Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

150. Geburtstag von «Krimi-Königin» Selma Lagerlöf

Stockholm (dpa) Sie bekam als erste Frau den Literaturnobelpreis, kämpfte für das Frauenstimmrecht und war über Jahrzehnte heimlich mit einer Frau liiert.

150. Geburtstag von «Krimi-Königin» Selma Lagerlöf

Selma Lagerlöf bekam als erste Frau den Literaturnobelpreis.

Zum 150. Geburtstag von Selma Lagerlöf am 20. November feiern die Schweden ihre neben Astrid Lindgren berühmteste Schriftstellerin auch noch als «unsere erste Krimi-Königin»: Das Stockholmer Stadttheater bringt die Roman-Trilogie «Die Löwenskölds» neu dramatisiert auf die Bühne und verspricht einen «Thriller über Liebe, Rache und Versöhnung».

Als Lagerlöf 1909 von der Schwedischen Akademie den Nobelpreis zuerkannt bekam, waren Krimis aus diesem Land noch keine unwiderstehlichen Kassen- und Exportschlager. Die Jury hob denn auch ganz andere Eigenheiten der viel gelesenen Lagerlöf-Bücher heraus: «Ihre Dichtung wird geprägt von edlem Idealismus, Reichtum an Fantasie und seelenvoller Erzählweise».

Lagerlöfs 1891 erschienenes Roman-Debüt «Gösta Berling», das zweibändige Werk «Jerusalem» (1901/02) und vor allem 1906 «Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen» hatten die 1858 geborene Gutsherren-Tochter zu einer auch international erfolgreichen Autorin gemacht.

Mit dem weltberühmten Preis kam weiterer Ruhm und nicht zuletzt Wohlstand. Lagerlöf konnte mit der Dotierung endgültig den väterlichen Gutshof Mårbacka samt Land im westschwedischen Värmland zurückkaufen. Hier lebte sie bis zu ihrem Tod am 16. März 1940. Heute ist Mårbacka ein viel besuchtes Museum. Selma Lagerlöf wurde fünf Jahre nach dem eigenen Nobelpreis wiederum als erste Frau Mitglied der Schwedischen Akademie, die jedes Jahr über den begehrtesten Literaturpreis der Welt entscheidet.

Ab 1933 beteiligte sich die Autorin an Hilfsaktivitäten für jüdische Flüchtlinge aus Deutschland. Sie blieb unverheiratet und hielt ihre lange Liebesbeziehung mit der Schwedin Valborg Olander geheim. 1939 wandten sich Freunde mit der Bitte an sie, der jüdischen Lyrikerin Nelly Sachs (1891-1970) und deren Mutter in letzter Minute zur Flucht aus Deutschland zu verhelfen. Die über 80-jährige Lagerlöf war schon zu krank, aber Nelly Sachs' Flucht mit der Mutter gelang dennoch. Die Deutsche blieb in Schweden und bekam hier 1966 ebenfalls den Nobelpreis.

In Deutschland bringt der Taschenbuchverlag dtv zum 150. Geburtstag eine Neu-Edition der bekanntesten Lagerlöf-Bücher heraus. Immer wieder werden ihre Stoffe verfilmt, so zuletzt «Jerusalem» vom dänischen Oscar-Preisträger Bille August und «Der Kaiser von Portugallien» aus dem Jahr 1914 als TV-Serie. Nach dem Tod Lagerlöfs sagte Hjalmar Gullberg, als er den Platz der Schriftstellerin in der Schwedischen Akademie übernahm: «Sie war die Königin unserer Literatur und die berühmteste der schwedischen Frauen seit der Heiligen Brigitte.»

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Buch

Maja Lunde ist Botschafterin der Bienen

Oslo (dpa) Maja Lunde wollte eigentlich nur ein Buch schreiben, das sie selbst gern lesen würde. Das Ergebnis, "Die Geschichte der Bienen", gefällt auch Tausenden Lesern. Doch die Norwegerin ist mit dem Thema Klima noch nicht fertig.mehr...

Buch

Verbrechersuche in den italienischen Alpen

Berlin (dpa) Abseits von Donna Leon oder Andrea Camilleri haben es italienische Krimi-Autoren nicht leicht. Dass trotzdem spannende Literatur geschrieben wird, beweist der neue Roman von Donato Carrisi.mehr...

Buch

Autor Franzobel erhält Nicolas-Born-Preis

Hannover (dpa) "Das Floß der Medusa" war für den Österreicher der größte literarische Erfolg in Deutschland. Für sein Werk wird er mit dem Nicolas-Born-Preis geehrt. Als Debütatin wird Julia Wolf ausgezeichnet.mehr...