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48 Menschen, kaum Perspektiven

Schlecker-Aus

„Sie kennen ja den Spruch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Alexandra Gohl, Schlecker-Betriebsratsvorsitzende für Bochum, wartet nach dem endgültigen Aus für die Drogeriemarkt-Kette auf ihre Kündigung – genau wie 47 weitere Bochumer Schlecker-Beschäftigte. Auf die Frage, wie es danach weitergehen soll, fällt ihr momentan noch keine andere Antwort ein.

BOCHUM

von Von Miriam Instenberg

, 06.06.2012
48 Menschen, kaum Perspektiven

Sechs Schlecker-Filialen waren Bochum nach der ersten Schließungswelle geblieben, 48 Mitarbeiter hatten vor der Entscheidung des Gläubigerausschusses am vergangenen Freitag noch gezittert und gehofft. Inzwischen haben sich viele von ihnen bereits arbeitslos gemeldet, berichtet Alexandra Gohl – obwohl die Kündigungen erst Ende des Monats rausgehen sollen.

Die Bochumer Betriebsratsvorsitzende selbst wartet erst einmal ab. „Ich bleibe ruhig. Wer weiß, ob wir tatsächlich alle gekündigt werden oder vielleicht einige von der potenziellen Übernahme durch die IhrPlatz- oder Schlecker XL-Märkte profitieren?“ Dass sie sich mit dieser Hoffnung an den letzten Strohhalm klammert, das weiß Alexandra Gohl. Sie kennt aber auch die Aussichten, die die Schlecker-Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt erwarten werden.„Vollzeit-Stellen sind kaum zu kriegen, die Stundenlöhne sind meist inakzeptabel.“ Die Panik, die viele der 48 Bochumer Schlecker-Mitarbeiter derzeit ergriffen habe, kann die Betriebsratsvorsitzende gut nachvollziehen. „Viele der Betroffenen sind Alleinverdiener und Alleinerziehende. Einige sind schon älter und rechnen sich sowieso schlechte Chancen bei der Jobsuche aus.“

Auf die erste Kündigungswelle reagierte die Bochumer Arbeitsagentur mit Informationsveranstaltungen speziell für Schlecker-Mitarbeiter. Ob nach dem endgültigen Aus Ähnliches geplant ist, davon weiß Alexandra Gohl bisher nichts. Verdi-Handelssekretär Helmut Süllwold hofft, dass die Politik auf Landesebene die Schlecker-Mitarbeiter auffängt. „Für die Arbeitslosenzahlen in Bochum sind 48 Arbeitslose mehr oder weniger nicht schlimm. Für die Menschen ist es das aber“, sagt Süllwold. Die Arbeitsagentur könne die spontane Arbeitslosigkeit auch nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten auffangen. „Man darf keine Wunder erwarten.“