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37 Prozent der Kinder bekommen nie vorgelesen

Berlin (dpa) 37 Prozent aller Kinder in Deutschland bekommen einer Studie zufolge nie vorgelesen - und zwar weder im Elternhaus, noch in Kindergarten oder Grundschule. Nachhilfe brauchen dabei vor allem die Väter.

37 Prozent der Kinder bekommen nie vorgelesen

Die meisten Kinder würden gerne mehr vorgelesen bekommen. (Bild: «wirlesenvor.de»)

Nur acht Prozent der Kinder sagen: «Mein Papa liest mir vor.» Das geht aus der repräsentativen Studie «Vorlesen im Kinderalltag 2008» hervor, für die erstmals Kinder zwischen vier und elf Jahren befragt wurden. Vor dem bundesweiten Vorlesetag am Donnerstag (20. November) präsentierten Deutsche Bahn, die Wochenzeitung «Die Zeit» und die Stiftung Lesen die gemeinsam initiierte Untersuchung in Berlin. «Kinder wünschen sich aber ausdrücklich, dass ihnen vorgelesen wird», sagte Ralf Klein-Bölting von der Deutschen Bahn.

Im Vorjahr waren Eltern zu ihrem Vorleseverhalten befragt worden waren. «Interessanterweise klafft die Wahrnehmung hier sehr auseinander», sagte Heinrich Kreibich von der Stiftung Lesen. «Viele Eltern halten sich für Vorlese-Eltern, sind es aus Sicht der Kinder aber gar nicht», ergänzte «Zeit»-Geschäftsführer Rainer Esser. So sagten 2007 nur 18 Prozent der Eltern, sie würden niemals vorlesen, in der aktuellen Studie erklärte das jedoch ein doppelt so hoher Prozentsatz der Kinder.

Auch zwei weitere Vorlese-Vorurteile konnte die Studie widerlegen. So spielten Einkommen und Bildungsgrad der Eltern beim Vorlese-Verhalten fast keine Rolle. Auch die Einschätzung vieler Eltern, Kinder fänden Vorlesen langweilig oder sie seien zu alt dazu, wurde durch die Kinderbefragung widerlegt: Selbst 77 Prozent der Schulkinder fanden Vorlesen toll, weil es so gemütlich sei und man etwas miteinander mache. «Hier geht es eben nicht nur um Bildungsimpulse, sondern auch um Sozialkompetenz», so Klein-Bölting.

Nach der Einschulung sei dieses Bedürfnis besonders hoch. Ein Drittel aller Kinder, denen nicht vorgelesen wird, wünscht sich ausdrücklich Vorlesestunden. Die Forderung der Studien-Initiatoren lautet deshalb: Vorlesen als Abendritual, als Reiseritual und durch Vorlese-Paten pflegen.

Am kommenden Donnerstag (20. November) besteht dazu an in Deutschland 7500 mal die Gelegenheit: Beim 5. Vorlesetag reicht die Liste prominenter Vorlese-Paten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier über Johannes B. Kerner bis zu Sarah Kuttner. Die Deutsche Bahn stellt zu diesem Anlass Kinder- und Jugendheimen sowie Kindertagesstätten 450 weitere Vorlese-Koffer mit Lesefutter zur Verfügung. «Die Zeit» stiftet den Reinerlös ihrer neuen Jugendbuch-Edition der Stiftung Lesen.

Informationen: www.wirlesenvor.de

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