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20 Gramm Hasch im Monat

Witten Mit dem wohl geringstmöglichen Urteil „drei Monate auf Bewährung“ konnte jetzt ein 35-jähriger Herner den Gerichtssaal des Amtsgerichts verlassen. Der Richter war ihm gegenüber wohlwollend gewesen: „Es gibt fast nur Argumente, die für Sie sprechen.“

von Von Ingrid Piela

, 10.10.2007

Der Vater einer 17-jährigen Tochter hatte zugegeben, mehr als ein Jahr lang rund einmal im Monat 20 Gramm Haschisch erworben und konsumiert zu haben.

Erwischt hatte man ihn, weil ein dicker Fisch der Hagener Drogenszene geplaudert hatte. Nun saß der ansonsten unbescholtene Mann auf der Anklagebank.

Richter Grewer würdigte den positiv verlaufenen beruflichen Lebensweg des gelernten Bergbaumechanikers, der unverschuldet durch Personalabbau seinen Arbeitsplatz verloren hatte. Bereits nach der Lehre war er nicht übernommen worden, hatte sich aber immer wieder eine Arbeit gesucht.

Während der einjährigen Arbeitslosigkeit war er dann wohl „etwas aus der Spur geraten“, so der Vorsitzende Richter. Kaum hatte er wieder einen Job gefunden, hatte er auch prompt den Haschischkonsum eingestellt. Und weil er seiner Tochter regelmäßig Unterhalt zahlt - „das hört man hier so gut wie nie“ - hatte er das Wohlwollen der Richterbank voll auf seiner Seite.

Um seinen derzeit noch befristeten Arbeitsplatz nicht zu gefährden, blieb das Schöffengericht sogar unter dem Antrag des Staatsanwaltes. Der hatte sechs Monate auf Bewährung und 800 Euro Geldstrafe gefordert.

Die Gesamtfreiheitsstrafe von drei Monaten wird nicht im Führungszeugnis ausgewiesen. Allerdings besteht eine Bewährungszeit von drei Jahren. „Sie kann widerrufen werden, wenn Sie wieder Dummheiten machen“, fügte der Vorsitzende noch an.