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Fußball

Hervesterin spielt künftig in der 2. Liga

HERVEST Sarah Grünheid war auch rund 24 Stunden nach dem vielleicht größten Erfolg ihrer Karriere noch völlig fertig.

Hervesterin spielt künftig in der 2. Liga

Gegen Bayer Leverkusen machte die Hervesterin Sarah Grünheid (l.) am Wochenende mit Recklinghausen den Zweitliga-Aufstieg perfekt.

Nicht unbedingt vom Fußballspiel gegen die Reserve von Bayer Leverkusen, das Sarah und ihr FFC Recklinghausen deutlich gewannen und damit die Rückkehr in die 2. Frauen-Bundesliga feierten. Vielmehr steckte der 21-jährigen Dorstenerin noch die Party in den Knochen, die Spielerinnen, Fans und Verantwortliche nach einer langen Saison noch einmal an den Rand der Erschöpfung brachte. „Und schon wieder keine Schale VfL...“ Einen Seitenhieb auf den ärgsten Verfolger VfL Bochum konnte sich Sarah auch einen Tag danach in einem sozialen Netzwerk nicht verkneifen. Mehr als vier Dutzend „Gefällt mir“-Klicks verdeutlichten, dass Sarah mit ihrer Euphorie keinesfalls alleine war. Die Meisterschaft, der Sieg über einen finanziell deutlich besser gestellten Konkurrenten, er erinnerte doch stark an das Fußball-Märchen, das Borussia Dortmund in den letzten zwei Jahren in der Männer-Bundesliga erlebte.

Von Borussia Dortmund möchte der eingefleischte Schalke-Fan Sarah freilich gar nichts wissen. Auch davon zeugen mehr als eindeutige Einträge auf ihrer Seite in dem erwähnten sozialen Netzwerk. Doch die Bundesliga, auch wenn es vorläufig nur die zweite ist, war seit dem Abstieg in der Saison 2010/2011 das große Ziel der Hervesterin, die am Ellerbruch mit sieben Jahren mit dem Fußball begann. Als ihr die Dorstener Fußballwelt zu klein und der FFC Recklinghausen gegründet wurde, wechselte sie 2003 zu dem Club, der mit Sarahs großer Fußball-Liebe S04 kooperiert. Schon mit 15 spielte sie dort in der Westfalenliga der Frauen, entwickelte sich schnell zur Leistungsträgerin und hatte vor wenigen Wochen ein unterschriftsreifes Angebot vom Bundesligisten FCR Duisburg vorliegen. Doch das Angebot wanderte in den Papier-Schredder, Sarahs Signatur fehlte.

„Mit Frauenfußball kann man einfach seinen Lebensunterhalt nicht verdienen. Die Möglichkeit, die gehobene Laufbahn bei der Polizei einzuschlagen, war einfach vernünftiger“, sagt Sarah. Ab dem 1. September geht es los mit der Karriere als Ordnungshüterin. Ganz abgeschrieben hat sie den Traum von der Elite-Klasse aber noch nicht. „Die Polizei unterstützt den Leistungssport. Ich freue mich jetzt erstmal auf die 2. Bundesliga. Vor allem auf die vielen gemeinsamen Wochenenden mit der Mannschaft. Das ist das Schönste. Wer weiß, was noch kommt?“, orakelt Sarah über ihre sportliche Zukunft.

Zum Schluss des Presse-Gesprächs rang Sarah, durch und durch Familienmensch, dem Mitarbeiter der Dorstener Zeitung noch ein Versprechen ab. „Du musst auf jeden Fall schreiben, dass mein Opa Männe mich fünf Jahre lang drei Mal in der Woche zum Training nach Recklinghausen gefahren, dort zwei Stunden gewartet und mich wieder nach Hause gebracht hat. Ohne ihn würde ich heute Kreis- anstatt Bundesliga spielen. Opa ist der Beste.“ Gern geschehen. 

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