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Post aus Peking: Bleifuß und Sekundenschlaf

PEKING/SCHWERTE Seit fast zwei Wochen ist Julius Wulff nun bei den olympischen Spielen in Peking. Nach den großen, faszinierenden Ereignissen der letzten Tage berichtet er nun einmal von den kleinen Dingen. Doch ein Kinderspiel ist Taxifahren in der chinesischen Hauptstadt keineswegs.

Post aus Peking: Bleifuß und Sekundenschlaf

Julius Wulff (2.v.li.) mit drei Hockey-Nationalspielern (v.li.): Moritz Fürste, Christopher Zeller und Niklas Meinert.

Das Taxi ist - verhältnismäßig - im Pekinger Straßenverkehr mit das Sicherste, was man haben kann, denn in der Rangfolge der Verkehrsteilnehmer stehen diese ganz oben, während man sich als Fußgänger unangenehmerweise genau am anderen Ende befindet. So kommt es öfter vor, dass wir 20 Cent für einen Kilometer berappen. Zur Verteidigung unserer deutschen Taxifahrer: Das Leben ist in China nun mal deutlich billiger.

Doch wie dem Taxifahrer sagen wo man hin möchte? Heute hatten wir zwar den ersten Taxifahrer, der ein wenig Englisch konnte, die meisten sprechen jedoch ausschließlich Mandarin. Man sollte meinen, dass da der Stadtplan weiterhelfen kann, dieser kann jedoch von den meisten Chinesen leider nicht gelesen werden, da dieser in lateinischer Schrift verfasst ist. Sobald man es dann doch geschafft hat, geht es auch schon los.Hupen statt blinken Noch schnell während der Fahrt das Taxameter angeschmissen, kann man sich auf Raserei und schnelle unübersichtliche Spurwechsel einstellen. Ganz wichtig dabei: Der Daumen liegt stets einsatzbereit auf der Hupe. Hier wird nicht geblinkt, sondern gehupt.

Wer glaubt es könnte nicht schlimmer kommen, sollte sich nachts ins Taxi setzen. Nach vermutlich 20 Stunden am Steuer, driftet der Wagen schon mal zwischen den Spuren hin und her und der Kopf des Fahrers neigt sich langsam, aber sicher, Richtung Lenkrad. Der angenehme Nebeneffekt: Beim Aufschlag auf das Lenkrad ist der Fahrer - vorübergehend - wieder hellwach! Bisher ist übrigens jeder von uns mehr oder weniger heil am Ziel angekommen.Julius Wulff ist Fußballer der SG Eintracht Ergste und Leichtathlet der LG Schwerte. Zum Abschluss des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), das er bei der Schwerter Turnerschaft absolvierte, ist der 20-Jährige zu den Olympischen Spielen nach Peking geflogen. Für die Ruhr Nachrichten schildert Julius Wulff exklusiv seine Olympia-Eindrücke.

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