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21 Nächte mit Pattie

Berlin. Die Komödie „21 Nächte mit Pattie“ der Regie-Brüder Larrieu ist ein Aufruf, das Leben sinnlich zu genießen und den Tod nicht über Gebühr ernst zu nehmen. Dabei wirkt der schräge Kinofilm allerdings reichlich simpel.

21 Nächte mit Pattie

Pattie (Karin Viard, m.)  erzählt Caroline (Isabelle Carré) ausführlich von ihrem Liebesleben. Auch mit André (Denis Lavant, r.) hatte sie eine Affäre. Foto: Jerome Prebois

Eine Leiche verschwindet. Doch anders als in den zahllosen, von Zuschauern immer wieder heiß geliebten Krimis ist das nicht der Auftakt zu einer Ermittlungsgeschichte. Obwohl auch ein Gendarm am Ort des Geschehens auftaucht – der legt es aber eher auf einen Flirt mit der gut aussehenden blonden Tochter der Toten an und drückt sie beim Tanz auf dem Dorffest fest an sich.

Somit ist die Kinokomödie „21 Nächte mit Pattie“ (2015), die Arte an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr erstmals im Fernsehen ausstrahlt, ein typisches Werk der Regie-Brüder Arnaud (52) und Jean-Marie Larrieu (53). Liebe, Sex und Leidenschaft, gern unter südlichem Himmel, sind bevorzugte Themen des Duos („Malen oder Lieben“, 2005).

Wobei diesmal noch die Nekrophilie hinzukommt – eine sexuelle Vorliebe, die auf Leichen gerichtet ist. All das eingebettet in die sinnliche Erweckung einer Ehefrau und Mutter aus der Stadt. Es ist ein Film, wie ihn wohl vor allem Franzosen hinbekommen: ein mit leichter Hand geschaffener Aufruf, das pralle Leben lustvoll auszukosten – und den Tod nicht übertrieben ernst zu nehmen. Beim Internationalen Filmfestival 2015 in San Sebastián (Spanien) wurde die skurrile Arbeit von Arena Films und Pyramide Productions mit dem Jury-Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet, das ebenfalls aus der Feder der Larrieus stammt. Dennoch dürfte man ihre Komödie mit der liebenswürdigen Hauptdarstellerin Isabelle Carré („Die anonymen Romantiker“ im Kino) auch als langwierig und in der Botschaft reichlich simpel und offensichtlich kritisieren.

Es beginnt mit bekannt südfranzösischer Szenerie: strahlendes Sonnenlicht, das auf alte steingebaute Häuser und Gärten voller üppig blühender Blumen fällt. Hierher reist die 42-jährige Caroline, um von ihrer verstorbenen Mutter Abschied zu nehmen, die sie kaum gekannt hat. Zunächst trifft sie allerdings auf nackte Männer im Pool – und auf die selbstbewusste Pattie (Karin Viard, „Verstehen Sie die Béliers?“), eine Freundin ihrer Mutter. Die Gesprächsthemen Patties sind bemerkenswert: Ausufernd und voller Details berichtet die reife Frau fröhlich schnatternd aus ihrem abwechslungsreichen Sexleben. Wohl auch, um die ernste und zurückhaltende Caroline damit aus der Reserve zu locken.

Als bald die in einem Zimmer aufgebahrte Mutter verschwindet, reagiert Caroline geschockt auf die Gleichgültigkeit ihrer neuen Freunde: Unbekümmert genießen sie weiterhin Wein und gutes Essen, das Schwimmen im See und ein lautes Straßenfest. Der örtliche Gendarm hegt im Fall der Mutter den Verdacht, dass da wohl ein ehemaliger Liebhaber nicht von seiner Geliebten lasse wolle. Vielleicht handle es sich aber auch um einen gewöhnlichen Nekrophilen. Dann verfolgt der Polizist eigene erotische Ziele. Nach und nach lässt sich Caroline anstecken vom bunten Leben der Clique, zu der sich noch der alternde Schriftsteller Jean (André Dussollier) gesellt. Ein urwüchsiger Wald, in dem Wildwasser fließt und Pilze wie Penisse aussehen, gerät dabei immer wieder zum Symbol der Freiheit und Lebenslust. Die Leiche wird zur Nebensache. 

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