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Olympia: "Vio" im Wechselbad - am Ende steht Bronze

SCHWERTE / PEKING Das Daumen drücken hat geholfen: Bronze für Violetta Oblinger-Peters (Österreich) und Platz sechs für Ariane Herde (Niederlande) – das ist das traumhafte Ergebnis unserer beiden Kanu-Asse im olympischen Ruder- und Kanu-Park in Shunyi.

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Violetta Oblinger-Peters aus Schwerte holte am Freitagvormittag die Bronzemedaille im Kajak-Einer.

Violetta Oblinger-Peters vom KV Schwerte im Endlauf. Die extrem schwierige Olympiastrecke meisterte sie als Drittschnellste und holte so Bronze für ihr Heimatland Österreich.

Die Slalomkanutinnen vom Kanu- und Surf-Verein Schwerte (KVS) schickten ihre Anhänger am Freitagmorgen deutscher Zeit beim Kajak-Einer durch ein wahres Wechselbad der Gefühle. Verzweiflung und ungläubiges Staunen reihten sich ständig aneinander. Unglaublich, was sich auf der brutal schwierigen Strecke abspielte. Am Ende aber mit einem triumphalen Erfolg. Der Reihe nach: Zunächst hieß es im Halbfinale für Ariane Herde, den Endlauf der besten Zehn zu erreichen. Doch gleich die Japanerin Takeshita war überraschend gut durchgekommen. Die für die Niederlande startende Ariane hatte im oberen Streckenbereich zu kämpfen, verlor viel Zeit und berührte mit dem Paddel ein Torstab – zwei Strafsekunden. Sie ließ zwar erwartungsgemäß die Fahrerinnen aus Brasilien, Kasachstan und Griechenland hinter sich, kam aber an die Takeshita-Zeit nicht heran.

Es wurde eng, zumal auch die Amerikanerin Corrie schneller war. Dann ein Hoffnungsschimmer: Die Polin war schlechter. Aber es drohte dennoch der undankbare Platz elf. Ausgerechnet die deutsche Weltmeisterin und ehemalige KVS-Fahrerin Jennifer Bongardt fuhr dann ein total verkorkstes Rennen und katapultierte sich mit 102-Strafsekunden aus den Endlauf und „verhalf“ Ariane auf Platz zehn. Dann wurden „Ari“ aber nachträglich zwei weitere Strafsekunden aufgebrummt, womit sie hinter die Polin zurückfiel – Endlauf ade. Erneute Wende: Die Chinesin Jingjing Li kassierte nachträglich 50 Strafsekunden – „Ari“ wieder Zehnte und im Endlauf, unfassbar. Wie erging es „Vio“? Die für Österreich fahrende gebürtige Schwerterin hatte Probleme. Sie musste ein Tor neu anfahren, kämpfte sich durch und wurde „nur“ Siebte. Damit lag sie knapp sieben Sekunden hinter Platz drei, gar 13 Sekunden hinter der Führenden Slowakin Elena Kaliska zurück. Eine Medaille schon außer Sichtweite?

Aber auf dieser Strecke war alles möglich. Die Tore waren schwieriger gesteckt als im Vorlauf. An einen Rhythmus war überhaupt nicht zu denken. Die Fahrten aller Teilnehmerinnen glichen eher einem Überlebenskampf. Das Finale: Ausgerechnet das Rennen von Ariane Herde wurde vom TV-Sender ZDF-Infokanal nicht übertragen – man hielt einen südkoreanischen Bogenschützen für wichtiger. Sie kassierte zwar sechs Strafsekunden, blieb aber dennoch über fünf Sekunden unter ihrer Halbfinalzeit. Dann wurde es immer dramatischer. Der TV-Sender wieder dabei. Die Polin war zunächst besser, doch die Amerikanerin fing sich einen „Fünfziger“ ein. Dann „Vio“. Auch sie musste vier Strafsekunden hinnehmen, war aber über acht Sekunden schneller als im ersten Lauf.

Die Japanerin konnte sie schon mal hinter sich lassen und die Italienerin kam mit 154 Strafsekunden völlig frustiert im Ziel an. Aber das reichte noch nicht. Die Australierin Jacqueline Lawrence unterbot die Zeit von „Vio“, es drohte der undankbare vierte Platz.Und wieder eine faustdicke Überraschung: Ausgerechnet die Tschechin Stepanka Hilgertova, Olympiasiegerin von 1996 und 2000,  kenterte, verpasste insgesamt drei Tore und war mit 150 Strafsekunden aus dem Rennen – Bronze für „Vio“, fantastisch. Kaliska fuhr den Sieg schließlich nach Hause, verteidigte praktisch ihren Olympia-Titel von Athen, aber für Violetta Oblinger-Peters ist die olympische Medaille die Krönung ihrer Karriere nach dem Europameistertitel im Vorjahr. Und der sechste Platz von „Ari“ ist ebenfalls ein super Erfolg – Schwerte kann stolz sein auf seine Kanutinnen.  

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