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Wie Vereine und Spieler mit dem Ramadan umgehen

Fußball

Die Amateur-Fußballer der Europastadt reagieren gelassen auf die Entscheidung des Zentralrats der Muslime in Deutschland: Fußball-Profis dürfen den Fastenmonat Ramadan in die spielfreie Zeit verschieben, um während der Saison die volle Leistung bringen zu können.

CASTROP-RAUXEL

von Christian Püls

, 19.08.2010
Wie Vereine und Spieler mit dem Ramadan umgehen

Fasten während der Spielzeit? Für einige muslimische Fußballer eine Frage des Glaubens.

Begehrlichkeiten bei den Amateuren hat diese Nachricht aber offenbar nicht geweckt. „Uns trifft der Ramadan nicht so hart, nur einige Spieler fasten.“, berichtet Peter Wach, Trainer beim A-Kreisligisten SV Yeni Genclik. Bei Mondaufgang würden einige seiner Spieler eine kurze Trainingspause einlegen, um zu essen und zu trinken, berichtet der Übungsleiter. „90 Minuten Fußball, ohne Wasser, das ist eine harte Nummer“, räumt Wach ein. Wenn ein Spieler sich aufgrund des Fastens nicht wohl fühlt und daher dem Training fern bleibt, zeigt sich der Coach – nach eigener Aussage – verständnisvoll. „Jeder muss mit dem Fasten umgehen, wie er damit umgehen möchte“, meint Wach.

„Das muss jeder Spieler für sich selbst entscheiden“, meint auch Klaus Holzner, zweiter Vorsitzender des B-Kreisligisten SV Dingen, zum Fasten während des Spielbetriebs. Zwei seiner vier muslimischen Akteure fasten derzeit und würden sich wohl auch von der Option der Profis kaum beeindrucken lassen, meint der SVD-Funktionär. Die Mannschaft akzeptiere das, „das sind wir gewohnt“, sagt Holzner: „Zum Glück ist es ja derzeit nicht so heiß, die Fastenden dürfen ja auch nichts trinken.“ Die Mannschaft gehe respektvoll mit dem religiösen Verzicht ihrer Teamkameraden um: „Es ist keinesfalls so, dass ihnen dann andere Spieler mit Essen vor der Nase herumwedeln“, erklärt der zweite Vorsitzende. Ahmet Köksal, Fußballer bei Inter Castrop (Kreisliga C), meint ebenfalls, dass in dieser Frage jeder Sportler seinen persönlichen Entschluss fassen muss. Die Entscheidung des Muslimischen Zentralrates begrüßt er dennoch: „Profis müssen Leistung bringen dürfen.“

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