Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Michael Rößler - Warum "Steini" nicht brüllt

Sportlerporträt

CASTROP-RAUXEL Nachdem der bisherige Stammkeeper André Wuttke nicht mehr zum Training erschienen war, musste sich TuS Ickerns Trainer Stephan Pade nach adäquatem Ersatz umsehen. Der Übungsleiter fand den 43-jährigen Michael Rößler unter den Zuschauern bei einem Spiel des FC Erkenschwick. Mit Rößler steht nun ein Routinier mit 32 Jahren Handball-Erfahrung im Tor des TuS. Ein Porträt.

von Von Christian Püls

, 05.08.2010
Michael Rößler - Warum "Steini" nicht brüllt

»Brüllen bringt nichts« - TuS-Torwart Michael Rößler sucht das Gespräch mit seinen Mitspielern.

"Stephan Pade fragte mich, ob ich noch 'mal Landesliga spielen und eine junge, hoffnungsvolle Truppe unterstützen möchte", erklärt Rößler. Team und Training überzeugten den Routinier, er sagte zu. "Das sind Leute, mit denen es Spaß macht Handball zu spielen", zeigt sich der 43-Jährige von seiner neuen Mannschaft begeistert. Wie lang sein Engagement beim Landesligisten dauern soll, weiß der Geschäftsführer einer Firma für Steinboden-Sanierung - eine Tätigkeit, die ihm übrigens den Spitznamen "Steini" einbrachte - noch nicht. "So lange die Knochen halten", hat sich Rößler als grobe Marke gesetzt.

Klassenerhalt mit dem FCE als sportlich schönster Moment Seine Handball-Laufbahn begann er im Alter von elf Jahren bei Westfalia Herne. Dort absolvierte er auch seine ersten Einsätze als Senior. Beruflich bedingt zog der Sanierungs-Experte 1988 nach Aachen und spielte dort für die Alemannia und Schwarz Rot in der Verbands- und Oberliga. Mit 29 Jahren kehrte er zurück ins Ruhrgebiet und zur Westfalia Herne, für die er zwei Jahre in der Bezirksliga auflief. 1998 folgte ein Verbandsliga-Jahr bei der Spvg Herten. "Dann habe ich aufgehört", sagt der Oer-Erkenschwicker.

Doch damit war Rößlers aktive Laufbahn noch nicht zu Ende. 2004 hatte er seine Tochter Marina in der Jugendabteilung des FC Erkenschwick angemeldet. In einem Spiel der Eltern-Betreuer fiel der Routinier auf und wurde sogleich als Torhüter für die Bezirksliga-Mannschaft verpflichtet. "Die haben mich sofort 'verhaftet'", scherzt der 43-Jährige. 2006 half er dem FC den drohenden Abstieg abzuwenden - so hat es der Vereinschronist festgehalten. "Das war mein sportlich schönster Moment", erinnert sich Rößler. 2009 gelang gar der Aufstieg in die Landesliga. Im Dezember 2009 verließ er das Team und spielte bei der SG Massen. Dann folgte der Wechsel zum TuS Ickern.

Große Erfahrung, Ehrgeiz und Engagement "Seine große Erfahrung zeichnet ihn aus", meint Rößlers neuer Trainer Stephan Pade. Der Keeper sei ehrgeizig und engagiert. Rößler selbst, zählt zu seinen Stärken, die Abwehr koordinieren zu können: "Brüllen bringt dabei nichts, daher suche ich in ruhigen Spielphasen das Gespräch mit meinen Mitspielern." So diplomatisch der 43-Jährige im Umgang mit seinen Mannschaftskameraden auch sein mag, so scharf ist sein Ton, gegenüber dem Schiedsrichter, wenn Rößler die B-Jugend-Mannschaft des FC Erkenschwick coacht. Wenn er sein Team durch einen Unparteiischen benachteiligt sieht, dann könne es schon mal vorkommen, dass er ein wenig die Contenance verliere. Im April brachte ihm diese Unbeherrschtheit eine vierwöchige Verbannung von der Trainerbank ein. Rößler gibt sich geläutert: "Ich bin damals zu recht gesperrt worden. Den Schiedsrichter zu beleidigen, das geht wirklich nicht."

ZUR PERSON Michael Rößler ist 43 Jahre alt und arbeitet als Geschäftsführer einer Firma für Steinboden-Sanierung. Rößler ist mit Sylvia verheiratet. Seine 17-Jährige Tochter Marina spielte selbst eine Zeit lang Handball. In seiner Freizeit joggt Rößler. Früher nahm er gelegentlich an einem Kurz-Triathlon teil.

Lesen Sie jetzt