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Fußball

Ralf Retinski ist seit fast 60 Jahren BVB-Fan

DORTMUND Ihre unbändige Liebe zu Borussia Dortmund stellten die Fans auch in Berlin wieder unter Beweis. Mehr als 50 000 Anhänger reisten in die Hauptstadt, um ihren BVB zu unterstützen, zum Pokalsieg zu treiben. Jeder Fan hat seine eigene Geschichte, seine eigene Verbundenheit. Einer von ihnen ist Ralf Retinski. Seine Erlebnisse stehen stellvertretend für die von Millionen BVB-Fans.

Ralf Retinski ist seit fast 60 Jahren BVB-Fan

Obwohl er in Hamburg geboren ist: Ralf Retinski ist Borusse durch und durch. Schon als kleiner Junge verfolgte der 64-Jährige im Stadion Rote Erde die Spiele seines BVB.

Eine Karte für das Pokalfinale konnte der 64-Jährige dieses Jahr nicht ergattern. 1989 und 2008 war er dabei. Mitgefiebert hat er am 12. Mai natürlich trotzdem. Bei Freunden, vor einer großen Leinwand. Retinski hat ohnehin fast alles erlebt, was ein Borusse so erleben kann. Alle acht Meisterschaften, Abstieg und Aufstieg, Triumph und Niederlage.

Mit acht Jahren saß der gebürtige Hamburger, der seit seinem zweiten Lebensjahr in Dortmund wohnt, das erste Mal im Stadion Rote Erde. Pünktlich zum ersten Meisterjahr. „Ich habe mich immer vor den Tribünen auf die Laufbahn gesetzt“, erinnert sich Retinski. „Das hat damals niemanden gestört.“ Warum auch? Der kleine Junge mit dem BVB-Schal fieberte doch lediglich mit dem mit, dem sich alle hingaben: Borussia Dortmund. Als der frisch gebackene Meister 1956 aus Berlin ankam, stand auch Retinski am Dortmunder Bahnhof, um seine Helden in Empfang zu nehmen. „Innerlich war schon früh alles schwarzgelb in mir“, sagt er heute. Wann immer er nicht dabei sein konnte, verfolgte er die BVB-Spiele am Radio oder im Fernsehen. „1957 hatten wir noch kein Fernsehen. Da hab ich eben 90 Minuten vor dem Radio gesessen“, sagt er.

Noch viel schöner sind aber die Erinnerungen an die Spiele, bei denen er im Stadion saß. Im November 1963 etwa, als die Schwarzgelben in der ersten Bundesligasaison Kaiserslautern mit 9:3 besiegten. Oder einen Monat später, als Benfica Lissabon im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister mit 0:5 unterlag. Einen besonderen Moment erlebte er nach dem Pokalsieg vor 23 Jahren. Als die Mannschaft zum Friedensplatz gefahren kam, stand Retinski genau dort wo der Wagen hielt. Die goldene Trophäe war direkt vor seinen Augen und plötzlich hielt er sie in den Händen. Andreas Möller hatte sie ihm in die Hand gedrückt, um von dem LKW zu steigen. „Das war unglaublich. So etwas vergisst man nie“, sagt er mit einem breiten Lächeln. Eine Dauerkarte hat der Ticketing-Mitarbeiter des Dortmunder Konzerthauses seit 1989. Im Block 42 auf der Osttribüne hat er seinen Stammplatz.

„Die Karte wird vererbt. Ich würde sie nie abgeben“, sagt er über die begehrte Eintrittskarte zu allen BVB-Spielen. Kinder hat Retinski, auf dessen Trikot der Name von Mario Götze prangt, keine. Aber den Nachwuchs seiner Freunde nimmt er gerne mal auf den Schoß, um sie mit dem schwarzgelben Fieber anzustecken. Auch wenn der Dortmunder ein treuer Fan ist, es dreht sich nicht alles in seinem Leben um die Borussia. „Ich schlafe nicht in BVB-Bettwäsche“, verrät er. Als aktiver Fußballer gehörte sein Herz Eintracht Dortmund. Dort kickte er sogar gemeinsam mit BVB-Präsident Reinhard Rauball. Als 16-Jähriger bekam Retinski mal ein Angebot, zur Borussia zu wechseln. „Aber eine Fußballkarriere wäre für mich nie in Frage gekommen“, sagt er. Die Entwicklung der letzten Wochen hat Retinski noch gar nicht richtig realisiert. „Es ist wirklich unvorstellbar was hier abläuft“, sagt er. „Diese Zeit muss man sich im Herzen bewahren.“ Zum Saisonende hat er dann noch einmal richtig groß gefeiert. Zum Doublegewinn veranstaltete er eine große Feier bei sich Zuhause. „Das haben wir letztes Jahr auch gemacht.“ Und wenn es nach ihm – und Millionen anderen Anhängern – geht, darf es auch nächstes Jahr wieder eine Party geben.

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