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Gentlemen ohne Stil - Recklinghausen facht Ausländer-Streit erneut an

Basketball-Regionalliga

Der mühsam geschmiedete Burgfriede der Regionalliga-Basketballer hielt nur kurz. Zwei Tage nach der Vereinbarung schossen die Citybaskets Recklinghausen schon wieder quer: Sie wollen sich nicht an das "Gentlemen's Agreement" halten und doch vermehrt Ausländer einsetzen.

WERNE

von Von Jan Büsse

, 11.08.2010
Gentlemen ohne Stil - Recklinghausen facht Ausländer-Streit erneut an

Trevor Wittwer vom TV Werne: Der Amerikaner würde unter die liga-interne Ausländerbeschränkung fallen.

Man habe nachdem die Ausländerregel gefallen war, umgehend Verhandlungen aufgenommen, von denen man jetzt nicht mehr zurücktreten wolle, wurde der Sportliche Leiter der Recklinghäuser, Hans-Jürgen Gayk, zitiert. Hintergrund ist, dass der Klub neben dem in der Regionalliga gut bekanntem Tunesier Cham Korbi zwei weitere Ausländer verpflichten will. Das am Sonntag getroffene Gentlemen's Agreement sieht aber vor, dass immer drei Deutsche auf dem Platz stehen müssen.

Wernes Sportlicher Leiter Jens König nimmt es gelassen: "Noch ist doch gar nichts passiert. Die Citybaskets haben noch keine drei Ausländer gleichzeitig eingesetzt." Von einer Ausnahmeregelung für Spieler, die schon lange in Deutschland aktiv sind, hält König wenig. "Wo soll man da die Line ziehen? Eine ,Lex Korbi' wird es in dieser Saison nicht geben", sagt er. "Da könnten wir ja auch kommen und Trevor Wittwer als ,Basketballdeutschen' bezeichnen. Der hat wenigstens einen Opa im Schwarzwald", ergänzt TVW-Trainer Ivan Rosic. Der Tenor ist klar: Eine Ausnahme zieht weitere nach sich. Am Ende steht freies Schießen - jeder macht, was er will.

Dass der Vorstoß aber gerade aus Recklinghausen kommt, ist verwunderlich. Schließlich äußerte sich Citybaskets-Trainer Georg Kleine unlängst so: "Bei einem Ehrenkodex würde ich mitmachen, wenn sich alle daran halten." Wenn Teams wie Velbert, das sieben Spieler mit Migrationshintergrund - sprich ohne deutschen Pass - in ihren Reihen hat, gegen die Selbstverpflichtung aufbegehrt hätten, niemanden hätte das ernstlich gewundert.

Sollte sich jetzt herausstellen, dass die "Gentlemen" zum Saisonstart einen Filou unter sich haben, scheint der TV Werne gerüstet. "Wir haben die Kontakte, schnell zu reagieren", sagte Rosic, der aber nur Klarheit will: "Mir ist egal, wie die Regel lautet. Wichtig ist, dass sie verbindlich ist und sich alle daran halten." Für König ist noch etwas anderes wichtig: "Das ganze Hin und Her schadet unserem Sport."

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