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Die Kriminalitätsrate in Lünen sinkt seit einigen Jahren. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sich die Lüner auch sicher fühlen. Die neue Ordnungspartnerschaft soll das ändern.

Lünen

, 25.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Gut drei Monate sind sie jetzt gemeinsam unterwegs: Polizei und Ordnungsamt. Das Konzept nennt sich Ordnungspartnerschaft und soll den Bürgern Lünens ein Gefühl von Sicherheit geben. So ist auch das Zweiergespann, bestehend aus dem Ordnungsbeamten Michael Reddig und dem Polizeibeamten Markus Wiesjahn seit einigen Monaten unterwegs. Die Beamten seien schon oft von Bürgern auf die Ordnungspartnerschaft angesprochen worden. „Die Menschen sind froh, dass wir da sind“, erzählt Reddig.

Unsicherheiten mindern

Aber warum sind die Lüner froh darüber, wenn die Kriminalitätsrate doch ohnehin gesunken ist? Der Pressesprecher der Polizei Dortmund, Kim Freigang, erklärt, dass ein Gefühl von Sicherheit immer subjektiv sei. „Hierbei geht es nicht immer um Kriminalität, sondern auch um Themen wie Belästigung, beispielsweise durch Lärm, oder generelle Unsicherheiten.“ Polizei und Stadt sollen nun präsent sein, um solche Unsicherheiten zu mindern.

Schritt für Schritt zu mehr Sicherheit in der Stadt

Optisch sind die Beamten der Ordnungspartnerschaft kaum zu unterscheiden: Links der Polizeibeamte Markus Wiesjahn und rechts der Ordnungsbeamte Michael Reddig. © Victoria Maiwald

Und das Konzept scheint aufzugehen. „Zwar ist es für eine erste offizielle Bilanz zu früh, aber wir können sagen, dass die Ordnungspartnerschaft von den Bürgern gut angenommen wird“, sagt Freigang. Ein weiterer Vorteil der Partnerschaft: beide Seiten können viel voneinander lernen, und beide haben einen berufsspezifischen Blick auf ihre Umwelt. Dem einen fallen Dinge auf, die der andere vielleicht übersehen hätte. „Und so ergänzen wir uns“, sagt Reddig.

Schneller arbeiten

Außerdem könne die Arbeit schneller erledigt werden, wenn beide Behörden zusammenarbeiten. Wenn beispielsweise eine Hecke über den Gehweg wuchert, müssten Polizisten den Fall erst an die verantwortlichen Ordnungsbeamten weitergeben. Im Fall der Ordnungspartnerschaft, kann das Anliegen direkt bearbeitet werden. Oder wenn ein Auto durch die Fußgängerzone fährt. Der Ordnungsbeamte darf fahrende Autos nicht anhalten, der Polizist hingegen schon. So kann schneller gearbeitet werden.

Aber die Beamten sind nicht nur zum Eingreifen da, wichtig sei es auch, überhaupt da zu sein. Und wenn es nur darum geht, den Menschen den Weg zu erklären. „Das kommt oft vor und wir machen es gerne“, sagt Wiesjahn.

Schritt für Schritt zu mehr Sicherheit in der Stadt

Ordnungsbeamter Michael Reddig bei der Arbeit. Autofahrer, die nur mal kurz bei der Bank Geld abheben wollen, dürfen nicht in der Fußgängerzone parken. © Victoria Maiwald

Positive Nebeneffekte

Das Team ist inzwischen in der Stadt bekannt. „Wenn man so oft durch die Straßen geht, lernt man die Bürger kennen, das ist ein positiver Nebeneffekt. So können auch Hemmschwellen abgebaut werden und die Leute gehen mit ihren Problemen auf uns zu“, erzählt Reddig. Noch stehen sie zwar am Anfang, aber bei einem Gang durch die Innenstadt, merkt man ihnen an, dass sie sich gut verstehen. Und das ist wichtig für die Zusammenarbeit. „Man muss sich blind verstehen können, um in brenzlichen Situationen gut reagieren zu können“, sagt Kim Freigang.

Teamarbeit ist das Stichwort.

Um Teamarbeit ging es auch in einer Fortbildung, die die zuständigen Ordnungsbeamten besuchten. In einem Trainingszentrum in Dortmund haben sie gelernt, wie sie in schwierigen Situationen vorgehen, wie sie einschreiten und wie verdächtige Personen durchsuchen können. Alles Inhalte, die die Polizeibeamten in ihrer Ausbildung mit auf den Weg bekommen haben. „Nach den Fortbildungen sind die Ordnungsbeamten natürlich keine ausgebildeten Polizisten, aber es gibt ihnen einen Überblick über die Handlungsmöglichkeiten“, erklärt Freigang. Es werden noch weitere Fortbildungen folgen, nicht nur in Trainingszentren, sondern auch durch die Polizei.

568 Stunden gelaufen

Insgesamt ist die Ordnungspartnerschaft schon 568 Stunden durch Lünen gelaufen. Dabei sind die Beamten in der ganzen Stadt unterwegs, wobei es neuralgische Punkte gibt, denen besondere Aufmerksamkeit gebührt. Der Seepark und die Münsterstraße sind solche Punkte. Aber auch bei Veranstaltungen wie der Lünschen Mess wird die Ordnungspartnerschaft anwesend sein.

Neben der Einsatzkraft, die die Beamten an den Tag legen, hat die Partnerschaft auch eine symbolische Botschaft: Polizei und Stadt ziehen an einem Strang.

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