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18 Gedenkplatten erinnern an die NS-Vergangenheit

Stolpersteine

Die Stadt bekommt ihre ersten Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern: 18 Gedenksteine wird ihr Schöpfer, Gunter Demnig, am Freitag, 4. April, an vier Orten der Innenstadt verlegen. Neben den Unterstützern werden auch Nachkommen der Opfer und eine israelische Schülergruppe dabei sein.

WITTEN

, 24.03.2014
18 Gedenkplatten erinnern an die NS-Vergangenheit

Nur einige der vielen Unterstützer der Wittener Stolpersteine: Thomas Strauch, Professor Angela Martini, Martina Kliner-Fruck, Annette Krüger, Friederike Willeke, Joachim Schramm, Judith Eiselen und Jörn Obenhaus (v.l.) an der Beethovenstraße 7. Dort werden ab dem 4. April vier Stolpersteine an das Schicksal der Familie Strauss und Stern erinnern.

Schon lange gärt der Wunsch, diese Form des Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes in Witten zu verewigen, vorneweg beim Wittener Friedensforum und im Lions Club Rebecca Hanf. „Die lange Arbeit gegen das Vergessen soll einen neuen Baustein bekommen“, sagt Annette Krüger vom Lions Club. Im September 2013 stimmte der Rat der Stadt für die Stolpersteine: Ohne Enthaltung und mit nur einer Gegenstimme. „Die Umsetzung geschah dann erfreulich schnell“, sagt Annette Krüger. Nun wird der Berliner Künstler Gunter Demnig am 4. April um 14 Uhr die ersten sechs Stolpersteine am Parkweg 14 in den Boden einlassen.

Die Messingplatten werden an Rebecca Hanf, ihre Familie und ihre Haushälterin Gretchen Rosenthal erinnern. Dort hatten sie zuletzt gelebt, ehe sie deportiert und ermordet wurden. Um 14.35 Uhr, 15 Uhr und 15.35 Uhr folgen die anderen drei Standorte. An den neuen Stolpersteinen werden Zwölftklässler der Holzkamp-Gesamtschule und Siebtklässler des Albert-Martmöller-Gymnasiums die Biografien der NS-Opfer, die dort lebten, verlesen – auf deutsch und auf englisch.

Denn neben den vielen Unterstützern aus Witten werden Jugendliche aus der Schule Kiriat Hachinoch Dror in Lew Hasharon, Partnerschule der Holzkamp-Gesamtschule, sowie Nachkommen der Familie Klein und eine ehemalige Nachbarin dieser Familie aus Israel anreisen. Den Abschluss bildet die Fachschaft Musik der Gesamtschule: Sie spielt gegen 16.10 Uhr an der Ecke Bahnhofstraße/Beethovenstraße.

Diese 18 Stolpersteine sollen aber längst nicht alles gewesen sein, sagt Professor Angela Martini vom Lions Club. Weitere Stolpersteine werden womöglich bereits im Dezember in Witten verlegt. Den Club hätten bereits viele Spenden erreicht, mit denen sich das Projekt in der Ruhrstadt nachhaltiger gestalten lässt.

Gunter Demnigs Aktion
Seit den 90er Jahren verlegt der Künstler die Gedenksteine.

Hauptsächlich in Deutschland, aber auch in europäischen Ländern wie Ungarn und Frankreich hat Demnig schon Stolpersteine verlegt.

Mehr als 42 000 Stolpersteine sollen es schon sein.

Sie dienen nicht nur dem Gedenken an jüdische Opfer, sondern auch an alle anderen Verfolgten und Getöteten des NS-Regimes.

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