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Sexismus: Werberat kritisiert freizügigen Clip der Kette Baseburger

Dekolleté und nackte Haut

Die Burger-Kette „Baseburger“ wirbt seit einiger Zeit mit einem sehr freizügigen Clip für ihre Restaurants. Ist das Sexismus? Baseburger jedenfalls wurde vom Deutschen Werberat kritisiert.

Lünen

, 25.01.2019 / Lesedauer: 3 min
Sexismus: Werberat kritisiert freizügigen Clip der Kette Baseburger

Die Burgerrestaurant-Kette „Baseburger“ steht in der Kritik des Werberats. Auch in Lünen hat das Unternehmen eine Filiale. © Screenshot

Ein tiefes Dekolleté und viel nackte Haut - darauf liegt das hauptsächliche Augenmerk im Werbeclip der Burgerrestaurant-Kette „Baseburger“, die auch einen Standort in Lünen hat. In dem Video ist eine junge Dame in knapper Kleidung zu sehen, die auf verführerische Art und Weise einen Burger zubereitet.

Begleitet wird das Ganze von den Kommentaren eines Restaurantbesuchers, die sich sowohl auf den Burger als auch auf die junge Frau beziehen könnten. Bereits seit 2015 ist der Clip online, bisher hat die Doppeldeutigkeit und das freizügige Auftreten im Video aber anscheinend niemanden gestört. Nun wurde jedoch der Deutsche Werberat auf den Clip aufmerksam und kritisierte ihn aufgrund sexistischer Inhalte.

Rüge nur in Ausnahmefällen

„Der Fall Baseburger aus dem vergangenen Jahr wurde mittels einer Beschwerde an uns herangetragen“, sagt Katharina Kunisch vom Deutschen Werberat. Nach einer Prüfung des Clips sei das Gremium zu dem Entschluss gelangt, dass das Video aus seiner Sicht als sexistisch zu bewerten sei. Zwar verkenne der Werberat nicht, dass Erotik in der Werbung erlaubt sei, begründet seine Entscheidung jedoch damit, dass „sich die Audiokommentare aus dem Off nicht nur auf den zubereiteten Burger beziehen, sondern auch auf die Frau“, was selbige „mit dem Burger gleichsetzt und somit degradiert“.

Dennoch hat der Werberat von einer Rüge abgesehen, da sich die Geschäftsführung von „Baseburger“ dazu entschied, den Clip von seinen Online-Auftritten zu löschen. Lediglich auf der Facebook-Seite der Kette wurde das Video im Rahmen der Diskussion nochmals veröffentlicht. „Wichtig zu erwähnen ist außerdem, dass es nur in absoluten Ausnahmefällen zu einer öffentlichen Rüge kommt“, fügt Kunisch hinzu.

Nicht an sexistische Inhalte gedacht

Für den Geschäftsführer und Marketing-Verantwortlichen von „Baseburger“, Jan Rozanka, kam die Nachricht des Werberats überraschend: „Wir hatten definitiv nicht damit gerechnet und bei der Produktion auch nicht an sexistische Inhalte gedacht, sondern wollten nur die Reize von Frauen ein bisschen auf die Schippe nehmen. Wir sind nicht sexistisch und wollen auch keine Vorurteile stützen.“ Das Unternehmen stehe dennoch weiter hinter dem Clip, auch wenn es ihn aus heutiger Sicht nicht nochmal so drehen würde.

„Das Gute an der Sache ist, dass man merkt, dass die Gesellschaft immer noch eine kontroverse Sicht auf die Dinge hat und zur Diskussion anregt“, so Rozanka weiter. Der Aufmerksamkeit für „Baseburger“ dürfte all das nicht geschadet haben. Eher im Gegenteil: Auf der Facebook-Seite des Unternehmens herrscht eine kontroverse Diskussion über den Clip, der Großteil der Nutzer kann die Meinung des Werberats aber nicht nachvollziehen.

Ein paar Tage lang will Rozanka die Diskussion in den Kommentarspalten unter dem Video noch ausklingen lassen, dann werde der Werbeclip endgültig offline gehen: „Dann ist es auch wieder Zeit, sich auf wichtigere Themen in der Welt zu konzentrieren.“

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