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Sportstätten: "Nicht mit Scheuklappen"

CASTROP-RAUXEL Drei Jahre nach dem Startschuss zum Sportstätten-Entwicklungskonzept hat der Rat des Stadt Castrop-Rauxel am Donnerstag einen ersten Beschluss gefasst. Über die Zukunft der heimischen Sportplätze sprach Sportredakteur Carsten Loos mit Ulrich Romahn (SPD), dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes (SSV).

von Von Carsten Loos

, 12.12.2007
Sportstätten: "Nicht mit Scheuklappen"

Oberster Sportler in Castrop-Rauxel: Ulrich Romahn (rechts), Vorsitzender des Stadtsportverbandes, hier beim Stadtforum für den Senioren-Sport.

Es ist in den letzten Monaten viel über die heimischen Sportplätze geredet worden, vor und auch noch nach der Abstimmung im Rat der Stadt in der letzten Woche. Dröseln Sie doch bitte noch einmal den Beschluss auf. Was hat der Rat der Stadtverwaltung als Aufgabe mit auf den Weg gegeben?Romahn: Ganz einfach - die Stadtverwaltung soll jetzt Kosten ermitteln. Kosten sowohl für eine kleine als auch für eine große Lösung am Gänsebusch. Aber auch für den Sportplatz an der Uferstraße im jetzigen Bestand mit einer neuen Anlage für Diskus- und Speerwurf auf der Wiese hinter der Franz-Hillebrand-Hauptschule. Außerdem sollen die Sanierungskosten für die Anlagen in Rauxel, Frohlinde und Henrichenburg ermittelt werden sowie die Betriebskosten der am Ende verbleibenden neun oder zehn Sportplätze.

Aus dem Arbeitskreis Sportstätten-Entwicklungskonzept war zu hören, dass mal die große Lösung, dann aber auch wieder die kleine Lösung für den Gänsebusch favorisiert worden ist.Romahn: Man kann nicht sagen, dass der Arbeitskreis die große Lösung favorisiert hat. Die Stadtverwaltung hat diese Lösung vorgeschlagen und wollte sie mit dem Verkauf der Kampfbahn Habichthorst und des Sportplatzes an der Uferstraße finanzieren. Der Arbeitskreis hat aber darauf bestanden, dass der Sportplatz an der Uferstraße nicht verkauft werden kann. Schließlich steht im Sportstätten-Entwicklungskonzept, wie wichtig der ist. Letztlich hat der SSV die kleine Lösung ins Gespräch gebracht, die finanzierbar erscheint.

Im Betriebsausschuss ist bemängelt worden, dass der Vorschlag des Arbeitskreises Sportstätten-Entwicklung genug in der Vorlage der Stadtverwaltung gewürdigt worden sei. Warum ist der Kompromiss aus dem Arbeitskreis nicht im Vorfeld veröffentlich worden?Romahn: Unser Ziel war es, den Kompromiss zunächst mit den Vereinen zu besprechen. Das Chaos ist letztlich dadurch entstanden, dass die Habinghorster CDU plötzlich die Uferstraße verkaufen wollte, und dann die Ickerner CDU den Verkauf des VfB-Platzes im Zusammenhang mit dem Eon-Gelände ins Gespräch gebracht hat.

In den letzten Wochen haben sich in Gesprächen mit den Habinghorster Vereinen gerade ihre Parteigenossen, Bürgermeister Johannes Beisenherz und der Stadtverbandsvorsitzende Frank Schwabe, für eine große Lösung am Gänsebusch mit zwei Fußballfeldern stark gemacht.Romahn: Dazu müssten Sie schon beide selbst fragen. Meine Meinung ist, dass man das nur machen kann, wenn diese Lösung finanzierbar ist. Schließlich müssen auch noch andere etwas vom Kuchen abbekommen: Die Plätze in Rauxel, Frohlinde und Henrichenburg müssen noch zehn Jahre halten, ehe der für 2018 oder 2019 vorher gesagte demografische Wandel einsetzt. Man darf nicht mit Scheuklappen denken.

Sie haben im Betriebsausschuss aber schon davon gesprochen, dass die Vereine aus Rauxel oder Pöppinghausen möglicherweise an den Gänsebusch umziehen müssen. Wäre es da nicht richtig, sich für die große Lösung zu entscheiden?Romahn: Die Plätze in Rauxel und Pöppinghausen sollen ja noch zehn Jahre halten. Das Einzugsgebiet am Gänsebusch spricht jedoch in der Tat für eine große Lösung. Aber noch nicht jetzt; das sieht man in den Belegungsplänen. In zehn Jahren ist das kein Problem mehr. Dann hätte der Gänsebusch riesige Möglichkeiten als Sportzentrum. Da gibt es ja jetzt schon Fußball, Tennis und das Vereinsgelände des TB Rauxel. Man könnte dort auch einen Standort für den Sport mit Älteren entwickeln.

"Ein sanierter Platz an der Uferstraße ist keine Konkurrenz zum Stadion"

Zum Sportplatz an der Uferstraße. Kann sich eine Stadt wie Castrop-Rauxel zwei Anlagen mit einer 400-m-Rundlaufbahn erlauben?Romahn: An der Uferstraße geht es ja nur um eine einfache Trainingsmöglichkeit, die vom TuS Ickern, der Sportabzeichengruppe oder dem Lauftreff gewünscht wird, also um keine Wettkampfanlage wie im Stadion. Man muss bedenken, dass die Hauptschule an der Uferstraße ausgebaut werden soll, dass die Marktschule schon jetzt vierzügig ist und etwa beim Sportabzeichen-Wettbewerb immer die größten Teilnehmerzahlen stellt. Ein sanierter Platz an der Uferstraße ist keine Konkurrenz zum Stadion.

Sie haben im Betriebsausschuss angeregt, mit den Vereinen zu sprechen, welche Unterhalts-Aufgaben sie auf den Sportplätzen übernehmen können - und haben auf Nutzungsgebühren verwiesen. Sehen Sie die Gefahr, dass über kurz oder lang Nutzungsgebühren für die Sportplätze eingeführt werden?Romahn: Ich sehe da keine Gefahr. Aber wir wollen, dass die Vereine mit anpacken. Nehmen wir etwa die Erin-Kampfbahn. Dort hat sich Wacker Obercastrop verpflichtet, bestimmte Aufgaben in der Unterhaltung der Sportanlage zu übernehmen. Nutzungsgebühren darf es nicht geben. Wir haben 16.000 Sportler in Castrop-Rauxel - die leisten einen Beitrag für die Gesellschaft.

Zum Schluss noch dies: Die Weihnachts-Feiertage stehen vor der Tür. Haben Sie als SSV-Vorsitzender einen sportlichen Tipp für diese Zeit für die Castrop-Rauxeler Bürger?Romahn: Vielleicht sollten sie einmal bei der Hallen-Stadtmeisterschaft der Fußballer vorbei schauen. Die wird in der Europahalle bestimmt ein großes Event.

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