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Herberns nächster Gegner Rödinghausen: mit Mäzen in die Oberliga

Fußball-Westfalenliga 1

Mäzen Horst Finkemeier hat sich ein teures Hobby zugelegt: den SV Rödinghausen. Der Spitzenreiter der Liga wird längst mit der TSG Hoffenheim verglichen. Frank Heidemann, Sportlicher Leiter des SV Herbern, sieht nicht nur Vorteile im Rödinghausener Modell.

HERBERN

von Von Thomas Schulzke

, 24.10.2012
Herberns nächster Gegner Rödinghausen: mit Mäzen in die Oberliga

Finkemeier, im Ruhestand befindlicher Chef von Häcker Küchen (Umsatz 2011: 325 Millionen Euro), treibt den Verein mit seinem Geld von einem Erfolg zum nächsten. Innerhalb von drei Jahren stieg der Klub von der Kreis- in die Westfalenliga auf. Das nächste Ziel ist jetzt die Oberliga. „Wir haben ja vor dieser Spielzeit deutlich formuliert, dass wir ein viertes Mal in Serie aufsteigen wollen“, sagt der 2. Vorsitzende René Wederz.  Er gibt offen zu, dass der Klub dank Finkemeier in dieser Liga die besten finanziellen Voraussetzungen hat. Findet das aber nicht verwerflich. „Welcher Verein würde denn freiwillig auf solch einen Sponsor verzichten?“, fragt er.Mäzen mischt bei Spielerverhandlungen mit Herberns Sportlicher Leiter Frank Heidemann hätte damit so seine Probleme: „Wenn der Etat unseres Teams so hoch wäre, dass wir diesen nur mit Hilfe einer Person decken könnten, würden wir wahrscheinlich darauf verzichten. Das wäre uns zu riskant.“  Und der SV Rödinghausen kann nur mit Hilfe von Finkemeier den Etat stemmen. Das Team besteht aus etlichen Akteuren, die schon in der Regionalliga aktiv waren. So kickte Robert Mainka unter anderem für den Wuppertaler SV und RW Essen, Jeton Arifi für den SC Verl. Der Sponsor stellt nicht nur sein Geld zur Verfügung, er mischt sich auch in die sportlichen Belange ein. „Ja, das stimmt. Herr Finkemeier ist auch bei den Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen dabei“, sagt Wederz.

 Das größte Geschenk machte Finkemeier dem Klub im vergangenen Jahr. Er finanzierte ihm ein neues Stadion, das mit einer Partie gegen den SC Verl eröffnet wurde. Rund 3000 Zuschauer passen hinein. 1000 Sitzplätze sind überdacht. Zudem werden verglaste VIP-Logen angeboten. Die Kosten sollen rund 2 Millionen Euro betragen haben. Vor der aktuellen Spielzeit war der Champions-League-Teilnehmer Valencia zu Gast im Häcker Wiehenstadion. „Vielleicht kommt ja im kommenden Jahr die TSG Hoffenheim“, scherzt Wederz. Er stellt klar, dass niemand in Rödinghausen von der Bundesliga träumt, deshalb verstehe er nicht die Vergleiche mit Hoffenheim. Das nächste Projekt sei die Professionalisierung der Nachwuchsabteilung, damit Akteure aus der Region den Sprung in die 1. Mannschaft schaffen. Der nächste Gegner heißt Sonntag (15 Uhr, Werner Straße) Herbern. „Gegen uns laufen alle mehr. Sie wollen uns alle schlagen“, sagt Wederz. Das ist aber noch niemanden in der Liga gelungen. „Für uns wäre ein Punkt ein Erfolg, ein Sieg wäre überragend“, sagt Heidemann und fügt an: „Wer will nicht der Erste sein, der gegen den FC Bayern der Westfalenliga gewinnt?“  

Kleine Gemeinde mit ambitioniertem Verein
Rödinghausen ist eine kreisangehörige Gemeinde im Nordosten von NRW und liegt rund 30 Kilometer nördlich von Bielefeld. Das knapp 10.000 Einwohner zählende Rödinghausen ist die kleinste Gemeinde im ostwestfälischen Kreis Herford. In der vergangenen Landesliga-Saison hatte der SV Rödinghausen einen Schnitt von 800 Besuchern. In dieser Spielzeit liegt der bei 550. Zum Topspiel gegen den SC Preußen Münster II (2:1) kamen 1200 Zuschauer.

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