Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Robin Przybilla braucht noch Zeit

Werner SC

Zum Werner SC kam Robin Przybilla kurz vor Toreschluss aus der Oberliga. Jetzt stand er das erste Mal in der Startelf und knipste sofort. Bei 100 Prozent ist er noch lange nicht.

Werne

, 10.09.2018
Robin Przybilla braucht noch Zeit

Robin Przybilla (l.) feierte am Sonntag sein Startelf-Debüt. Nach Vorarbeit von Marvin Stöver musste er den Ball nur noch einschieben. © Helga Felgenträger

Als der Werner SC zwei Wochen vor Saisonstart die Verpflichtung von Robin Przybilla bekannt gab, bedachten die Verantwortlichen den Stürmer mit reichlich Vorschusslorbeeren. „Eine echte Granate“, nannte ihn Thomas Overmann, Fußball-Chef des WSC. Trainer Lars Müller sprach davon, dass der 19-Jährige für den Landesligisten „eine echte Verstärkung darstellen wird“.

Auch Kurtlus Öztürk, der Przybilla von der Hammer SpVg in die Heimat zurückgeholt hat, lobte ihn überschwänglich. Doch der Start verlief holprig – für Przybilla und den WSC. Urlaubsbedingt verpasste der gebürtige Werner den Pflichtspielauftakt in Gemen, konnte erst Mitte August den Trainingsbetrieb aufnehmen. Schnell war klar, dass Przybilla noch Zeit brauchen würde.

Jokerrolle

Sein Debüt feierte der 19-Jährige am zweiten Spieltag gegen den TuS Altenberge, wo er nach 76 Minuten für den platten Jussef Saado eingewechselt wurde. Auch in den folgenden Spielen durfte er lediglich als Joker ran. Przybilla, der in der vergangenen Saison Oberliga-Luft schnuppern durfte, scharrte zwar mit den Hufen, doch bewertete die Situation realistisch. „Was die Fitness betrifft, bin ich erst bei 70 oder 80 Prozent. Ich respektiere die Entscheidung des Trainers“, so Przybilla.

Am Sonntag schlug nun seine Stunde. Weil Jussef Saado für zwei Wochen im Urlaub weilt, rotierte der 19-Jährige in die Startelf. Zwar sorgte er nach einer halben Stunde aus kurzer Distanz für die WSC-Führung, aber es war unübersehbar, dass Przybilla von seiner Bestform noch ein Stück entfernt ist. Wie auch die anderen Offensivkräfte hatte er wenig gelungene Aktionen in der gegnerischen Hälfte. Am Einsatz lag es aber definitiv nicht. Fleißig arbeitete er als erster Verteidiger gegen den Ball und hatte damit seinen Anteil an der überzeugenden ersten Halbzeit.

Soll erfüllt

Nach der Partie gab sich der 19-Jährige selbstkritisch. „Es war ein durchwachsenes Spiel. Vor allem in der zweiten Halbzeit war es für mich als Stürmer, der den Ball festmachen soll, nicht einfach. Ich hatte kaum noch Ballaktionen“, so Przybilla. „Durch das Tor habe ich wenigstens etwas von meinem Soll erfüllt.“

Auch Lars Müller zog ein gemischtes Fazit: „Man merkt, dass er viel kann und echt gut ist, aber man sieht auch, dass noch etwas fehlt.“ Deshalb sei es für den Nachwuchsstürmer wichtig, weiter an sich zu arbeiten. „Neben der Fitness fehlt ihm auch noch Spielpraxis. Aber er ist auf einem guten Weg“, so der WSC-Coach. Keinen Hehl macht er aber daraus, dass nur die Abwesenheit von Jussef Saado für den Startelfeinsatz gesorgt hat: „Um ins Team zu rücken muss man auch das Glück haben, dass es bei einem anderen Spieler nicht so gut läuft. Jussef war aber in einer guten Form und hätte deshalb gespielt.“

Dauerhaft in Startelf

In den nächsten Wochen will sich Przybilla weiter aufdrängen, um zeitnah dauerhaft in der ersten Elf zu stehen. „Klar ist es meine Ambition, zu spielen. Ich komme aus einer höheren Liga und bin nicht hier her gekommen, um hier hobby-mäßig zu kicken“, gibt sich Przybilla selbstbewusst. Auf welcher Position in der offensiven Dreierreihe ist dabei egal: „Ich fühle mich im Sturmzentrum genauso wohl, wie auf den Außenbahnen.“

Auch am Sonntag gegen den SuS Stadtlohn wird Saado noch fehlen. Die nächste Chance für Przybilla? Lars Müller will zwar keine Garantien aussprechen, sagt aber generell zum Konkurrenzkampf im Kader: „Im Fußball kann es schnell gehen. Wenn Robin gegen Stadtlohn ein überragendes Spiel machen sollte, könnte es passieren, dass ich ihn im nächsten Spiel gar nicht rauslassen kann.“ Noch spricht Müller jedoch im Konjunktiv.

Lesen Sie jetzt