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„Vereinsmeierei ist vorbei“

DORTMUND Die Zeiten großer Namen in der Dortmunder Leichtathletik sind vorbei, die Rockmeier-Zwillinge waren vorerst die letzten Athletinnen mit Olympia-Anspruch. Über den neuen Kurs der Leichtathletik-Gemeinschaft LG Olympia sprachen die RN-Redakteure Petra Nachtigäller, Harald Gehring, Gerd Strohmann und Mitarbeiter Horst Merz mit LGO-Präsident Jörg Lennardt.

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Engagierter Kämpfer mit Visionen: Jörg Lennardt

"Wir müssen an einer Spitze arbeiten, die auch in der Breite stärker wird."

Wie präsentiert sich die Dortmunder Leichtathletik in den Augen des LGO-Präsidenten, eher grau und durchschnittlich oder doch optimistisch? Jörg Lennardt: Wir schauen optimistisch nach vorn. Aber richtig ist auch, dass unser Budget mittlerweile auf ein Drittel vergangener Tage geschrumpft ist. Spitzensport ist mit Geld relativ einfach, aber ohne Geld schwer bis unmöglich. Uns hat damals der überraschende Vizeweltmeister-Titel von Ingo Schultz fast pleite gemacht.

Was macht die LGO unter diesem Gesichtspunkt mit dem vorhandenen Etat? Lennardt: Wir konzentrieren uns auf die Jugendarbeit und arbeiten dabei an neuen Strategien. Uns nutzt ein so genannter Hochkaräter, der vielleicht zwischen 3000 und 6000 Euro monatlich kostet, am Ende nichts. Wir gehen andere Wege und sind dabei, uns unter den besten zehn Klubs in Deutschland zu etablieren.

Wie sieht denn die neue LGO-Strategie aus? Lennardt: Unser Ziel ist es, ein Niveau zu erreichen, das uns für Athleten interessant macht. Auf diesem Weg sind wir bereits ein gutes Stück vorangekommen. Erste Erfolge dieser Bemühungen sind schon sichtbar, schließlich hat unsere weibliche A-Jugend den Europa-Cup gewonnen.

Was heißt das konkret? Lennardt: Wir wollen die Trümpfe der Stadt in die Waagschale werfen. Wir verfügen hier über vier Hochschulen und mit der Körnig-Halle über einen ausgezeichneten Trainingsstandort. Außerdem haben wir jetzt zwei hauptamtliche Trainer eingestellt, bis 2006 hatten wir noch nicht einen Hauptamtlichen im Verein.

Ist das genug Anreiz, wenn das Geld fehlt? Lennardt: Viele Leichtathletinnen und Athleten wollen eine akademische Laufbahn einschlagen. Da sind solche Voraussetzungen durchaus von großer Bedeutung. Deshalb arbeiten wir auch weiterhin konsequent in der Jugendarbeit, um dieses System zu professionalisieren. In der Leichtathletik können nur wenige Top-Sportler genug Geld verdienen, um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wie hoch ist der Jahres-Etat bei der LGO? Lennardt: Rund 240  000 Euro inklusive der Sachleistungen. Das ist im Vergleich zu anderen Top-Klubs wenig. Der TV Wattenscheid verfügt beispielsweise über geschätzte 700 000 Euro.

Also muss die LG Olympia ihren Athleten andere Perspektiven offerieren? Lennardt: Wir wollen den beruflichen Werdegang unserer Sportlerinnen und Sportler in den Vordergrund rücken. Da ist eine langfristige Planung gefragt. Sportliche Erfolge und eine gute schulische Ausbildung lassen sich sehr wohl vereinbaren. Deshalb sind wir auch mit den Hochschulen im Gespräch, das werden wir noch weiter intensivieren.

Früher gab´s mit dem Indoor-Meeting eine Veranstaltung mit internationaler Strahlkraft in Dortmund ... Lennardt: ... und leider auch mit einem sechsstelligen Etat. Das konnten wir nicht weiter stemmen. Dennoch denken wir über eine Hallenveranstaltung in Dortmund nach mit mehr Showcharakter und einem abgespeckten, aber attraktiven Programm. Es muss Schlag auf Schlag gehen, das Publikum muss unter Strom stehen. So wecken wir Begeisterung für die Leichtathletik. Übrigens ist auch die Stadt Dortmund interessiert.

Die LG Olympia hatte einst 14 Partnervereine, heute sind es noch neun. Wie hat sich die Zusammenarbeit entwickelt? Lennardt: Die Vereinsmeierei früherer Tage innerhalb der LGO ist weitestgehend vorbei. Früher gab es keine gemeinsamen Trainersitzungen, die Trainer haben sich sogar teilweise gegenseitig blockiert. Nun läuft die Zusammenarbeit viel besser – und schon stellen sich die Erfolge ein. Wir müssen an einer Spitze arbeiten, die auch in der Breite stärker wird. Vielleicht haben wir dann auch irgendwann wieder Olympia-Teilnehmer.

Was können Sie in Sachen Vermarktung tun? Lennardt: Seit 2006 mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung ist es wieder leichter geworden, potenzielle Sponsoren anzusprechen, wobei es heute nicht mehr um Sponsoring, sondern eher um Marketing geht. Wir werden mit einem PR-Experten zusammenarbeiten. Dazu gehört die Außendarstellung, denn wir sind ein Großverein mit 2000 Aktiven. Bis vor drei Jahren sahen unsere Mannschaften auf Wettkämpfen aus wie ein Hühnerhaufen, einer im gelben, der andere im grünen, der nächste im roten Trainingsanzug. Mit dem Ausrüster Brooks sind wir jetzt wieder die Rothemden.

Es ist kurz vor Weihnachten, und Sie haben drei Wünsche frei ... Lennardt: Erstens wünsche ich mir, dass wir den Frieden innerhalb der LGO erhalten, denn Frieden gibt Heimat, da wollen die Menschen hin. Zweitens hoffe ich, die Leichtathletik in die Kinderköpfe zu bekommen, besonders an den Schulen, denn Leichtathletik ist eine wunderschöne Sportart.

Und Nummer drei? Lennardt: Das ist die Hoffnung auf eine Ausweitung des Spitzensportes. Das kann aber nur funktionieren, wenn wir mit den Sponsoren-Gesprächen einen Schritt weiterkommen. Es wäre schön, wenn wir manches von dem realisieren könnten, was wir in der Pipeline haben.

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