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Die Titelkämpfe rissen kaum jemanden von den Sitzen

Fußball-Stadtmeisterschaften

CASTROP-RAUXEL Nach den Stadtmeisterschaften ist vor den Stadtmeisterschaften. Was abgedroschen klingt, sollten sich die künftigen Ausrichter der lokalen Fußball-Titelkämpfe zu Herzen nehmen. Denn mit dem diesjährigen Turnier waren alle fast zufrieden - kleine Schönheitsfehler gab es aber doch.

von Von Florian Kopshoff

, 09.08.2010
Die Titelkämpfe rissen kaum jemanden von den Sitzen

Kritikpunkt »sportliches Niveau«: Auch das Finale der Fußball-Stadtmeisterschaften (hier mit den Schwerinern André Dante (links) und Daniel Reuscheck (Mitte) und dem Obercastroper Björn Brinkmann (rechts)), riss nicht jeden Zuschauer von der Sitzschale.

Nicht etwa weil die Stadtmeisterschaften 2010 am Fuchsweg von Ausrichter SuS Merklinde schlecht organisiert gewesen wären – das war nicht der Fall. Aber die Beobachtungen bei den jüngsten Titelkämpfen werfen Fragen auf. Das erkannte auch Robert Mathis, Spartenleiter Fußball im Stadtsportverband (SSV), der sich jede Partie am Fuchsweg angesehen hat. „Wer damit gerechnet hatte, spielerische Höhepunkte zu erleben, der musste Abends enttäuscht nach Hause gehen“, resümierte Mathis und fragte nach den Gründen. Der volle Terminkalender? Urlaubende oder verletzte Spieler? Die vielen Testspiele?

Uwe Esser, Trainer des Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop, der erst im Finale der Spvg Schwerin unterlag (0:1), hatte vor allem mit Spielermangel zu kämpfen. Gleich drei seiner Akteure waren bis zuletzt im Urlaub. Am Ende sah er seine wenigen Spieler mit der Vielzahl der Spiele überfordert. Aber: Den Stadtmeisterschaften wollte der Coach nicht den schwarzen Peter zuschustern: „Wir müssen in Zukunft einfach die Anzahl der sonstigen Spiele reduzieren“, schloss der Trainer für sich Jedoch hinterfragte er aber auch den aktuellen Modus: „Wenn B- und C-Ligisten in der ersten Runde gegen uns spielen – was bringt denen das?“ Sinnvoller sei eine Art „Qualifikation“, die die klassentieferen Teams im Vorfeld untereinander ausspielen. Esser weiß wovon er redet: Obercastrop hatte Adler Rauxel (Kreisliga C) in Runde eins mit 16:0 aus dem Wettbewerb geworfen.

Marco Gruszka, neuer Spielertrainer des SuS Merklinde und fußballerisch weit herumgekommen, sah das ganz anders. Der Neu-Castrop-Rauxeler lobte die Titelkämpfe vor Saisonbeginn in ihrer jetzigen Form, besonders unter einem Integrations-Aspekt. „So lerne ich hier wenigstens alle kennen“, sagte Gruszka, der derartige Stadtmeisterschaften von seinen bisherigen Spielerstationen Göttingen, Oldenburg, St. Pauli oder Hamm nicht kannte. Auch sportlich sei der Wettbewerb nützlich. Gruszka: „Das sind doch schöne Testspiele.“ Insgesamt besteht im Herren-Bereich wohl höchstens in Details Veränderungsbedarf. Ein Novum aus Merklinde sollten auch künftige Ausrichter aufnehmen. Die Idee je zwei Spiele an einem Tag auszutragen kam gut an, lockte Zuschauer und entlastete die Helfer. Auch Jürgen Hahn, Cheforganisator des SuS Merklinde, erklärte nach Beendigung der Stadtmeisterschaften, er sei „mit fast allem zufrieden gewesen.“ Dass das sportliche Niveau zu wünschen übrig ließ, könne man nicht verhindern. Zumindest nicht „so lange die Stadtmeisterschaften eine Woche vor Saisonstart stattfinden.“ Er habe bei „seinem Team“, dem SuS Merklinde, noch einen Tag vor dem Halbfinale ahrte Trainingseinheiten beobachtet. Klar: Die gute physische Verfassung in der Meisterschaft hat Vorrang vor dem Pokal für das beste Castrop-Rauxeler Team.

Wenn Hahn sagt, ihm habe „fast alles“ gefallen, dann kommt die Einschränkungen nicht von ungefähr. Denn das Turnier der Fußball-Frauen war zweifelsohne ein echter Tiefpunkt des vorsaisonalen Spektakels. Zwei von sieben Teams waren nicht angetreten. So war das erste Spiel, das die Spvg Schwerin absolvieren musste, das Finale, das die Mannschaft verlor (0:2 gegen Arminia Ickern). Dafür kassierte Schwerin aber immerhin 75 Euro „Preisgeld“, was in diesem Fall wohl eher die Bezeichnung „Gage“ verdient gehabt hätte. Hahn: „Man muss überlegen, ob man den Frauen-Wettbewerb künftig als Tagesturnier ausrichtet – oder überhaupt nicht mehr. Darüber eine Entscheidung zu fällen könnte im nächsten Jahr dem SV Dingen vorbehalten sein. SVD-Geschäftsführer Sven Augat bestätigte, dass sich der Verein für die Ausrichtung im Jahr 2011 bewerben werde.

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