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Mord an Ehepaar: Angeklagtem droht Höchststrafe

35-Jähriger nicht zu einem Geständnis zu bewegen

Recklinghausen/Bochum Jetzt wird es ernst. Im Prozess um den Mord an einem Bochumer Rentner-Ehepaar droht dem Angeklagten die Höchststrafe. Daran gibt es seit Montag kaum noch Zweifel. Die Tat, die dem 35-Jährigen vorgeworfen wird, hatte aufgrund ihrer Brutalität für besonderes Aufsehen gesorgt.

35-Jähriger nicht zu einem Geständnis zu bewegen

Den Angeklagten neben seinem Verteidiger Jens Tuschhoff beim Prozessauftakt im Januar 2018. Foto: Hartwich

Seit drei Monaten läuft der Prozess gegen den 35-jährigen Gelegenheitsarbeiter aus Recklinghausen. Doch noch nie wurde ihm von Seiten des Gerichts so klar signalisiert, dass sein Traum von einem Freispruch wohl nicht in Erfüllung gehen wird.

Dabei war es der Angeklagte selbst, der die Richter zu dieser frühen Einschätzung gezwungen hat. Er hatte beantragt, den Haftbefehl aufzuheben und ihn wieder auf freien Fuß zu setzen. Begründung: Er sei unschuldig, das Gegenteil nicht zu beweisen. Genau das sahen die Richter am Bochumer Schwurgericht nach einer Zwischenberatung allerdings anders.

Indizien können für Verurteilung ausreichen

Sie lehnten den Antrag ab und machten dem 36-Jährigen klar, dass die Indizien (unter anderem DNA an der Kleidung eines der Opfer) aus ihrer Sicht sehr wohl für eine Verurteilung ausreichen könnten. Und nicht nur das: Sie haben den Prozess sogar kurz unterbrochen und den Angeklagten zurück in eine der Zellen im Untergeschoss des Landgerichtsgebäudes geschickt.

Dort sollte er sich mit seinen Verteidigern überlegen, ob er nicht doch noch ein Geständnis ablegen und dabei auch gleich den Namen des zweiten Täters benennen wolle. Die Ermittler – und offenbar auch das Gericht – gehen nämlich nach wie vor davon aus, dass der Doppelmord von Februar 2017 von zwei Personen begangen worden ist.

Der Vorstoß der Richter war jedoch ohne Wirkung geblieben. „Der Angeklagte rückt nicht davon ab, dass er unschuldig ist“, sagte Verteidiger Jens Tuschhoff den Bochumer Richtern nach der Besprechung.

Psychiaterin sieht keine vermindete Schuldfähigkeit

Im Falle einer Verurteilung kann der Angeklagte auch nicht mit einer milderen Strafe rechnen. Psychiaterin Dr. Maren Losch sieht keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit. Das hat sie am Montag klargestellt. Von einer problematisch-gefährlichen Persönlichkeitsstruktur geht sie trotzdem aus. Sie beschrieb den 36-Jährigen als aggressiv, manipulativ und als Person mit wenig Einfühlungsvermögen. Eine seiner Ex-Partnerinnen habe er sogar gewürgt und in den Bauch getreten.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Februar 2017 zunächst die 79-jährige Bochumer Seniorin misshandelt und erstochen zu haben. Anschließend hat er ihren körperbehinderten Mann laut Anklage so brutal ins Gesicht getreten, dass der 78-Jährige sofort erblindete. Er war rund drei Wochen nach der Tat gestorben. Das Rentner-Ehepaar kannte er über den Sohn der Opfer, mit dem er befreundet war.

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