Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

73-Jähriger soll sich vor Kindern ausgezogen haben

Bochumer Amtsgericht

Die Vorwürfe sind eklig. Ein 73-jähriger Rentner aus Witten soll sich im August 2011 vor zwei Mädchen (damals 12) entblößt haben. Seit Donnerstag muss sich der Mann vor dem Bochumer Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Er bestreitet die Vorwürfe.

BOCHUM/WITTEN

von Von Tom Eder

, 14.06.2012

40 Jahre wohnt der Rentner schon in seiner Wohnung in Bommern. Von seinem Balkon hat er den freien Blick auf einen nahen Kinderspielplatz. Im August 2011 soll der Angeklagte, der in dem Mietshaus als Hausmeister eigentlich für Ordnung sorgen soll,  selber den Blick auf etwas freigegeben haben, das so bestimmt keiner sehen wollte. Insbesondere nicht die beiden Mädchen, die am Sandkasten auf zwei kleinere Kinder aufpassten. Und dann soll sich der Senior vor den Kindern auch noch befriedigt haben. So steht es in der Anklage. Die Mädchen sollen jedoch sofort zum Haus gegangen sein und sich den Namen des Mannes gemerkt haben.

Über seinen Verteidiger ließ der Wittener erklären, die Vorwürfe seien falsch. Die Mädchen allerdings bestätigten die Anklage, zumindest im Kern. Danach habe der Mann auf seinem Balkon seine Unterhose herunter gelassen. Wohl wissend, dass er von den Kindern beobachtet wurde. Daran konnte auch der Verteidiger nicht rütteln. Er machte aber auf einige Widersprüche im Randgeschehen aufmerksam. So sollte der Rentner nach Angaben eines Mädchens eine Jeans-Hose getragen haben, das andere Mädchen erwähnte davon nichts.

Die wichtigsten Stolpersteine für die Anklage liegen aber woanders. Wie hoch ist das Mauerwerk des Balkons? Konnten die Kinder überhaupt etwas sehen? Das  will das Gericht nun bei einem Ortstermin klären. Außerdem soll der Angeklagte seit Jahrzehnten Diabetiker sein, habe zusätzlich sechs Wochen vor der mutmaßlichen Tat einen Wirbelbruch erlitten und starke Schmerzmittel erhalten. War er zu der Tat deshalb überhaupt in der Lage? Fakt ist allerdings auch: Der Wittener ist einschlägig vorbestraft. 1996 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs seiner Enkeltochter verurteilt.