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Leichtathletik

Kein Hindernis soll Friederike Feil bremsen

Kommen ihr Hobbyläufer entgegen, und sei es schnaufend oder stampfend, dann freut sie sich. „Ich denke dann, die haben auch so viel Spaß am Laufen wie ich.“ Friederike Feil (26) von der LG Olympia gehört zu den schnellsten Hindernisläuferinnen des Landes. Und sie hat schon Ende Juni eine Saison voller Aufs und Abs hinter sich.

Kein Hindernis soll Friederike Feil bremsen

Friederike Feil

Es ist Mittsommer, die dunklen Tage sind längst vergessen. Aus Friederike Feil sprudeln die Worte so flott, wie die Füße über den Waldboden des Rombergparks flitzen. Kein Stocken, kein Stoppen, sie will ihren Lauf nicht bremsen. Nicht, nachdem die Form im Winter so viel zu versprechen schien und dann eine Verletzung beinahe alles zunichte gemacht hätte. Es war ein Hindernislauf anderer Art, der nach dem vermeintlichen Stillstand im Frühjahr wegen eines gebrochenen Zehs und der Entzündung im Grundgelenk nun irrwitzig darin mündet, dass „Iki“, wie ihre Freunde sie nennen, beste Leistungen in Serie auf die Bahn bringt. Es läuft so leicht und gut und schnell für den Lauffloh, der mit modischer Sonnenbrille, grellem Shirt und pausenlosem Lachen so frisch vergnügt daherkommt, „so könnte es immer weiter gehen“, sagt sie.  Mit neun Jahren nahm sie an ihrem ersten Volkslauf teil, weil sie die Finisher-Shirts so toll fand. „Ähm, damals fand ich die schön“, schiebt sie noch schnell erklären hinterher. Der Geschmack mag sich geändert haben, die Freude am Laufen weniger. Also Leichtathletik – warum auch nicht? Die Familie unterstützt sie. Ihr Vater, Dr. Wolfgang Feil, ist einer der renommiertesten Sporternährungsexperten des Landes und „mein größter Sponsor“, wie die Tochter nicht ohne Stolz erzählt.

Sie hilft mit in der Firma, gibt Seminare, hat ihr erstes Buch zu diesem Metier herausgegeben („Zumindest dafür war die Verletzungspause doch ganz gut“) und hat nach jahrelanger Doppelbelastung mit Schule und dann dem Studium in den USA nun endlich den Kopf komplett frei fürs Laufen. Ein großes Privileg, wie sie weiß, und sie genießt ihre Profession umso mehr. Denn mit 26 hat sie noch jede Menge gute Jahre vor sich, der dritte Platz bei der DM 2011 über 3000 Meter Hindernis soll nur der Auftakt gewesen sein, vor einer Woche bei den „Deutschen“ in Wattenscheid fiel die Bestzeit über ihre Nebenstrecke 5000 Meter (16:45,3 Minuten), obwohl der Kick, die Schnelligkeit doch noch gar nicht da sein können nach wochenlanger Verletzungspause, in der nur Grundlagentraining auf dem Rad möglich war.

Überhaupt, wo sie sich nun aufs Training konzentrieren und behutsam ihre Umfänge aufbauen kann („Ich komme auf 90 Kilometer, so ein Laufwunder wie Corinna Harrer mit 21 Jahren schon auf 150“), da scheint vieles möglich. Die Europameisterschaft in Helsinki, die hätte sie gepackt, da ist sich Feil sicher beim Blick auf die Zeiten der Konkurrentinnen, wenn nicht dieser Zeh … Egal. In einer gesunden Mischung aus Ehrgeiz und Gehorsam hält sie sich an die Pläne von Trainer Pierre Ayadi, der seit vier Jahren erfolgreich Temporeserven freilegt. Das Hindernislaufen, es passt zu Friederike Feil, dieser springlebendigen jungen Frau. „Ich komme gut mit den Rhythmuswechseln klar“, sagt sie. Abbremsen, abheben, beschleunigen, eine spielerische Art zu laufen, hinter der doch so viel Arbeit steckt: „Ich habe schon ein paar Muckis und bin nicht so ein dünner Läufer-Strich.“ Während die Leichtathletik-Welt nach Helsinki und dann nach London schaut, will sich die gebürtige Tübingerin ohne Druck in Form bringen. Anfang Juli steht in Bottrop das Comeback über ihre Lieblingsstrecke an, ein internationales Meeting wäre noch toll, meint sie, und vielleicht wird sie auch noch in den Kader für einen Länderkampf berufen. „Diese Saison noch einmal im deutschen Trikot auflaufen“, allein der Gedanke zaubert ein befreites Grinsen auf ihr Gesicht, „das wäre super cool.“

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