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Innovatherm plant Millioneninvestition an der Frydagstraße

rnKlärschlamm-Anlage

Innovatherm ist spezialisiert auf die Verbrennung von Klärschlamm. Mit Hilfe einer neuen Anlage könnte das bald noch effektiver geschehen. Aus der Asche soll mehr Phosphor gewonnen werden.

Lünen

, 06.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Lüner Innovatherm GmbH will sich mit einer Millioneninvestition fit für die Zukunft machen: Das Unternehmen plant den Bau einer Klärschlamm-Trocknungsanlage auf seinem Firmengelände an der Frydagstraße. Das Investitionsvolumen liegt den Angaben zufolge zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Der Genehmigungsantrag für den Bau der Anlage wird zurzeit von der Bezirksregierung Arnsberg geprüft. Gibt Arnsberg grünes Licht, soll es mit dem Bau in der zweiten Jahreshälfte 2019 losgehen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2020 geplant.

Innovatherm plant Millioneninvestition an der Frydagstraße

Innovatherm-Geschäftsführer Falko Lehrmann in seinem Büro auf dem Firmengelände an der Frydagstraße. © Storks

Wie Innovatherm-Geschäftsführer Falko Lehrmann (61) am Mittwoch (5.) im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, soll es zu dem Projekt am Mittwoch, 12. Dezember, ab 19 Uhr eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit geben. Veranstaltungsort ist die Lichthalle des Lüntec-Technologiezentrums Lünen in Brambauer. Außerdem sollen die Ratsfraktionen in den kommenden Wochen über das Vorhaben detailliert informiert werden.

Innovatherm wurde 1997 gegründet und ist über die Betrem Emscherbrennstoffe GmbH (Bottrop) zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der Emschergenossenschaft (Essen).

Zusätzliche Arbeitsplätze

Für Innovatherm, den - nach eigenen Angaben - Betreiber von Deutschlands größter Klärschlamm-Verbrennungsanlage mit einem Jahresumsatz von 12 bis 14 Millionen Euro arbeiten 36 Menschen. „Mit der neuen Anlage werden weitere 8 Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Geschäftsführer Lehrmann weiter.

Gearbeitet wird bei Innovatherm rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, im Vier-Schicht-Betrieb. Mit Ausnahme von vier Wochen, in denen die Anlage komplett überholt wird. Pro Jahr verwertet oder beseitigt das Unternehmen rund 250.000 Tonnen Klärschlamm für kommunale und industrielle Kunden. Dazu zählt auch die Kläranlage Lünen-Sesekemündung.

Gesetzliche Vorgaben

Der Bau der geplanten Trocknungsanlage kommt nicht ungefähr. Falko Lehrmann: „Die neue Klärschlammverordnung schreibt bis auf wenige Ausnahmen ab 2029 die Rückgewinnung des in den kommunalen Klärschlämmen enthaltenen Phosphors zwingend vor. Darauf wollen wir uns vorbereiten.“ Um diese Rückgewinnung so wirtschaftlich wie möglich durchführen zu können, sagte Lehrmann weiter, „ist eine Verdünnung der Klärschlammasche mit anderen phosphorarmen Aschen möglichst zu vermeiden“.

Im Klartext: Mit der Trocknungsanlage soll dem Klärschlamm künftig so viel Wasser wie möglich entzogen werden, um damit den Heizwert zu erhöhen - ohne Zugabe von zum Beispiel Heizöl oder Kohle, wie das bislang passiert. Am Ende des gesamten Prozesses soll dann deutlich mehr Phosphor zur Wiederverwertung zur Verfügung stehen - Stichwort Kreislaufwirtschaft.

An Platz für die geplante Trocknungsanlage - 50 Meter lang, 40 Meter breit, 20 Meter hoch - mangelt es auf dem 62.000 Quadratmeter großen Firmengelände nicht. Sie soll direkt neben der Verbrennungsanlage entstehen. Über Förderbänder gelangt der zunächst getrocknete Klärschlamm in die Verbrennungsanlage.

Übrigens: Schon jetzt wird der bei der Verbrennung der Klärschlämme entstehender Dampf über eine Turbine in elektrische Energie, sprich Strom, umgewandelt. Den nutzt nicht nur Innovatherm für seine Anlage, der größte Teil wird nach Angaben von Falko Lehrmann in das Stromnetz der Stadtwerke Lünen eingespeist.

Innovatherm plant Millioneninvestition an der Frydagstraße

Falko Lehrmann: „Der bei der Verbrennung des Klärschlamms anfallende Dampf wird über eine Gasturbine in Strom umgewandelt.“ © Storks

Verkehrsgutachten liegt schon vor

Weil davon auszugehen ist, dass mit der Trocknungsanlage künftig auch mehr Klärschlamm per Lkw angeliefert wird, hat Innovatherm ein externes Ingenieurbüro mit der Begutachtung des Verkehrsflusses rund um die Anlage an der Brunnen-/Frydagstraße beauftragt. Die Ergebnisse liegen Arnsberg ebenfalls vor. Unter der Annahme, sagte Lehrmann, dass „die Zahl der Transportbewegungen von 50 auf 90 Lkw pro Woche steigen, ergeben sich laut Gutachten keine spürbaren Veränderungen oder Verschlechterungen der Verkehrsverhältnisse“. Auch hierzu gibt es nähere Informationen bei der Infoveranstaltung am Mittwoch (12.) im Lüntec.

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