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Diskussionsrunde in Dortmund

Das steckt hinter dem Projekt "Willkommen im Fußball"

DORTMUND Im deutschen Fußball ist Integration kein Fremdwort. Wie wichtig der Mannschaftssport für das Zusammenleben ist, zeigt das bundesweite Projekt "Willkommen im Fußball". Jugendtrainer aus Dortmund trainieren auf dem Platz nicht nur Taktik und Technik. Dazu gab es am Freitag eine Diskussionsrunde in Dortmund - und Lob von höchster Stelle.

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Zwei, die Integration vom Scheitel bis zu den Stollen leben: Die Jugendtrainer Marvin Mainoo-Boakye (BVB) und Mats Kieserling (TSC Eintracht).

Zuschauer beim TSC Eintracht in Dortmund.

Statt Ordner sicherten Beamte des Bundeskriminalamtes das Gelände des TSC Eintracht in Dortmund. Denn als Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung war am Freitagvormittag (7.10.) Daniela Schadt aus Berlin nach Dortmund gereist, um mit dem Präsidenten der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Dr. Reinhard Rauball, und vielen andere Gästen über die Integrationskraft des Mannschaftssports zu sprechen. Mit dem vor einem Jahr gegründeten Projekt "Willkommen im Fußball" unterstützt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung die Integration von jungen Flüchtlingen durch Fußball.

Lokale Partner in Dortmund sind ...

  • die BVB-Stiftung Leuchte auf
  • der TSC Eintracht
  • das Projekt "Angekommen in deiner Stadt Dortmund"

Drei Institutionen fördern das Projekt:

  • die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  • die Bundesliga-Stiftung
  • die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Ein Jahr nach dem Start des Projekts "Willkommen im Fußball" zogen Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, und DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball mit dem TSC-Eintracht-Vorsitzenden Dr. Alexander Kiel eine Dortmunder Bilanz. Seit November 2015 spielen 17- bis 20-jährige Flüchtlinge immer mittwochs auf einem Platz des TSC Eintracht Fußball. Die BVB-Fußballschule und der TSC Eintracht trainieren die 20 bis 25 Spieler, die allesamt als Flüchtlinge nach Dortmund gekommen sind.

Sprache und Rechenaufgaben beim Training

Trainer sind auch Marvin Mainoo-Boakye (BVB) und Mats Kieserling (TSC Eintracht). Im Training mit ihnen geht es nicht nur um Taktik und Technik, sondern auch um Sprache und Rechenaufgaben: Sie bauen die Fußballsprache in den Trainingsplan ein und verfestigen, was die jungen Geflüchteten bei insgesamt 30 Deutschlehrern in Dortmund lernen. "Wir zocken nicht nur. Wir lernen auch was", sagt Marvin Mainoo-Boakye. Zu diesen Deutschlehrern zählt auch Friedel Knoch: "Auch bei uns im Unterricht steht die Grammatik zunächst nicht im Vordergrund. Wir arbeiten viel mit der Fußballsprache und sie gehen in Alltagssituationen über. Die Grammatik vertiefen wir später."

Dr. Reinhard Rauball und Daniela Schadt hörten genau zu und stellten über das Projekt "Willkommen im Fußball" fest:

  • Reinhard Rauball: "Wir dürfen Fußball nicht auf Millionäre in kurzen Hosen reduzieren. Fußball ist Integration. Das Schönste nach dem Spiel ist die dritte Halbzeit. Da muss man nicht über Integration reden - da wird die Integration gelebt."
  • Daniela Schadt: "Dieses Projekt ist zukunftsweisend auch für andere Bereiche. Wir können hier viel über die Zusammenarbeit von Ehrenamt und Offiziellen lernen. Im Mannschaftssport lernen wir Disziplin und wann wir uns einbringen und zurücknehmen müssen. Du lernst das Verlieren, und dass du beim nächsten Spiel ausgleichen kannst."

Wichtig ist nicht nur "auf'm Platz" - wichtig ist auch das Netzwerk, in dem das "Willkommen im Fußball"-Projekt arbeitet. Dortmunder Unternehmen bieten Praktika und Ausbildungsplätze sowie Bewerbungstrainings an. Die Jugendlichen besuchen BVB-Spiele und sind mit der Fan-Initiative schwatzgelb.de unterwegs - auf Turnieren müssen sie beweisen, dass sie auch sportlich am Ball sind. Daniela Schadt: "In diesem Projekt gibt es viele wichtige Bausteine. Das Geld ist der Mörtel zwischen den Steinen. Das hier ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie in einer Krisensituation die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Akteuren mit ihren jeweiligen Kompetenzen vorbildlich gelingen kann."

Weitere Zitate aus dem von Kay Bandermann moderierten Gespräch:

  • Dr. Alexander Kiel, Vorstand TSC Eintracht: "Mit über 7000 Mitgliedern unter dem Dach der Eintracht bieten wir schon seit langem Menschen mit vielen verschiedenen kulturellen Wurzeln eine sportliche Heimat. Das Projekt ist ein weiterer Baustein für die Integrationsarbeit vor Ort, für die wir, wie viele andere Sportvereine auch, ein verlässlicher Partner sind.“
  • Dr. Reinhard Rauball: "Der Fußball ist tief in unserer Gesellschaft verankert und genießt große Aufmerksamkeit. Fußball bringt Menschen unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Herkunft zusammen und kann so einen wertvollen Beitrag zur Integration leisten. Er ist, wie kaum ein anderes Medium, in der Lage Botschaften zu vermitteln."
  • Carsten Cramer, Vorstand BVB-Stiftung "Leuchte auf": "Borussia Dortmund ist gemeinsam mit starken Partnern aktiv den nächsten Schritt gegangen und sorgt über das Projekt Willkommen im Fußball für eine funktionierende Integration von jugendlichen Geflüchteten."
  • Wolfgang Euteneuer, Projekt "Angekommen in deiner Stadt": "Der Fußball in seiner einzigartigen Sprache ist der beste und schnellste Weg zur Integration."
  • Albi Lugajej (18), geflüchtet aus Albanien: "Dem Projekt verdanke ich, nun mit meinem Ausbildungsplatz als Bäcker in Deutschland bleiben zu können."
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