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Gummi-Granulat

Krebsverdacht: Stadt lässt Kunstrasen nicht überprüfen

DORTMUND Der Krebsverdacht ist nicht neu, aber im Nachbarland Holland wurden jetzt Konsequenzen gezogen und am letzten Wochenende rund 30 Fußballspiele im Amateurbereich abgesagt. Es geht um Gummi-Granulat auf Kunstrasenplätzen, hergestellt aus Altreifen. Das Granulat liegt auch auf Dortmunder Kunstrasenplätzen.

Krebsverdacht: Stadt lässt Kunstrasen nicht überprüfen

Einer von rund 50 Kunstrasen-Plätzen im Stadtgebiet: Der DJK Eintracht Dortmund trainiert auf dem Kunstrasen der Sportanlage "Am Wasserfall".

Nach Auskunft von Stadtsprecherin Anke Widow gibt es an die 50 Kunstrasenplätze im Stadtgebiet, weitere zehn bis 15 sollen noch gebaut werden. Auf den Plätzen liegen, so ist ihrer schriftlichen Mitteilung zu entnehmen, Neu-Gummi-Granulate, das ist Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), aber auch das umstrittene Recycling-Granulat, Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR). Dieser Stoff wird hergestellt aus alten Autoreifen, die Weichmacher-Öle enthalten. Und diese Öle wiederum beinhalten so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige im hohen Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

Stadtsprecher Maximilian Löchter spricht von 26 von der Stadt gebauten Plätzen, die nicht mit dem strittigen SBR-Granulat verfüllt wurden: „Beim Bau eines Kunstrasenspielfeldes durch Vereine wird diesen auferlegt, einen von der Stadt vorgegebenen Qualitätsstandard einzuhalten.“ Angaben, auf wie vielen Plätzen nun das recycelte Material liegt, lieferten weder Widow noch Löchter. Eine Mischung des Materials sei der Stadt nicht bekannt, sagte Löchter.

30 Spiele von Amateurfußballern abgesagt

Nach dem Fernsehbeitrag des holländischen Journalisten Roelof Bosma in der vergangenen Woche brach in den Niederlanden ein Sturm der Entrüstung aus, vor allem von Eltern – mit der Konsequenz, dass 30 Spiele von Amateurfußballern abgesagt wurden. Holländische Regierung und der nationale Fußball-Verband beauftragten das Gesundheitsministerium mit Untersuchungen.

Die Stadt, auf deren Sportplatzanlagen unter anderem 117 Fußballvereine trainieren, beauftragt niemanden mit Analysen. „Eine durch uns veranlasste Materialprüfung ist nicht vorgesehen“, sagte Anke Widow. „Die Kunstrasenbauer, die im Stadtgebiet tätig sind, verwenden RAL-gütegesicherte und nach DIN zertifizierte SBR-Granulate.“ Auch der Stadtsportbund sieht bisher keinen Grund, nachzuhaken. Geschäftsführer Mathias Grasediek sagte auf Anfrage: „Das sind alles zertifizierte Materialien. Wir haben Vertrauen in das richtige Material – geht man davon aus, dass es geprüft wurde. Auch aus den Vereinen ist das Thema an den Sportbund noch nicht herangetragen worden.“

Recyceltes Gummiprodukt

Diese Redaktion berichtete schon vor einem Jahr überregional über die Gummi-Problematik. In dem Bericht wurde auf eine Liste mit in den USA erkrankten Fußballerinnen verwiesen, geführt von der Trainerin Amy Griffin. Sie ist überzeugt, dass das recycelte Gummiprodukt in Zusammenhang mit Krebserkrankungen von Spielerinnen steht. Betroffen sollen – durch die häufigen Bodenkontakte – besonders Torhüter und Torhüterinnen sein.

In Griffins Datenbank sind inzwischen 200 erkrankte Fußballer gelistet, die regelmäßig auf Kunstrasen gespielt haben. Über 100 von ihnen standen im Tor. Auch in den privat geführten Soccer-Hallen in Dortmund liegt Kunstrasen. Übereinstimmend erklärten aber Markus Beiner von Soccerworld an der Bunsen-Kirchhoff-Straße und Michael Lusch vom Soccer City Center am Zinkhüttenweg, bei ihnen in den Hallen liege kein Boden aus geschreddertem Autoreifen-Granulat, sondern nur aus Neugummi hergestellten, als unbedenklich eingestuften, zertifizierten Granulaten. Anderes ist auch im La-Ola-Fußballcenter an der Hellerstraße nicht bekannt.

Markus Beiner von Soccerworld mit insgesamt elf Anlagen in Deutschland sagt, bei Platzerneuerungen werde man nun zu Granulat aus Kork greifen. Dies gelte als unbedenklichste Alternative und nach dem Training habe man ja auch das Granulat in den Schuhen der Spieler.

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