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Werner SC will es nicht mehr so spannend machen

Fußball Landesliga 4

Eine turbulente Saison liegt hinter dem Werner SC, an deren Ende der glückliche Klassenerhalt stand. Zum Saisonstart hofft man beim WSC, wieder in ruhigere Fahrwasser zu geraten.

Werne

, 10.08.2018
Werner SC will es nicht mehr so spannend machen

Joel Simon (l.) erwartet eine ähnlich umkämpfte Partie gegen Westfalia Gemen wie hier am drittletzten Spieltag der Vorsaison. © Foto Helga Felgenträger

Es war ein Kraftakt, an dessen Ende der glückliche Klassenerhalt in der Landesliga stand: Am letzten Spieltag gewann den Fußball-Landesligist Werner SC mit 3:1 gegen Meister Borussia Emsdetten– und musste dann auf frohe Kunde aus Burgsteinfurt warten. Und die kam. Coesfeld, das schon im Vorfeld als Absteiger feststand, erzielte in der 89. Minute das 1:1 gegen Burgsteinfurt und hielt damit Werner in der Klasse. Auf diese Spannung würden die Werner in dieser Saison gerne verzichten. Wir haben uns das Team von Trainer Lars Müller genau angeschaut.

Kommen & Gehen

Frühzeitig war klar, dass der WSC für die Spielzeit 18/19 seinen Kader personell aufrüsten muss. Doch die Unklare Situation in der Liga – Klassenerhalt oder Abstieg – erschwerte die Spielersuche. Im Hintergrund wurde Ex-Coach Kurtulus Öztürk tätig, der trotz seiner Tätigkeit als Co-Trainer bei Preußen Münster gleich mehrere Deals für Werne einfädelte. Sein ausgezeichnetes Netzwerk nutze er, um hochbegabte Nachwuchsspieler an seinen Heimat-Klub zu vermitteln. Die Verpflichtungen vom Defensivspezialisten Zoran Martinovic (20) und von Offensivspieler Robin Przybilla (19) sind nicht nur eine Investition in die Zukunft. Die beiden oberligaerfahrenen Spieler sind als Soforthilfe eingeplant. Die soll auch Joo Seung Oh darstellen. Der 26-Jährige kommt aus der Westfalenliga von Westfalia Wickede nach Werne. Der defensive Mittelfeldspieler hat in den Testspielen gezeigt, dass er mit seiner Zweikampfstärke und Übersicht dem Team guttut. Jawad Foroghi (Westfalia Rhynern II) und Colin Lachowitz (SV Herbern A-Jugend) komplettieren den Kreis der Neuzugänge. Damit sind die Abgänge von Dennis Klossek (Hammer SpVg), Pascal Harder (Spielertrainer GS Cappenberg) und Lukas Manka (SuS Kaiserau) mehr als kompensiert.

Die aktuelle Form

Trainer Lars Müller war während der Saisonvorbereitung nicht wirklich zu beneiden. Zahlreiche Spieler fehlten ihm urlaubs- oder verletzungsbedingt über einen langen Zeitraum in der Vorbereitung. Neuzugang Robin Przybilla weilt noch im Urlaub und wird erst in der nächsten Woche richtig ins Training einsteigen. Wirklich zueinanderfinden konnte das Team bisher noch nicht. Deshalb spricht auch Lars Müller von einer „sehr durchwachsenen Vorbereitung, die uns nicht zufriedenstellt“. Die Testspiele verliefen entsprechend wechselhaft. Zuletzt gelangen gegen Westfalia Wethmar (Testspiel) und TuS Saxonia Münster (Pokal) zwei Siege, gegen Neu-Bezirksligist IG Bönen (Test) verlor der WSC 1:2. Wenig erfreulich war auch das Abschneiden beim eigenen Volksbank-Cup. Die 0:4-Klatsche im Halbfinale gegen A-Ligist SG Massen war allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass Lars Müller gleich 13 (!) Akteure nicht zur Verfügung standen.

Der Auftaktgegner

An Westfalia Gemen haben die Werner gute Erinnerungen. Zwei Spieltage vor Schluss gelang dem WSC mit einem 3:2-Erfolg ein entscheidender Schritt in Richtung Klassenerhalt. In einer hochdramatischen Partie drehte das Team von Lars Müller einen 1:2-Rückstand in der Schlussphase durch die Tore von Pascal Harder (73.) und Yannick Lachowicz (87.). Auch die Hinrunden-Partie entschied der WSC für sich. Ein Doppelpack von Jannik Prinz reichte für einen 2:0-Erfolg in Gemen. In der Endabrechnung landete die Westfalia allerdings dennoch drei Plätze vor dem Werner SC. Am Sonntag (Anpfiff 15 Uhr, Coesfelder Straße 17, Borken) erwartet Trainer Lars Müller ein ausgeglichenes Match: „Ich sehe Gemen gut gerüstet. Es wird gleich ein knackiges Spiel zum Auftakt. Auch, weil ich sie wieder als Mitkonkurrent um den Klassenerhalt sehe.“

Saisonziele

Lars Müllers sieht seine Mannschaft und sich trotz der holprigen Vorbereitung für die anstehenden Aufgaben gerüstet, spricht aber gleichzeitig von einer „Überraschungsgeschichte in dieser Liga“. „Die vergangene Saison hat gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann“, so der WSC-Coach. Der Klassenerhalt bleibt deshalb das einzig erklärte Ziel. Gerne auch mit weniger Dramatik als in der letzten Saison. Oder etwa nicht? „Wenn es gut geht, macht es auch Spaß“, sagt Lars Müller und lacht.

Die Personalsituation

Die Urlauber sind zurück, einige Verletzte ebenfalls. Trotzdem geht der WSC nicht ohne Sorgen in das erste Saisonspiel. Mit Kapitän Chris Thannheiser, Mittelfeldspieler Mondrian Runde, Innenverteidiger Niklas Link und Torhüter Sebastian Treppe fallen vier potenzielle Stammspieler sicher aus. In Ersatz-Kapitän Joel Simon steht ein weiterer auf der Kippe. Er hat noch mit den Folgen einer ausgekugelten Schulter zu kämpfen. „Ich gehe davon aus, dass es reicht“, sagt der Spieler selbst. Neuzugang Robin Przybilla hat zwar das erste Mal mit der Mannschaft trainiert, ist am Sonntag aber privat verhindert.

Das sagt Ersatz-Kapitän Joel Simon

„Die Vorbereitung war kein Traum, aber wir haben Gemen letzte Saison zwei Mal geschlagen. Ich hoffe, dass wir dieses Mal wieder die drei Punkte mit nach Hause nehmen. Unser primäres Ziel muss es sein, so früh wie möglich die Klasse zu sichern. Auf die Dramatik am Ende kann ich sicher verzichten. Auch wenn es uns als Team zusammen geschweißt hat.“