Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die CDU in Lünen möchte den „Kanzler der Einheit“ ehren und beantragt im Stadtrat deshalb einen „Helmut-Kohl-Platz“. Den passenden Ort haben die Christdemokraten auch schon gefunden - allerdings gibt es nicht nur politische Hürden.

Lünen

, 03.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Nicht nur die Historiker streiten, wie die Person Helmut Kohl letztlich einzuordnen ist. Selbst in der CDU sind die Meinungen über den Kanzler, der die Deutsche Einheit herbeiführte, aber im Zuge der Spendenaffäre auch den Ehrenvorsitz der Christdemokraten niederlegte, gespalten.

Europa ohne Grenzen

Auch die Lüner CDU-Fraktionschefin Annette Droege-Middel weiß: „Zum Ende seiner Amtszeit hat Helmut Kohl sicher kein glückliches Händchen bewiesen.“ Die Weigerung Kohls, Licht ins Dunkel der schwarzen Kassen bei den Christdemokraten zu bringen, hat sein politisches Vermächtnis nachhaltig beschädigt. Doch für die Lüner CDU überwiegt eindeutig jene Leistung, die Kohl 1998 schließlich den Titel „Ehrenbürger Europas“ einbrachte: „Dank seinem Einsatz für die Deutsche Einheit leben wir heute in einem Europa ohne Grenzen“, sagt Annette Droege-Middel.

Ihre drei Kinder seien nach 1989 geboren und würden Europa gar nicht mehr anders kennen. „Erst als wir einmal in Russland waren, haben sie erlebt, was Grenzkontrollen bedeuten können.“ Gerade in Zeiten, in denen die Freiheit von Rechtspopulisten immer öfter in Frage gestellt werde, sei es wichtig, auf die Leistung Helmut Kohls für Deutschland und Europa hinzuweisen.

Belebter und beliebter Platz

Und genau deshalb möchte die CDU den Vorplatz des Heinz-Hilpert-Theaters in „Dr.-Helmut-Kohl-Platz“ umbenennen. Derzeit firmieren das Theater sowie der angrenzende Hansesaal noch unter der Adresse „Kurt-Schumacher-Straße“. Der Aufwand einer Umbenennung hält sich nach Meinung des Stadtverband-Vorsitzenden Günter Langkau jedoch in Grenzen: „Bis auf den Hansesaal sind das ausschließlich städtische Einrichtungen, die ihren Briefkopf ändern müssen.“

Bekommt Lünen demnächst einen Helmut-Kohl-Platz?

Der Platz vor dem Heinz-Hilpert-Theater trägt derzeit noch keinen Namen. © Daniel Claeßen

Außerdem sei der Theatervorplatz ein Ort, der sowohl von Lünern als auch von auswärtigen Gästen stark frequentiert werde. „Wir halten es deshalb auch mit Blick auf zahlreiche Lüner Straßen und Plätze, die nach SPD-Politikern benannt sind, für absolut angemessen, Helmut Kohl mit diesem Platz zu würdigen“, so Langkau.

Der Kanzler selbst hat Lünen übrigens nie besucht - im Gegensatz zum Beispiel zu Konrad Adenauer (CDU) und Willy Brandt (SPD), die allerdings vor ihrer Kanzlerschaft in der Lippestadt zu Gast waren. Für die Lüner CDU ist das kein Hindernis: „Es muss ja nicht immer ein persönlicher Bezug zur Stadt bestehen“, findet Annette Droege-Middel.

Ratssitzung am 11. Oktober

Den Antrag auf Umbenennung des Platzes hat die CDU bereits auf den Weg gebracht. Somit könnte er bereits in der nächsten Ratssitzung am 11. Oktober auf der Tagesordnung stehen.

Lesen Sie jetzt