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38 verletzte Polizisten nach Nazi-Aufmarsch in Hamburg

Hamburg (dpa) Massive Randale, brennende Barrikaden, 38 verletzte Polizisten: Trotz dieser Bilanz hat die Hamburger Polizei ihren Großeinsatz zwischen Neonazis und Gegendemonstranten als Erfolg gewertet.

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Nach den Krawallen von Hamburg-Wandsbek zieht die Polizei Bilanz: 38 Beamte wurden bei den Auseinandersetzungen mit linken Demonstranten verletzt. Foto: Bodo Marks

Brennende Barrikaden liegen während einer Demonstration gegen eine Kundgebung von Rechtsextremisten zum «Tag der Deutschen Zukunft» in Hamburg auf der Straße. Foto: Christian Charisius

Ein breites Bündnis von Parteien, Kirchen und Verbänden hatte zu Protestkundgebungen gegen den Aufmarsch aufgerufen. Foto: Bodo Marks

Polizisten stehen in Hamburg neben einem Räumfahrzeug nach der Auflösung einer Straßenblockade. Foto: Christian Charisius

Thomas Wulff (l) von der NPD und Christian Worch (Freie Kameradschaften) nehmen an einer rechtsextremistischen Demonstration zum «Tag der Deutschen Zukunft» in Hamburg teil. Foto: Christian Charisius

Mit Schildern demonstrierten die 6-Jährige Martha (l) und die 8-Jährige Hannah gegen eine Kundgebung von Rechtsextremisten in Hamburg. Foto: Bodo Marks

Mehrere tausend Menschen und ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Vereinen, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Organisationen demonstrierten in der Hansestadt gegen die Kundgebung der Neonazis. Foto: Bodo Marks

In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte in Hamburg elf Polizeifahrzeuge angezündet. Foto: Daniel Bockwoldt

Barrikaden brennen auf der Route einer Demonstration von Rechtsextremisten zum «Tag der Deutschen Zukunft» in Hamburg. Foto: Markus Scholz

«Wir haben das Ziel erreicht, die beiden Gruppen zu trennen», sagte ein Polizeisprecher. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts warf der Polizei nach dem Einsatz vom Samstag vor, mit Rücksichtslosigkeit und Brutalität gegenüber Demonstranten vorgegangen zu sein.

Am Rande eines Aufmarschs von 700 Neonazis wurden 26 Demonstranten beider Seiten fest- und 62 in Gewahrsam genommen. Die Polizei hatte sich mit einem Großaufgebot von 4400 Beamten vorbereitet, davon 2400 aus anderen Bundesländern. «Der Einsatz war vom Grundsatz her erfolgreich», sagte der Sprecher. Gemessen an der Zahl der Gewaltbereiten habe es vergleichsweise wenig Ausschreitungen gegeben. Das Versammlungsrecht sei gewährleistet worden.

Allerdings glich der östliche Stadtbezirk Wandsbek einer Festung und war weitgehend lahmgelegt. Hunderte vermummte Demonstranten attackierten Polizisten mit Flaschen und Böllern. Mehrere Müllcontainer und mindestens zwei Autos gingen in Flammen auf. Auch ein Polizeiauto wurde angezündet. Schauplatz der Randale war die ursprünglich angemeldete Route der Rechtsextremen, die aber nicht genutzt wurde. Die Polizei setzte immer wieder Wasserwerfer ein, um die Blockaden aufzulösen.

Die rund 700 Rechtsextremisten zogen am Samstagnachmittag schließlich mit mehrstündiger Verspätung auf einer stark verkürzten Route durch enge Wohnstraßen. Dabei riefen sie ausländerfeindliche und nationalistische Parolen.

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts erklärte, die Polizei habe diese Neonazi-Demonstration unter Einsatz von Pfefferspray, Wasserwerfern und Schlagstöcken durchgesetzt. Die Blockaden hätten aber zu einer erheblichen Verkürzung des Nazi-Aufmarsches geführt.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die Ausschreitungen scharf und forderte eine konsequente Bestrafung linksautonomer Gewalttäter. «Das muss konsequent und knallhart abgeurteilt werden», sagte der Hamburger GdP-Vizechef Gerhard Kirsch der dpa.

Die offizielle Kundgebung gegen Neonazis auf dem Rathausmarkt blieb völlig friedlich. Unter dem Motto «Hamburg bekennt Farbe» gab es ein buntes Volksfest gegen Rechts mit über 10 000 Teilnehmern.

«Hamburg bekennt Farbe»

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