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Seit 93 Jahren gibt es das Seeferienheim der Evangelischen Kirche auf der Insel Juist. Jetzt soll das beliebte Angebot deutlich reduziert werden. Dagegen wehren sich Stammgäste aus Lünen.

Lünen

, 16.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Annette Brunk aus Brambauer kennt das Seeferienheim auf Juist seit ihrer Kindheit, ist einer der Stammgäste der Einrichtung. Mit dem Kindergarten fuhr sie als Fünfjährige zum ersten Mal auf die Nordsee-Insel. Danach war sie mit Jugend- und Konfirmanden-Gruppen dort. Jetzt kämpft sie dagegen, dass der Evangelische Kirchenkreis Dortmund, zu dem Lünen gehört, Teile des Seeferienheims verkaufen will. Damit würde das Angebot für Familien und Gruppen deutlich reduziert.

Evangelische Jugend war oft zu Gast

Traurig über die Pläne sind auch die Verantwortlichen der Evangelischen Jugend Lünen. Juist und das Seeferienheim waren jahrelang beliebte Ziele für Kinder-Ferienfreizeiten im Sommer. Auch in diesem Jahr geht es wieder nach Juist. Zum ersten Mal allerdings ist die Freizeit nicht ausgebucht. Dirk Berger, hauptamtlicher Jugendmitarbeiter, glaubt allerdings nicht, dass das an der Diskussion über die Zukunft des Hauses liegt.

Lüner Stammgäste kämpfen für Einrichtung der evangelischen Kirche

Jürgen Kleinschmidt, Annette Brunk und Irmgard Gruppe machen sich für den Erhalt des Seeferienheims stark. © Volmerich

„Die Lage des Seeferienheims ist toll, mitten in den Dünen mit Direktzugang zum Meer. Und gleichzeitig auch nicht weit vom Zentrum der Insel weg. Am Seeferienheim gibt es auch einen schönen Spielplatz“, nennt Berger die Vorzüge des Hauses. In den vergangenen Jahren sei gerade die Juist-Freizeit immer ganz schnell ausgebucht gewesen.

Eine Männergruppe aus Brambauer war jahrelang im Winter auf Juist, um im Seeferienheim „klar Schiff“ zu machen. Zuletzt im vergangenen Jahr, sagt Jobst Kalthoff, der oft mit dabei war. „Man hat uns da aber schon gesagt, dass es wahrscheinlich das letzte Mal sein wird.“

Lüner Stammgäste kämpfen für Einrichtung der evangelischen Kirche

Die Insel Juist aus der Vogelperspektive © picture alliance / Ingo Wagner/d

Für Kost und Logis auf der Insel sorgten die Männer für einen neuen Anstrich oder erledigten andere Arbeiten, um das Haus für die neue Saison wieder herzurichten. „Das waren immer so drei, vier Wochen im November oder Febraur, wenn auf der Insel nichts los war“, erzählt Annette Brunk. Dieses ehrenamtliche Engagement hätte - wie vieles - zwei Seiten, meint die Brambauerin.

Überlegungen sind jetzt müßig

Einerseits sei es eine tolle Sache, wenn sich Ehrenamtliche so engagiert um das Haus kümmern. Andererseits wäre ohne dieses Engagement die Kirche wohl schon früher gezwungen gewesen, das Seeferienheim gründlich zu sanieren, meint Annette Brunk. Nun sei es aber müßig zu überlegen, was gewesen wäre, wenn die Gruppe nicht die Arbeiten übernommen hätte.

Annette Brunk und ihre Mitstreiter aus Dortmund haben sich vorgenommen, nicht so schnell aufzugeben. „Rettet das Seeferienheim jetzt“ ist ihr Motto. Und Annette Brunk sagt: „Wir sind noch nicht am Ende.“ Obwohl künftig auch der Ferien- und Freizeitdienst (FFD) des evangelischen Kirchenkreises als Buchungsstelle für das Seeferienheim wegfallen könnte. Kämpfen wolle man für die vielen begeisterten Urlauber. Wie eine Familie, deren Kind im Rollstuhl sitzt und die „in Hotels blöd angeguckt wird.“ Im Seeferienheim sei diese Familie einfach Teil einer großen Gruppe, fühle sich wohl.

Entscheidung vertagen

Erstes Ziel von Annette Brunk und ihren Mitstreitern ist es, die angestrebte „Entscheidung im November zu vertagen, um dann doch noch kreative Lösungen für den Erhalt des kompletten Seeferienheims auf Juist zu finden.“ Sie seien zwar nur eine kleine Gruppe, aber „wir haben viele Leute um uns herum.“ Antrieb geben ihnen verschiedene Briefe von begeisterten Seeferienheim-Urlaubern, die „zum Teil echt herzzereißend sind“ und dokumentieren, wie wichtig das Feriendomizil in Ostfriesland für viele Familien und Gruppen tatsächlich ist.

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