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Post aus Peking: Inszenierte Jubelschreie für das Staatsoberhaupt

PEKING / SCHWERTE "Wieder einmal haben 'die besten Spiele aller Zeiten' begonnen. Die Euphorie bei den Chinesen ist ungebrochen, doch die Begeisterung für die ausländischen Fans und das immer wieder zu hörende 'Welcome in Beijing' kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch - oder gerade - bei der Eröffnungsfeier nicht alles so glamourös verlief, wie es auf erstem Blick erschienen sein mag." Julius Wulff aus Schwerte war Augenzeuge und beschreibt es in seiner "Post aus Peking".

von Von Julius Wulff

, 10.08.2008
Post aus Peking: Inszenierte Jubelschreie für das Staatsoberhaupt

Julius Wulff in mitten zweiter brasilianischer Olympia-Touristen. Der Schwerter wurde während der Eröffnungsfeier eingesperrt.

Zwar zeigten sich die japanischen Sportler solidarisch, indem sie sowohl mit ihrer eigenen als auch der chinesischen Flagge ins Olympiastadion einliefen, doch wurde die Eröffnungsfeier gerade an den Public-Viewing Plätzen zu innenpolitischen Propagandazwecken missbraucht.

Ganz offensichtlich wurde hier ein Team von Sympathisanten der Regierung angeheuert, das jedes Mal, wenn das Staatsoberhaupt zu sehen war, in Jubelschreie ausbrach und die Menge mitriss.

Nachdem ich wegen der Hitze mit Sandra, einer Freundin, Getränke holen war und wir wieder zur Gruppe zurück wollten, wurden wir aus dem Hühnchen-Schnellimbiss nicht mehr hinaus gelassen. Grund: Der Platz war zu voll. Dieser kam nämlich von der Größe her leider nicht annähernd an den Dortmunder Friedensplatz heran, was für halb Peking natürlich nicht reichte. Zu "unserer eigenen Sicherheit" In Folge dessen wurden wir zu "unserer eigenen Sicherheit", wie wir mitgeteilt bekamen, eingesperrt. Ein Hinauskommen war sowieso nicht möglich, denn die ersten Gesichter klebten schon an der Glastür.

Nach einer guten Stunde - unsere Gruppe hatte wegen der unvorstellbaren Enge den Platz zum Teil schon verlassen - konnten wir dann endlich mit Polizeihilfe das Restaurant verlassen und verfolgten aus sicherer Entfernung den Rest der Feier.

Nur für Auserwählte zugänglich Das anschließende Feuerwerk am "Platz des Himmlischen Friedens" konnten wir leider ebenfalls kaum verfolgen, da dieser nur für einige, wenige Auserwählte zur Verfügung stand.

Dennoch: Eine beeindruckende Feier!Julius Wulff ist Fußballer der SG Eintracht Ergste und Leichtathlet der LG Schwerte. Zum Abschluss des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), das er bei der Schwerter Turnerschaft absolvierte, ist der 20-Jährige zu den Olympischen Spielen nach Peking geflogen. Für die Ruhr Nachrichten schildert Julius Wulff exklusiv seine Olympia-Eindrücke.

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