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16-Jährige muss wegen Raubüberfällen ins Gefängnis

Gericht

BOCHUM Wütend und schreiend lief sie aus dem Gerichtssaal. Eine der wohl jüngsten Räuberinnen Bochums (16) wollte es am Dienstag einfach nicht wahrhaben, dass sie vom Jugendschöffengericht wegen schweren Raubes zu einer Jugendstrafe von eineinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt worden war.

von Von Tom Eder

, 10.08.2010

Das Mädchen hatte am 15. März 2010 zusammen mit einer Freundin (16) eine Spielhalle an der Dorstener Straße (Nähe Innenstadt) überfallen. Mit einem Messer bedrohten die beiden Jugendlichen die Spielhallenaufsicht und zwangen sie, das Bargeld aus der Kasse in einen mitgebrachten Rucksack zu packen.

Anschließend flohen sie mit einer Beute von 1040 Euro. So hat es das Jugendschöffengericht am Dienstag festgestellt. Der Prozess fand wegen des Alters der Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach dem Urteil schmollte, schrie und klagte das Mädchen, was es denn jetzt tun solle. Besonders wütend war es auf die Frau von der Jugendgerichtshilfe.

Ein kurzer Auszug aus dem Wortwechsel: Die 16-Jährige: „Was sind sie für eine Jugendgerichtshilfe? Was reden sie da?“. Die Sozialarbeiterin: „Tatsachen!“ Die 16-Jährige: „Dann sind sie keine Hilfe. Lassen sie es.“ Doch alles Zetern half nicht. Die harte Strafe hat sie sich selbst zuzuschreiben. Zwar hat sie keine Vorstrafen, geht aber nicht mehr zur Schule, nimmt Drogen und ist von ihren Eltern abgehauen. Selbst das Jugendamt kann ihr nicht beikommen.

Was der 16-Jährigen nun noch bleibt, ist sich zusammenzunehmen, um bei einer Berufungsverhandlung mit besseren Karten dazustehen. Aufgeflogen war die Tat durch die Mittäterin. Sie hatte in der Schule geprahlt. Ihre Verhandlung findet in Dortmund statt.