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Feuer in Arbeiter-Unterkunft

30 Verletzte nach Brandstiftung in Bergkamen

Bergkamen Bei einem Brand in Bergkamen sind in der Nacht zu Freitag 30 Menschen verletzt worden, 7 davon lebensgefährlich. Erst brannte ein Auto vor dem Haus, dann ein Haufen Reifen, der im Hausflur lag. Die meisten Bewohner des Hauses stammen nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus Osteuropa. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

30 Verletzte nach Brandstiftung in Bergkamen

Erst brannte das Auto vor dem Gebäude in Bergkamen, dann Reifen im Hausflur. Foto: dpa

Bei einem Brand in einer Bauarbeiter-Unterkunft in Bergkamen (Kreis Unna) sind durch Rauchgase 30 Bewohner verletzt worden, sieben von ihnen lebensgefährlich. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Das Haus befindet sich in einem kleinen Gewerbegebiet. Laut Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer (CDU) sind dort 33 Bauarbeiter aus Rumänien und 8 aus Moldawien gemeldet. „Es sind Arbeiter, die für eine Baufirma aus Unna arbeiten“, sagte der Bürgermeister. Als das Feuer ausbrach, seien nicht alle im Haus gewesen.

Der zuständige Dortmunder Staatsanwalt Felix Giesenregen bestätigt, dass die Bewohner aus Osteuropa stammen. Ob es sich bei der Brandstiftung um einen Anschlag mit fremdenfeindlichem Motiv handeln könnte, will er nicht sagen. Es werde aber „in alle Richtungen ermittelt“. Ermittelt werde gegen Unbekannt.

Anwohner retteten Menschen vom Dach

Ein Anwohner hatte etwa 20 Minuten nach Mitternacht einen lauten Knall gehört. An der Brandstelle stellte er fest, dass ein Auto vor einem Wohnhaus brannte und wählte den Notruf. Wenige Augenblicke später bemerkte er Personen auf dem Flachdach des Gebäudes. In diesem Moment kamen ihm auch schon Mitarbeiter der benachbarten Bäckerei zur Hilfe, die eine Leiter anlegten und halfen, die Personen vom Dach zu holen.

Die Feuerwehr traf wenige Augenblicke später ein. Als sie das Fahrzeug löschen wollte, stellte der Einsatzleiter fest, dass es auch im Flur des Hauses brannte. Ein Stapel Reifen, der dort lag, stand in Flammen. „Der Rauch war so dicht, dass die Treppe nicht mehr zu erkennen war“, schilderte Stadtbrandmeister Dietmar Luft.

Feuerwehr löste Großalarm aus

Gleichzeitig tauchten immer mehr Menschen auf, die sich auf das Dach geflüchtet hatten. Sogar auf den Dächern von Seitenflügeln standen Männer. Die Feuerwehr gab sofort Großalarm und machte sich als erstes daran, die Menschen zu retten.

Insgesamt 21 Menschen rettete die Feuerwehr von den Dächern und übergab sie dem Rettungsdienst. Neun weitere Personen hatten sich schon auf anderem Wege in Sicherheit gebracht. Die Notärzte vor Ort untersuchten die Männer und verteilten die verletzten Männer auf die umliegenden Krankenhäuser im Kreis und in Dortmund.

Sieben Männer wegen Rauchvergiftung in Lebensgefahr

Sieben von ihnen erlitten nach Angaben der Feuerwehr so starke Rauchvergiftungen, dass Lebensgefahr besteht.

Das Feuer selbst hatte die Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht, nachdem sie alle Menschen in Sicherheit gebracht hatte. „In diesem Fall ging die Menschenrettung vor“, sagte Luft.

Die Feuerwehr durchsuchte das Gebäude gründlich, um sicherzugehen, dass sich keine Personen mehr im Haus befanden. Zunächst hatte es den Verdacht gegeben, dass noch zwei Menschen vermisst wurden. Das bestätigte sich nicht. Laut Bergkamens Bürgermeister Schäfer waren 55 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und mehr als 120 Rettungskräfte vor Ort.

Michael Dörlemann/dpa/thü

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