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Dörthes USA-Blog

Nach der Saison ist vor der Saison

DORSTEN In der dritten Folge ihres Blogs erzählt die Dorstener Fußballerin Dörthe Hoppius über das Saisonfinale mit den San Jose Spartans, dem Team der Universität von San Jose/Kalifornien.

Nach der Saison ist vor der Saison

So gingen Dörthe Hoppius (r.) und ihre Zimmerkollegin zur teaminternen Halloween-Party.

Wie ich in meinem letzten Artikel schon erwähnt hatte, ist meine Saison jetzt leider schon beendet. Wir hatten am 31. Oktober unser letztes Spiel in Fresno, welches unter sehr speziellen Umständen stattfand. Erst einmal musste unsere Trainerin vor dem Spiel „Aufbau-Arbeit“ leisten, denn wir hatten erfahren, dass wir es ganz knapp nicht zur Championship geschafft hatten. Am Anfang der Saison hätte niemand damit gerechnet, dass wir es überhaupt soweit schaffen könnten. Doch unsere Trainerin hatte aus dem einst letzen Team in der Tabelle ein sehr starkes Team geformt, welches besonders in den letzten Spielen mit sehr gutem Fußball überzeugen konnte. Wir spielten nicht nur richtig gut, wir gewannen auch endlich einmal und belohnten uns für unsere harte Arbeit. Somit hatten wir nach vier Siegen in Folge am letzten Spieltag tatsächlich eine Chance, zum großen Turnier zu fahren. Die einzige Bedingung war, dass das Team von Boise verlieren und wir gewinnen mussten. Bei einem Unentschieden oder einem Sieg von Utah gegen Boise und einem Sieg von uns wären wir somit weiter gewesen.

Aber es kam wie es kommen musste, wir saßen alle zusammen beim Lunch und schauten das Spiel auf dem Handy, da unser Spiel erst am Abend angepfiffen wurde. Es sah alles so aus, dass es beim 0:0 zwischen Utah und Boise blieben würde, doch zehn Minuten vor Schluss wurden unsere Träume von der Championship zerstört. Die Stimmung war am Tiefpunkt, ein paar der Seniors weinten sogar, weil sie realisierten, dass dies ihr letztes Fußballspiel in ihrem ganzen Leben sein wird, da man hier in Amerika nach dem College aufhört zu spielen, außer man will und kann wirklich professionell spielen. Unsere Trainerin fand jedoch die richtigen Worte in der Kabine und wir spielten vielleicht sogar unser bestes Spiel, trotz des ungewöhnlich stürmischen Wetters. Wir gewannen mit 4:0, wobei drei dieser vier Tore von Seniors geschossen wurden, was uns alle noch mehr freute. Nach dem Spiel fand unsere Trainerin noch sehr schöne Worte, die den Abschluss unserer Saison noch ein wenig trauriger machten.

Nachdem wir also unsere Saison abgeschlossen hatten war unsere Dry-Season beendet und die Party-Saison konnte offiziell beginnen. Wir und insbesondere ich wären total gerne zu einer hier sehr beliebten Halloween Party gegangen, doch was machten wir anstelle dessen? Ja genau wir saßen bis 1:30 Uhr morgens im Bus und da die Amerikaner nicht so „feierfest“ sind wie wir Deutschen sind die meisten Partys um 2 Uhr morgens beendet, somit gab es für uns keine Party an Halloween. Doch am nächsten Tag sollten wir das nachholen. Zunächst einmal stand ein Footballspiel unserer Uni an, die immer eine große Attraktion für den Rest der Studenten sind. Danach holten wir unsere interne Halloween Party nach, bis wir dann schließlich zu einer richtigen College-Party gingen, welche normalerweise in einem Haus einer Cheerlaederin oder eines Footballers stattfinden. Um es zu einer richtigen amerikanischen Collegeparty zu machen, dürfen die berühmten roten Becher natürlich nicht fehlen! Ich kann für mich nur sagen, dass ich diesen spaßigen Abend nie vergessen werde.

Wer nun aber gedacht hatte, dass wir uns erstmal erholen konnten und mal mehr Zeit haben, um uns auf die Uni zu konzentrieren oder einfach mal ein wenig Freizeit zu haben, der hatte sich getäuscht. Wir bekamen eine Woche frei, in der wir trotzdem noch zu verschiedenen Meetings oder einem Lunch mit dem Athletik-Direktor gehen mussten. Danach jedoch war unsere Pause vorüber und wir begannen mit Gewicht-, Konditions- und Sprint-Training, das uns dann schon einmal für den „Spring“ vorbereiten sollte. Unser Athletik-Trainer versprach uns, dass wir im Vergleich zum „Spring“ nur das Allerleichteste machen würden. Nach dem ersten Training am Montag jedoch, sagten uns unsere Beine was anderes. Nach gefühlten 100 Horizontal-Sprints und anschließenden Lifting waren unsere Beine voller Muskelkater. Gnädigerweise hatten wir den Tag darauf ein leichtes Sprint-Training, doch am Mittwoch hieß es dann wieder mit Muskelkater hin und her sprinten. Hinzu kamen sehr anstrengende Treppenläufe und anschließende Gewichte, die unseren Armen den Rest gaben. Wie ihr hier also lesen könnt, ist die Saison zwar beendet, doch nun fängt hier das wirklich harte Training an, um im nächsten Sommer ganz oben mitspielen zu können. Ich bin jetzt zwar noch voller Muskelkater, doch ich glaube, wenn ich im Winter zu den Semesterferien nach Hause kommen werde, werde ich so stark sein wie noch nie.

Meine Kurse in der Uni laufen alle sehr gut, was ich für das erste Semester gar nicht so erwartet hatte. Was mich jedoch noch mehr freut, ist, dass mir meine Mitspielerinnen eines meiner schönsten Komplimente gegeben haben. Ohne zu fragen oder irgendwie auf das Thema „Sprache“ zu kommen, sagten sie mir, dass mein Englisch sich immens verbessert hat. Auch meine Englisch Lehrerin gab mir dies Lob. Sie glaubt, dass ich, wenn ich so weiter mache, eine exzellente „Schreiberin“ werden kann. Abschließend muss ich noch erwähnen, dass ich das kalifornische Wetter liebe. Es regnet hier so gut wie gar nicht. Das bedeutet, man genießt jeden Tag strahlenden Sonnenschein und einen blauen Himmel. Die Temperaturen sind zwar morgens relativ kalt, sodass man schon einmal eine lange Hose und einen Pulli anziehen muss, doch am Mittag und Nachmittag erreichen wir hier immer noch angenehme 24° C. Somit war ich noch Mitte November im Swimming Pool, um mich einfach nach unserem anstrengenden Training zu erholen. Bis zum nächsten Mal, eure Didi

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