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Post aus Peking: Dsai djiän, Beijing!

SCHWERTE/PEKING "Mettbrötchen statt Hühnerfüße", freut sich Julius Wulff nach drei Wochen Peking auf die heimische Küche. Doch die Zeit bei den Olympischen Spielen hat tiefe Eindrücke bei dem Schwerter hinterlassen. In der letzten Folge "Post aus Peking" zieht Julius Wulff noch einmal Bilanz.

von Von Julius Wulff

, 27.08.2008
Post aus Peking: Dsai djiän, Beijing!

Julius Wulff und "Poldi" und "Schweini" auf Chinesisch.

Nach drei Wochen Peking war die Antwort auf die Frage unter den Reiseteilnehmern, worauf man sich am meisten freue, meist "Mettbrötchen", "Schnitzel", "Bratkartoffeln" oder ähnliches.

Trotz des gewöhnungsbedürftigen Essens in China war für alle von uns diese Reise nicht nur eine große Erfahrung, sondern auch ein tolles Erlebnis. Angefangen bei unserer harmonischen Reisegruppe bis zur Stimmung auch unter den anderen Olympiatouristen und der Chinesen selber: Einfach klasse. Zwar hielten sich die Gastgeber beim Feiern meist vornehm zurück, wenn keiner ihrer Sportler startete, oder sie wussten einfach nicht wie man im Stadion feiert. Kein Problem: Wir gaben gerne Nachhilfe!

Land der Tugenden

Dennoch schafften die Chinesen es, dass sich Ihre Gäste trotz aller Probleme in Politik und Umwelt wohl fühlten. Große Kritik konnte der durchschnittliche Peking-Reisende auch nicht äußern, wenn er nicht wusste, dass Wanderarbeiter und Obdachlose aus dem Stadtbild gestrichen worden waren und Umweltstatistiken (75 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter in Peking, gleichzeitig 17 Mikrogramm in New York) natürlich auch nicht in der China Daily veröffentlicht wurden.

Wenn die Chinesen mit dem ihnen eigenen Nationalstolz nicht gerade in ihre eigene Fahnen gehüllt waren, trugen sie am liebsten Schwarz-Rot-Gold. Unser in China so genanntes "Land der Tugenden" ist im Reich der Mitte sehr beliebt und so sah ich am letzten Tag auch noch die Schriftzüge von "Poldi" und "Schweini" auf den mit Stolz getragenen Trikots.Schneller Abschied von den Spielen

Ansonsten hat sich die Stadt sehr schnell von den Spielen verabschiedet. Viel erinnert nicht mehr an die 16 Tage Olympische Spiele. Die Banner, die an jeder Straßenlaterne flatterten und für die Spiele warben, wurden über Nacht ausgetauscht, denn Peking freut sich jetzt auf die Paralympics. Die Olympiastraßen und die U-Bahn-Linie 8 sind nahezu verwaist. Nicht zu vergleichen mit dem Menschenmassen, die sich noch vor wenigen Tagen zu den Stadien zwängten. Stattdessen spielen hier jetzt Kinder oder fahren Inliner auf den verlassenen Straßen.

Unseren letzten Abend verbrachten wir im Hotel zwischen Hoffen und Bangen, dass alles auch wieder in den Koffer passt. Nach meist erfolgreichem Kampf gegen das beschränkte Kofferfassungsvermögen wurde unser Hotelflur zur Disco und Fußball-Arena umfunktioniert. Keine Bange, wir haben alles heile gelassen. Nach dieser langen Nacht bestiegen wir am Morgen das Flugzeug und kamen nach zehn Stunden Flug in Düsseldorf an. An dem Gepäckband am Flughafen beendete unsere Gruppe gemeinsam das Abenteuer Peking mit einer letzten zünftigen "Humba". Dsai djiän, Beijing! Auf Wiedersehen, Peking!Julius Wulff ist Fußballer der SG Eintracht Ergste und Leichtathlet der LG Schwerte. Zum Abschluss des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), das er bei der Schwerter Turnerschaft absolvierte, ist der 20-Jährige zu den Olympischen Spielen nach Peking geflogen. Für die Ruhr Nachrichten schilderte Julius Wulff exklusiv seine Olympia-Eindrücke. Mittlerweile ist Wulff wohlbehalten wieder zu Hause. Somit endet sein Olympia-Tagebuch mit dem heutigen Beitrag.

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