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Wenn bei Andrea Wortmann das Telefon klingelt, dann kann es sein, dass das kein einfaches Gepräch wird: Die 51-Jährige sitzt am anderen Ende des Bürgertelefons im Büro des Bürgermeisters.

Lünen

, 20.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Seit 1983 schon ist Andrea Wortmann bei der Stadt beschäftigt. „Ich zähle mich zum Inventar hier“, lacht sie. Seit 2003 sitzt sie hier am Bürgertelefon. Das hat noch unser alter Bürgermeister Willi Stodollick ins Leben gerufen, erzählt sie.

15 Jahre sind eine lange Zeit. Deshalb: Andrea Wortmann weiß sich zu helfen. „Ich kann mit dem typischen Ruhrpottkrüserkopp Tacheles reden, aber auch auf Akademiker umschalten“, sagt sie. Man glaubt es ihr aufs Wort.

Manchmal denke sie aber auch „geht‘s noch?“. Ihr Eindruck: Die Menschen seien egoistischer und anspruchsvoller geworden. Aber sie hat gelernt damit umzugehen, den Menschen auch klar zu machen, dass „wir hier nicht nach Nase, sondern nach Recht und Gesetz entscheiden“. Eine Beschwerde über mich gab es jedenfalls noch nie“, sagt die 51-Jährige.

Zahl der Anrufer ist deutlich gestiegen

Manchmal muss sie nicht nur mit Bürgern ein bisschen diskutieren, sondern auch mit den Kollegen. Denen müsse sie gelegentlich sagen, dass sie zwar für die Bürger da sei, dass das aber nicht bedeute, dass sie gegen Kollegen sei“. Mit vielen langjährigen Kollegen habe sie vertrauensvoll zusammengearbeitet, sich quasi blind verstanden. Jetzt, da viele dieser älteren Kollegen sich in den Ruhestand verabschieden, muss die Zusammenarbeit mit den neuen erst wieder wachsen. Aber das werde wieder.

768 Fälle seien 2017 über das Bürgertelefon tatsächlich auch bearbeitet worden. „Wir sind schon jetzt bei 446“, sagt Wortmann, sie rechnet mit deutlich mehr als den 768 bis zum Jahresende. 10 bis 15 Mal am Tag klingelt ihr Telefon, langweilig sei es nie: Es geht um Knöllchen, Schlaglöcher, Falschparker oder wilde Müllkippen – nur vier Beispiele von vielen.

Pflaster falsch verlegt

Aber es gibt auch reichlich zu lachen: Zunächst habe sie kaum glauben können, was der Anrufer ihr zu berichten hatte: Statt die farblich abgesetzten Pflastersteine wie vorgesehen zur optischen Trennung von Straße, Rad- und Gehweg zu verlegen, sei bei dieser Baumaßnahme ein wildes Muster entstanden.

Andrea Wortmann weiß zu nehmen, was das Leben so mit sich bringt. Sie ist privat viel in der Welt unterwegs, aber in Lünen und in ihrem Büro ganz offenbar zu Hause.

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