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Hans-Georg Fohrmeister: "Gebt den Bikern endlich eine Chance!"

LÜNEN In Brambauer-Tockhausen soll auf einer Halde ein Biker-Parcours entstehen. In einem Gastkommentar ergreift Mountainbiker Hans-Georg Fohrmeister Partei für die Biker und legte seine Argumente für den Biker-Parcours dar.

von Von Hans-Georg Fohrmeister

, 12.08.2008
Hans-Georg Fohrmeister: "Gebt den Bikern endlich eine Chance!"

Hans-Georg Fohrmeister (61) fährt seit 13 Jahren Mountain-Bike, ist in der Senioren-Klasse Europameister und WM-Vize.

Die Arbeitsloseninitiative Lünen plant ein Bike-Trainings-Areal am Rande der Halde Tockhausen, das durch junge Arbeitslose gebaut werden soll. Das Projekt wird durch die Arbeitsargentur gefördert und besteht aus zwei Bahnen für BMX und MTB, einer Slalomstrecke und einer Bergabstrecke mit natürlichen Hindernissen. Die Anlage soll allen Radsportlern Lünens offen stehen und vom Radsportverein Lippe 23 betreut werden. Der RSV hat das Ziel, radsportbegeisterte Jugendliche an den regelmäßigen Leistungssport heranzuführen. Jugendliche können nicht mit endlosem diszipliniertem Straßenfahren begeistert werden. Radsport im Gelände macht Spaß. Früher sind Kinder über Zäune geklettert, auf Mauern balanciert oder von Bäumen gesprungen. Heute wird gerne mit dem Rad rumgetrickst. Dadurch lernen Jugendliche die Beherrschung ihres Fahrrades. Hier werden die Grundlagen für sicheres Lenken, richtiges Bremsen und vorausschauendes Fahren gelegt. MTB und BMX sind olympische Sportarten und präsentieren sich aller Welt in Peking. Lüner MTBler sind sehr erfolgreich. Gino Schlifske, Uwe Fohrmeister, Daniel Krüger, Phillip Börner und ich haben viele Medaillen und Platzierungen herausgefahren.

Als Nachahmer nutzen heute in Lünen unorganisiert junge Radfahrer Abhänge, Bodenwellen, Baumstämme zum „trailen“. Die Zahl der jugendlichen aktiven Biker wird in Lünen auf über 50 geschätzt. Für den RSV und damit für den organisierten Sport in Lünen ist dieses Projekt die einzige Chance zur systematischen Nachwuchsarbeit. Das Bike-Areal soll zu einer Heimat für junge Radler werden. Anfragen von Eltern musste der RSV bislang absagen, weil es keine genehmigte Trainingsstätte gibt. Die Strecken sind nach Beratungen mit Forst- und Landschafts-Fachleuten umweltverträglich geplant worden. Die Umweltbilanz des Radsports in Lünen ist positiv. Radsportler benutzen für Stadtfahrten überwiegend das Rad, verursachen weder Abgase noch Lärm. Autofahrten zu entfernten Trainingsstätten nach Dortmund-Süd oder gar Winterberg würden entfallen.

Radsportler sind keine Rabauken, die lärmend und zerstörend durch die Gegend ziehen. Heranwachsende müssen angeleitet werden, Grenzen erkunden, Leistungen vergleichen können. Dabei hilft besonders der Sport, der zur Fairness und zum Respekt vor anderen erzieht. Jugend ist Leben, Jugend ist Zukunft, Jugend ist Leistung. Wer die jungen Leute aber in versteckte Ecken abdrängeln will, muss sich nicht wundern, wenn sie sich danach benehmen Für den Standort Tockhausen spricht auch die soziale Situation des Stadtteils Brambauer. Dort gibt es sehr viele junge Menschen, damit einen dringenden Freizeitstätten-Bedarf und einen hohen Integrationsdruck. Die Jugendlichen, der Sport und Brambauer verdienen eine faire Chance. Alle Beteiligten werden diese Chance durch Engagement und Verhalten nutzen. 

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