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Kürschners im Interview: "Geduld ist gefragt"

VfL Schwerte

Mit Rüdiger Kürschners (61) hat der VfL Schwerte nach seinem Abstieg aus der Westfalenliga einen erfahrenen Trainer verpflichtet. Doch obwohl er schon lange im Geschäft ist, spürt man auch bei Kürschners vor dem Landesliga-Saisonstart gegen den SV Hohenlimburg (Sonntag, 15 Uhr) eine gesunde Anspannung. Michael Dötsch unterhielt sich vor dem Auftakt mit dem VfL-Coach.

SCHWERTE

von Von Michael Dötsch

, 13.08.2010
Kürschners im Interview: "Geduld ist gefragt"

Blickt dem Auftaktprogramm in der Landesliga mit gemischten Gefühlen entgegen: Rüdiger Kürschners, Trainer des VfL Schwerte.

Ich bin im Verein hervorragend aufgenommen worden und komme mit dem Vorstand und dem Umfeld des VfL sehr gut zurecht. Und die Arbeit mit der Mannschaft macht riesig Spaß.

Alle Spieler haben sehr gut mitgezogen - besonders in den ersten zwei Wochen, als wir fast täglich trainiert haben. Insgesamt aber war die Belastung für die Spieler durch Hecker-Cup, Stadtmeisterschaft und Kreispokal einfach zu hoch, was auch zu einigen Verletzungen geführt hat. Die Bundesligisten regen sich auf, wenn sie nach 36 Stunden das nächste Spiel machen müssen. Wir aber hatten gleich zweimal den Fall, dass wir an drei Tagen hintereinander über jeweils 90 Minuten gespielt haben. Das ist nicht tragbar.

Daniel Limberg ist nach seiner Verletzung und Aufbautraining wieder voll eingestiegen und wird am Sonntag auch spielen. Allerdings steht er dann drei Wochen nicht zur Verfügung, weil er heiratet und in die Flitterwochen nach Mexiko fliegt. Deshalb bin ich froh, dass Kai Knies eine gute Vorbereitung gespielt hat.

Zumindest sind wir dort gut besetzt - mit Dominik Buchwald und Marcel dos Santos als Innenverteidiger. Dos Santos fehlt allerdings am Sonntag. Als zweiter Innenverteidiger hat sich Philipp Krause herauskristallisiert, der eine sehr gute Vorbereitung gespielt hat.

Auch in diesem Bereich sind wir ganz gut aufgestellt und haben mit jungen Leuten wie Körner, Raulf oder Klusch, aber auch mit Spielern wie Schepers und Vardi, der aber leider erst später eingestiegen ist und dann mit Verletzungen zu kämpfen hatte, mehrere gleichwertige Spieler. Und Neuzugang Jerome Juskowiak ist so etwas wie die Entdeckung auf der linken Seite.

Man muss ganz ehrlich sagen, dass im vorderen Bereich der Schuh etwas drückt. Was uns fehlt, ist ein richtiger Stoßstürmer. Mehmet Aslan hat das am Anfang gemacht, ist aber eigentlich mehr ein Allrounder. Und Serkan Arslan ist mehr ein hängender Stürmer. Erfreut bin ich über die Entwicklung von Daniel Benda, aber von ihm sollte man nach seiner langen Verletzung keine Wunderdinge erwarten. Insgesamt haben wir vorne nur wenig Alternativen. Wenn irgendwo noch ein Stürmer aus dem Nest fallen und beim VfL landen würde, wären wir alle heilfroh.

Nein, grundsätzlich werden wir mit diesem Kader weiterarbeiten. Wir haben viele junge Spieler, die auf einem guten Weg sind. Aber sie müssen dem Trainerteam vertrauen und dürfen nicht verrückt spielen, wenn sie mal nicht von Anfang an dabei sind oder in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen.

Es gibt sicherlich Mannschaften in der Landesliga, die momentan weiter sind als wir. Unsere jungen Spieler, die ja zum Teil aus der A-Jugend-Bezirksliga kommen, werden sich sicherlich noch an das höhere Tempo gewöhnen müssen. Doch sie werden sich entwickeln, gerade wenn sie von den gestandenen Spielern geführt werden. Aber das ist ein Prozess, der dauert. Es braucht sicherlich ein paar Monate, bis auf dem Platz ein blindes Verständnis herrscht. Zudem darf man nicht vergessen, dass wir das System umgestellt haben und künftig in einer 4:4:2-Formation spielen werden, was die Mannschaft sehr gut angenommen hat.

Sicher, der Start könnte holprig werden. Aber wir werden von Sonntag zu Sonntag Schritte nach vorne machen.

Grundsätzlich ist es so, dass man nach sechswöchiger Vorbereitungszeit immer froh ist, wenn es losgeht. Und ich denke schon, dass wir gerüstet sind - immerhin haben wir in der Vorbereitung nur zwei Spiele verloren: Gegen Geisecke mit einer Rumpfmannschaft und gegen Aplerbeck nur sehr unglücklich. Insgesamt bin ich absolut überzeugt davon, dass wir eine positive Saison spielen werden.

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