt

Nun also Westfalia. Der Ligaauftakt am Sonntag ging zumindest ergebnistechnisch daneben. Mit 1:2 hatte die Westfalia gegen den FC Nordkirchen das Nachsehen. Ob das Spiel gegen den Ex, der übrigens mit einem 4:0-Sieg in die Saison gestartet ist, für Bolte nun zum richtigen Zeitpunkt kommt? „Wir haben auf jeden Fall die Außenseiterrolle. Ich kenne viele Jungs aber in- und auswendig. Wir werden uns etwas einfallen lassen“, sagt Bolte.

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