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Schwarzes Granulat könnte krebserregend sein

Fußball: Kunstrasenplätze

Die Niederlande sind in Aufruhr. Der Grund: Das schwarze Granulat auf den Kunstrasenplätzen könnte krebserregend sein. Rund 30 Fußball-Amateurspiele wurden im Nachbarland bereits abgesagt – der Verband will die Plätze untersuchen. Auch die Plätze des SV Herbern und des Werner SC sind mit Granulat bestreut, allerdings nur einer mit schwarzem.

WERNE

, 13.10.2016

Nach dem TV-Bericht „Gefährliches Spiel“ des niederländischen Journalisten Roelof Bosma seien in den Niederlanden von 3000 Kunstrasenplätzen rund 90 Prozent mit krebserregendem Granulat bestreut. Denn die schwarzen kleinen Körnchen werden aus alten Autoreifen hergestellt. Diese enthalten Weichmacher-Öle, die mit polyzyklischen aromatischen Kohlenstoffen (PAK) versehen sind.

Und genau diese sind das Problem, da sie im Verdacht stehen, krebserregend sein zu können. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, wie der menschliche Körper PAK aufnehmen kann: Auf der einen Seite können kleinste Teilchen eingeatmet werden, auf der anderen Seite könnten sie bei einer Wunde über die Haut aufgenommen werden.

„Über dieses Problem haben wir uns Gedanken gemacht, als wir den Platz erneuert haben“, sagt Jürgen Steffen, Vorsitzender des SV Herbern. Der neue Platz (eingeweiht Ende Juni) hat eine ganz andere Struktur als sein Vorgänger: „Der alte Platz war glatt, da lag das Granulat oben auf, der neue hat eine krause Struktur“, sagt Steffen, dadurch liege das Granulat des alten Platzes tiefer und man benötige deutlich weniger – „mindestens ein Drittel“, sagt er.

Die restlichen Körner des alten Platzes würden zum Nachfüllen bereitstehen. Bei dem Neubau habe man auch überlegt, grünes Granulat auszulegen, doch das hätte den Verein weit über 40.000 Euro mehr gekostet. Der Hersteller Polythan, der die Plätze in Werne und Herbern mitgebaut hat, wehrt sich gegen die aktuellen Vorwürfe: „Sämtliche bisher von unabhängigen Regierungsstellen, Gesundheitsbehörden und Forschungsinstituten in Auftrag gegebene Studien besagen, dass keine erhöhte Gesundheitsgefährdung durch die in Einfüllgranulaten enthaltenen PAKs besteht“, sagte Marketingleiter Tobias Müller kürzlich.

„Bei uns war die Diskussion noch nie ein Thema“, sagt Thomas Overmann, Vorsitzender des Werner SC. Denn auf dem städtischen Platz, der 2009 gebaut wurde, „liegt EPDM-Granulat, das ist auf Kreidebasis“, sagt Norbert Hölscher vom Sportamt der Stadt Werne. Das grüne Granulat, auch technischer Gummi genannt, „wurde 2009 bewusst gewählt“, sagt er. Allerdings sei es im Preis auch etwas teurer als die Körner aus Altreifen.

Jährlich werde der Platz somit mit rund einer Tonne Quarzsand und knapp 1,2 Tonnen Granulat aufgefüllt, welches über die Firma Polythan bestellt wird. „Die Lieferung kostet uns dann um die 2000 Euro“, sagt er. Pro Jahr gebe es durchschnittlich zwei Pflegedurchgänge, in denen die neuen Schichten aufgetragen würden.