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Badminton

Der BVH auf Entdeckungstour in Hainichen

HERVEST Sie müssen sich damals, am Vatertag des Jahres 1990, ein wenig wie Christoph Kolumbus und seiner Gefährten vorgekommen sein. Die Badminton-Spielerinnen und -Spieler des BVH Dorsten waren seinerzeit die ersten Sportler, die Kontakt zu Dorstens sächsischer Partnerstadt Hainichen aufnahmen.

Der BVH auf Entdeckungstour in Hainichen

Gruppenbild mit Straßenschild: Die Badminton Teams aus Hervest und Hainichen anno 1990.

Angefangen hatte die Beziehung zur BSG Motor Hainichen unmittelbar nach der Grenzöffnung. Das rührige Vorstandsduo Wolfgang Risthaus/Gerd Lindner war, wie ganz viele Deutsche in Ost und West, auf der Welle der Euphorie.

So schrieben die beiden (Telefonieren war damals noch etwas schwieriger) nach Hainichen, wohl wissend, dass das Motoren-Team zu den erfolgreichsten Badminton-Vereinen der Ost-Republik zählte. Und die Antwort aus Sachsen kam schnell: „Wir kommen gerne!“ Und so gab es Ende 1989 einen ersten Besuch zwischen Hervest und Hainichen. Die Gäste aus Sachsen konnten über viele Dinge nur staunen, beispielsweise über den Kunststoffboden in der Sporthalle der Josefschule. Schon zur diesem Zeitpunkt wurde der Gegenbesuch für das Frühjahr 1990 in Hainichen vereinbart. Für die meisten der 20-köpfigen Gruppe eine Entdeckertour. Es war schließlich fast 30 Jahre lang schwerer gewesen, in die DDR zu reisen als beispielsweise nach Südamerika. Wer keine Familienbande oder berufliche Ambitionen in die DDR hatte, für den war an den Grenzen Ost-Berlins Feierabend. Die DDR war für viele ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Die BVH-Gruppe reiste zwar mit PKW Richtung Osten, wer aber mit dem Flieger nach Dresden wollte, hatte ungewöhnliche Probleme zu bewältigen. Direktverbindungen von Düsseldorf nach Dresden gab es noch nicht, der Umweg über Hamburg oder Frankfurt musste her. Weil aber angesichts der Luftstraßen der Alliierten die deutsch-deutsche Grenze nicht überflogen werden durfte, startete die Maschine in Hamburg, flog auf die Ostsee hinaus, wendete nördlich der Insel Usedom nach Süden und flog dann von Polen in die DDR ein... Vor Ort erwartete die Hervester ungeheuere Freundlichkeit. Die Herzlichkeit allerorten konnte aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die DDR des Jahres 1990 ganz anders war. Wolfgang Risthaus: „Ich werde unseren Ausflug nach Dresden nie vergessen. Wir sind von Hainichen aus mit der Straßenbahn gefahren. Dass die Bahn angesichts der Schienenverhältnisse überhaupt angekommen ist, grenzt an ein Wunder.“

Das war zwar das Problem der Menschen in der noch real existierenden DDR, aber nicht die Menschen waren das Problem. Risthaus: „Unsere Gastgeber haben wirklich alles für uns getan. Nur einen Wunsch haben sie uns abgeschlagen. Wir wären gerne mal ins damalige Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, gefahren. Aber das wollten sie nicht. Sie haben sich für die Optik der Stadt geschämt.“ Gerd Lindner hatte sich auf eventuelle Versorgungsengpässe vorbereitet, hatte in seinen Diesel zusätzliche 40 Liter Sprit gepackt. Die Zeiten haben sich geändert. Und vielleicht sind genau diese geänderten Zeiten der Grund, warum der Kontakt der beiden Badminton-Vereine Mitte der 90er-Jahre einschlief. Im Frühjahr 1990 allerdings, da waren die Hervester noch echte Entdecker. 

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