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Im Sattel von Argentinien nach Kanada

HERBERN Von Buenos Aires nach Vancouver, mit Umwegen eine Strecke von knapp 15 000 Kilometern, das wäre für manchen Autofahrer bereits eine große Herausforderung. Der gebürtige Herberner Thomas Großerichter setzt noch einen drauf: Er will diesen Weg auf einem Rad fahren.

von Von Kay Böckling

, 05.08.2008

Der 22-jährige Student bezeichnet sich selbst als "Extrem-Typ". Eine Aussage, die bei seinem abenteuerlichen Vorhaben nicht verwundert. Allerdings will er den Radmarathon nicht an einem Stück durchziehen. Ein Jahr Zeit hat er sich selbst gegeben: "Wenn ich Weihnachten in der Karibik feiern kann, bin ich schon glücklich."

Am 24. Juli ging es los. Großerichter machte sich - natürlich mit dem Rad - auf den Weg zum Flughafen in Frankfurt. Von dort hob am 30. Juli sein Flieger in Richtung Buenos Aires/Argentinien ab. In der Millionenmetropole angekommen, möchte er sich nun erst einmal ein paar Tage akklimatisieren, bevor es dann in Richtung Kanada geht. "Pro Woche zwischen 200 und 500 Kilometer möchte ich schon packen", sagt der Hobby-Radler. Es komme eben ganz darauf an, wo er entlang fahre, wen er kennen lerne oder welche Landschaften ihn zu einer längeren Pause verführen könnten.

Bereits im vergangenen Jahr plante der Herberner aus persönlichen Gründen eine längere Zeit in Südamerika zu verweilen. Dann lernte er im Frühling diesen Jahres im Rahmen des weltweiten "Couch-Surfing-Projekts" (im Internet können sich Interessierte aus allen Ländern kostenlos bei einem Wohnungspaten einquartieren) einige Kanadier kennen, die Land und Leute mit dem Drahtesel erkundeten. Die Idee, seinen Südamerika-Aufenthalt zu erweitern, war geboren. Während seiner Planungen kam dem Studenten der Einfall, das Ganze mit einer guten Sache zu verbinden, die Reise quasi als eine Art Sponsorenfahrt zu gestalten. Bei seinen Recherchen nach einem geeigneten Partner traf er auf die "Christoffel-Blindenmission" (CBM). Diese möchte er mit seiner Aktion unterstützen.

Die Idee lehnt sich an Sponsorenläufe an. "So suche ich Freiwillige, die pro gefahrenem Kilometer einen Betrag von beispielsweise einem Cent spenden." Das Geld fließe ausschließlich in die Arbeit der CBM. Das Strampeln für einen guten Zweck ist für Großerichter "eine zusätzliche Motivation, die Sache wirklich bis zum Ende durchzuziehen".

Natürlich sucht er auch Spender, die ihn persönlich unterstützen. "Wenn ich aus finanziellen Gründen nicht weiter machen kann, ist schließlich das gesamte Projekt gefährdet." Allerdings geht es ihm in erster Linie darum, der CBM zu helfen und nicht darum, dass ihm jemand einen lauen Amerika-Aufenthalt finanziert.

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