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Eine Sekretärin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule hat sich vier Monate lang an der Bargeldkasse der Einrichtung bedient. Das Amtsgericht Lünen hat nun über die Strafe entschieden. Die Tat erinnert an einen noch verheerenderen Fall.

Lünen

, 17.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Wieder bediente sich eine Schulsekretärin an der Kasse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Unkostenbeiträge der Lehrer, verschiedene Einzahlungen wie Kopiergeld und die Spendensammlung einer 7. Klasse wurden von ihr geplündert. Die 27-jährige Lünerin hat nach und nach 4527 Euro aus der Kasse der Gesamtschule entwendet. Die junge Frau wurde nach eigenen Angaben massiv von ihrem damaligen Freund unter Druck gesetzt. Er hatte Spielschulden, sie sollte sie begleichen. Im Zeitraum vom 1. September bis zum 31. Dezember 2017 hatte sie sich deshalb an der Bargeldkasse bedient.

Bei der Gerichtsverhandlung im Amtsgericht am 17. August, hob Richterin Beatrix Pöppinghaus positiv hervor, dass die Angeklagte inzwischen die doppelte Summe zurückgezahlt hat. Doch sie betonte auch, dass das eine Tat war, „die gar nicht geht“. Der Gerichtsbeschluss sieht nun eine Strafe von 1350 Euro vor, die muss in sechs Monatsraten bezahlt werden. Das Geld geht an die Tierfreunde Lüdinghausen e.V..

Ähnlicher Fall 2007

Bereits im Jahr 2007 wurde ein ähnlicher – wenn auch weitaus verheerender – Fall verhandelt. In diesem Fall hat eine damals 58-jährige Schulsekretärin (ebenfalls) der Geschwister-Scholl-Gesamtschule insgesamt 53.000 Euro aus der Schulkasse unterschlagen. Schon im Jahr 2002 hat sie begonnen größere Summen zu entwenden. Aufgefallen ist es dann im März 2006: Sie fälschte einen Barscheck, machte aus einem Betrag von 500 Euro kurzerhand 1500 Euro und verdreifachte somit den Wert. Der Verteidiger in dem damaligen Fall plädierte auf verminderte Schuldfähigkeit, da die Angeklagte unter einer Kaufsucht leide. Das Gericht sah das anders: Zwar seien Ansätze eines Suchtverhaltens sichtbar, aber keine erhebliche Persönlichkeitsstörung und somit keine verminderte Schuldfähigkeit.

Das erweiterte Schöffengericht verurteilte sie im Jahr 2007 zu 22 Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt für zwei Jahre zur Bewährung.

Neuerung in den Finanzen

Anfang 2006 wurde auf den Fall reagiert und es wurden Neuerungen eingeführt: So müssen die Schulen alle Rechnungen der Schulverwaltung vorlegen und so genannte Eigenbelege bei Barkäufen müssen von zwei Schulvertretern bestätigt werden. Außerdem sollten die Schulen weniger Bargeld vor Ort aufbewahren.

Diese Neuerungen haben auch dazu geführt, dass die jüngste Tat relativ schnell aufgeflogen ist – im Gegensatz zu dem Fall aus dem Jahr 2002. Dem Schulleiter Christian Gröne ist die Differenz in der Schulkasse aufgefallen, daraufhin wurde die ehemalige Sekretärin fristlos gekündigt und die Stadt erstattete Strafanzeige. Die Angeklagte selbst ist froh über das Ende der Verhandlung, jetzt könne sie damit abschließen. vima

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