Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

2000 Jahre alte Münzen in Jerusalem gefunden

Jerusalem (dpa) In einem unterirdischen Taubenschlag bei Jerusalem haben deutsche und israelische Archäologen in einem Tontopf einen Schatz mit 15 antiken Silbermünzen gefunden. Die Geldstücke lassen sich rund 2000 Jahre zurückdatieren und sind eine große Entdeckung.

«So ein Fund ist etwas sehr Seltenes und wirklich Aufregendes», sagte Prof. Manfred Oeming von der Universität Heidelberg am Montag in Jerusalem der dpa. «So ein Fund kommt einmal im Leben vor. Wenn man Glück hat, findet man einen solchen Schatz alle 20 Jahre.»

Der Leiter der Ausgrabung, Prof. Oded Lipschits von der Universität Tel Aviv, glaubt, dass die ungewöhnliche Fundstelle in einem unterirdischen Taubenschlag mit der Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahr 70 n.Chr. durch die Römer zusammenhängt. «Der Topf wurde nur notdürftig mit Erde bedeckt. Offenbar wurde er in aller Eile versteckt. Vermutlich wurde der Schatz unmittelbar im Zusammenhang mit der Tempelzerstörung durch die Römer hier verborgen, um später wieder abgeholt zu werden. Allerdings kam die Person, die die Münzen hier versteckte, nicht mehr dazu. Ihr muss etwas zugestoßen sein», sagte Lipschits.

Der Zerstörung des Zweiten Tempels wird am jüdischen Trauer- und Fastentag Tischa beAv gedacht, der auf den vergangenen Sonntag fiel. Der Schatz wurde somit fast auf den Tag genau nach 1938 Jahren gefunden.

Das deutsch-israelische Archäologenteam entdeckte darüber hinaus am selben Ausgrabungsort 380 Münzen aus der byzantinischen Zeit. Mit beiden Funden werde «die spannende Geschichte des bedeutenden Ortes Ramat Rahel immer klarer», sagte Oeming.

Der Ausgrabungsort liegt südlich der Jerusalemer Altstadt. Die Archäologen vermuten, dass dort 700 v.Chr. eine königliche Zitadelle und ein Palast der Söhne Davids mit den «beachtlichen Ausmaßen von 6000 Quadratmeter» standen. Die genaue Funktion ist noch umstritten. Es könnte unter anderem ein Luxuspalast für Frauen, ein Verwaltungssitz oder ein Sommerschloss gewesen sein. Später soll sich an der Stelle während der Perserzeit ein Verwaltungszentrum befunden haben sowie vom 5.-7. Jh. n.Chr. eine byzantinische Kirche mit Kloster.

An den archäologischen Grabungen nehmen rund 120 Studierende teil, davon 56 aus Heidelberg und 20 aus Tel Aviv. «Neben den archäologischen Entdeckungen ist das Projekt auch für die deutsch- israelischen und die jüdisch-christlichen Beziehungen von großer Bedeutung», sagte Oeming.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Kulturwelt

Ausstellung über Europas ältestes bekanntes Schlachtfeld

Sternberg (dpa) Vor 3200 Jahren tobte am Ufer der Tollense eine Schlacht, über die nicht viel bekannt ist. Seit 2009 graben Archäologen dort, das Schlachtfeld gilt als ältestes Europas und als bedeutende archäologische Stätte. Jetzt gibt es eine eigene Ausstellung.mehr...

Buch

Blick in die Antike: "Kleopatras Nase"

Frankfurt am Main (dpa) Die Epoche der Römer, Griechen und Germanen zieht auch heute noch ein breites Publikum in ihren Bann. Ein neues Buch widmet sich nun ausgefallenen Mythen aus jener Zeit.mehr...

Buch

Fesselnd wie ein Krimi: Agatha Christies Autobiographie

Hamburg (dpa) Agatha Christie ist die wohl populärste Krimiautorin aller Zeiten. Ihre Helden - allen voran Hercule Poirot und Miss Marple - sind einem Millionenpublikum bekannt. 41 Jahre nach ihrem Tod gibt es nun eine Neuauflage der erstmals 1977 erschienenen Autobiographie.mehr...

Kulturwelt

Grabsteine aus der Steinzeit entdeckt

Beuna (dpa) Bauarbeiten im Saalekreis haben mehrere tausend Jahre alte Gräber zu Tage gefördert. Das Besondere: Auch die dazugehörigen Grabsteine sind erhalten. Ein Novum für die Archäologen.mehr...

Kulturwelt

Münzschatz bei Arbeiten in Keller gefunden

Jena (dpa) Überraschender Fund bei Bauarbeiten in einem Keller: In Jena ist ein Silbermünzschatz entdeckt worden. Nach Angaben des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie handelt es sich dabei um 75 Münzen, die in einem Keramikgefäß in dem Kellerboden deponiert waren.mehr...