Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

16-Jähriger notoperiert

14-Jähriger sticht Grusel-Clown nieder

BERLIN/NRW Seit Tagen kursieren Berichte von aggressiven Menschen in Clownsmasken. Allein in NRW gab es mehr als 100 Vorfälle mit den Grusel-Clowns. In Berlin hat jetzt ein 14-Jähriger einen sogenannten Horror-Clown mit einem Messer schwer verletzt. Unter der Maske steckte ein 16-Jähriger. Die Jungen kennen sich aus der Nachbarschaft.

14-Jähriger sticht Grusel-Clown nieder

Mehr als 100 Zwischenfälle mit Grusel-Clowns in NRW. Foto: Paul Zinken/Archiv

Ein Grusel-Clown hat in Berlin eine Gruppe Jugendlicher bedroht und ist daraufhin mit einem Messer niedergestochen worden. Der 16-jährige mit der Clownsmaske wurde durch den Messerstich am Montagabend im Stadtteil Lichterfelde lebensgefährlich verletzt und musste im Krankenhaus notoperiert werden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Nach der Tat stellte sich heraus, dass sich der 14-jährige Messerstecher und der „Clown“ aus der Nachbarschaft kannten. Der 14-Jährige leistete noch Erste Hilfe, bevor der Krankenwagen kam. Er wurde von der Polizei vorläufig festgenommen, dann aber seinen Eltern übergeben. Seit Wochen gibt es Vorfälle, bei denen maskierte Horror-Clowns Passanten erschrecken.

Der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte am Dienstagmorgen im RBB-Sender Radio Eins: „Gestern Abend ist das passiert, was wir immer befürchtet haben, dass das Ganze eskaliert ist.“ Neuendorf betonte, es könne eine Straftat sein, wenn man Menschen zu Tode erschrecke, „das kann eine Körperverletzung sein“. Die Polizei rate davon ab, Widerstand zu leisten. „Natürlich kann man sich gegen einen Angriff wehren. Aber man muss eben auch das Augenmaß behalten. Aus unserer Sicht ist es tatsächlich besser wegzulaufen, weil so eine Sache eskalieren kann.“ Anschließend könne man die Polizei rufen.

Polizei: Auf Clownskostüme verzichten

Nach den ganzen Vorfällen mit Clowns sollten die Menschen zu Halloween auf Clownskostüme verzichten, meinte Neuendorf. „Man sollte das dieses Jahr auslassen. Das ist etwas hochgekocht.“ Seit einigen Tagen registrieren die deutschen Behörden vermehrt Übergriffe und Angriffe bewaffneter Clowns. Die Täter in unheimlichen Kostümen erschrecken und bedrohen Passanten. Die gefilmten Aktionen werden häufig anschließend im Internet veröffentlicht.

Hinter diesen Attacken steckten zum Teil sadistische Absichten. Sie seien „ein völlig neues Phänomen, das Grenzen - auch strafrechtlicher Art - überschreitet“, sagte Harald Dreßing, Leiter der Forensischen Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, der Zeitung „Mannheimer Morgen“ vom Dienstag. Nach Dreßings Einschätzung sind unter den Horror-Clowns auch destruktive Menschen mit sadistischen Motiven: „In allen Beispielen wird Macht über eine andere Person ausgelebt.“ Charakteristisch sei, dass die Macht über vermeintlich Schwache wie Kinder und Ältere ausgeübt werde.

Sogenannte Grusel-Clowns treiben auch in Österreich ihr Unwesen: Ein 19-Jähriger wurde in Tirol von drei Maskierten attackiert, wie die Polizei am Dienstag berichtete. Der Mann war im Ortszentrum von Schwaz unterwegs als zwei Horror-Clowns aus dem Gebüsch sprangen und auf ihn losgingen. Als der 19-Jährige flüchten wollte, stellte sich ihm ein weiterer Clown in den Weg und verletzte ihn mit einem Baseballschläger. Der Vorfall ereignete sich bereits in der Nacht zum Sonntag. Auch in der Steiermark verletzte sich eine Jugendliche wegen eines Clown-Übergriffes: Eine 16-Jährige wurde Montagabend in Mürzzuschlag von einem Mann mit Clown-Maske so erschreckt, dass sie bei der Flucht über eine Treppe stürzte.

Von dpa

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sondierungen in Berlin

Optimismus und Skepsis nach Jamaika-Gesprächen

Berlin Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne wollten am Donnerstag bei ihrem Treffen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen nicht zu sehr in Verletzungen der Vergangenheit rumwühlen. Nebenbei rumort es aber ordentlich - vor allem im konservativen Lager.mehr...

Fußball: Champions League

FC Bayern schlägt Celtic Glasgow ohne Probleme

MÜNCHEN Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League wieder fest im Visier. Die Münchner gewannen am Mittwoch am dritten Spieltag der Gruppe B daheim 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...