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Eine überschaubare Gruppe beim Lüner SV

Trainingslager beim Lüner SV

Bei Westfalenligist Lüner SV stand das Trainingslager an. Trainer Mario Plechaty musste mit nur wenigen Spielern auskommen – und passte seine Planungen und Erwartungen an das Wochenende entsprechend an.

Lünen

, 24.07.2018
Eine überschaubare Gruppe beim Lüner SV

Mario Plechaty (Foto oben links) musste mit einem reduzierten Kader arbeiten. Laufübungen (unten rechts) gehörten ebenso zum Programm wie Spielformen (oben rechts). Milan Sekulic (unten links) trainierte individuell. rN-Fotos janisch (4) © Foto: Janisch

Die Westfalenliga-Fußballer des Lüner SV erlebten am Wochenende den vorläufigen Höhepunkt ihrer Saisonvorbereitung: das Trainingslager. Doch wie so oft ist die kräftezehrende Zeit nicht für alle Kicker ein Segen. Und trotzdem wird genau hier die häufig zitierte Grundlage für die Saison gelegt.

An der Kampfbahn angekommen, die erste kleine Überraschung. Die Trainingsgruppe der Rot-Weißen ist durchaus überschaubar, nur ein gutes Dutzend Spieler stand auf dem Naturrasen des LSV. Der Grund: Der Termin in den Sommerferien. „Das war bei uns dieses Jahr schwierig“, erklärt Trainer Mario Plechaty. Mehrere Vorbereitungsturniere mussten verschoben werden, auch der Extra-Cup des Lüner SV. So blieb nur noch das vergangene Wochenende als Möglichkeit für ein Trainingslager. „Genau das Wochenende, wo viele Spieler im Urlaub sind. Deshalb konnten wir in Sachen Taktik oder Standardsituationen gar nicht so viel machen“, so Plechaty, dem bis auf Can Acar alle Torhüter fehlten. Aufgrund der Personalsituation ließ Plechaty die zweite Einheit am Sonntag sogar ausfallen, nachdem bereits am Samstag doppelt trainiert wurde.

Der Trainer schraubte seine Erwartungen spürbar zurück: „Es ging hauptsächlich um Teambuilding und kleine Spielformen.“ Spielformen etwa wie das schnelle Umschaltspiel auf relativ engem Raum, kurz vor Abschluss der Sonntagseinheit. Für das Einstudieren ganzer Spielsysteme brauche man 18 bis 20 Spieler, so Plechaty.

Plechaty an der Pfeife

Beim Umschaltspiel zwischen „Jung“ und „Alt“ gibt Plechaty den Schiedsrichter, er ist der einzige Trainer am Sonntag. Zu schnellen Pfiffen ließ er sich nicht hinreißen. Stattdessen erwartete er von seinen Schützlingen, dass sie auch robustem Körperkontakt entgegenstellen. Am Ende verlor das „Team Jung“ – und musste einige extra Sprints hinlegen. „Ich finde es immer gut, wenn man die letzte Einheit mit einem vernünftigen Abschlussspiel beendet. Aber wir machen es immer so, dass die Verlierermannschaft immer etwas machen muss, um etwas Brisanz reinzubekommen“, so Plechaty.

Er hat als Spieler selbst höherklassige Erfahrung in Trainingslagern gesammelt. Erfahrung, von der nun die LSV-Elf profitiert? „Wir waren teilweise fünf, sechs Tage im Trainingslager, haben drei Mal am Tag trainiert mit Übernachtung. Das kann man hiermit nicht vergleichen.“ Vorteile sieht er in einem Lager andernorts: „Wir sind am überlegen, ob wir im Winter ein Trainingslager in der Türkei machen. Das wäre ein Traum für mich als Trainer.“

Trotz der mäßigen Beteiligung, ist das Training intensiv beim LSV. Neuzugang Mirza Basic brüllt „deshalb bist du in meinem Team“, wann immer einer seiner Kollegen im „Team Alt“ netzte. „Als Trainer ist man gefragt, die Jungs heiß zu machen. Das ist mir gelungen. Eigentlich hätte ‚Jung‘ gewinnen müssen, aber ‚Alt‘ hat gewonnen – weil ich zu ihnen gesagt habe, dass sie verlieren“, sagt Plechaty schmunzelnd. Auf dem Rasen zeugen eine Koordinationsleiter und viele Hütchen vom vorherigen Trainingspensum.

Wichtig ist die Arbeit über ein ganzes Wochenende auch für das Mannschaftsgefüge. Normalerweise verknüpfe er das Trainingslager immer mit einem Mannschaftsabend, sagt Plechaty. Wegen des diesjährigen Termins sei das nun aber nicht möglich gewesen, in zwei Wochen kommt dafür das ganze Team zusammen. „Da müssen alle neuen Spieler singen“, so der Trainer, dem der Zusammenhalt am Herzen liegt. „Das verlange ich gerade von den neuen Spielern, dass sie versuchen, so schnell wie möglich in eine Mannschaft hereinzukommen und nicht duschen und ab nach Hause fahren.“

Schlüssel zur Stammelf

Nach den abschließenden Extra-Sprints von „Team Jung“ geht es für die Lüner unter die Dusche. Doch was bleibt vom Wochenende, gerade langfristig? „Die Spieler, die die komplette Vorbereitung durchziehen, sind die, die davon profitieren und im Endeffekt unter den ersten Elf sind“, sagt Plechaty. Er schränkt aber ein: „Es war nicht perfekt, was wir hier gemacht haben.“

Nach der Einheit saß Verteidiger Gian-Luca Reis als letzter Akteur auf der Stufe vor der Tribüne der Kampfbahn Schwansbell, die Haare vor Schweiß im Gesicht hängend. „Bei dem Wetter ist es ziemlich anstrengend, aber es macht auch Spaß mit den Jungs“, sagt Reis. „Wir waren zwar ein bisschen wenig, aber jeder hat so mitgezogen, wie er kann“, so Reis weiter. Er meint: „Wenn wir in der Saison bei so einem Wetter spielen müssen, können wir etwas mehr Gas geben.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das Trainingslager des Lüner SV

24.07.2018
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© Foto: Janisch
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