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75 Jahre Knochen-Karl

Denkmal

1973 verschwand der Knochen-Karl, als die Gebäude der Zeche Constantin demontiert wurde. Zehn Jahre lang blieb er verschollen, bis ihn Heinrich Esken (82) in Herne wiederentdeckte und sich fortan für seine Rückkehr einsetzte. Vergangenen Sonntag wurde der 25. Jahrestag seiner Heimkehr an die Herner Straße mit einem Festakt geehrt.

BOCHUM

von Von Tim Stobbe

, 14.10.2012

Doch es war nicht nur das 25-jährige Jubiläum der Rückkehr des Denkmals für die 475 toten Angehörigen der Zeche Constantin des Ersten Weltkriegs. Zugleich war es auch der 75. Geburtstag des Denkmals selbst. 1937 ist der Knochen-Karl an seinem heutigen Standort an der Ecke Herner Straße / Vierhausstraße aufgestellt worden. Damals unmittelbar vor dem Hauptverwaltungsgebäude der Zeche. Mit der Statue sollte die Erinnerung an die vielen toten Bergleute und Angestellte gewahrt werden.

 Auch das Modell für die Statue selbst entsprang der Zeche Constantin selbst. Der Essener Künstler Joseph Enseling nahm den Hauer Karl Mieling zum Vorbild. Wegen seines markanten Körperbaus, heißt es. Seinen Namen verdankt die Bronzeplastik ebenfalls Mieling selbst. Er galt als tüchtiger Bergmann, der die harte Arbeit unter Tage zu keiner Zeit scheute – und ihm den Spitznamen Knochen-Karl einbrachte.

 Doch erinnert die Plastik nicht bloß an die im Weltkrieg Gefallenen, sondern auch an die Entbehrungen und Toten des Bergbaus allgemein, wie die Redner aus Politik, Kirche und von der Ruhrkohle AG bei den Feierlichkeiten betonten. „Der Knochen-Karl ist ein Zeichen für Ehre und Respekt gegenüber den hart arbeitenden Bergleuten, die unseren Stadtteil, die Stadt und die ganze Region geprägt haben“, sagt Bürgermeisterin Gabi Schäfer.

 Ähnliche Worte fand Peter Schrimpf, Vorstandsmitglied der Ruhrkohle AG: „Nun, da das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus beschlossen ist, liegt es an uns, das Erbe und die Erinnerungen zu bewahren.“ Denkmäler wie der Knochen-Karl spielten dabei eine große Rolle. „Es ist eine Verneigung vor dem Mut und dem Einsatz von Generationen von Bergleuten.“ Mit ein Grund, warum die RAG zur Jubiläumsfeier am Sonntag eine Namensplakete samt der Historie des Knochen-Karl am Bergmannsbildnis hat anbringen lassen. Und die auch das Engagement von Heinrich Esken würdigt, ohne dessen Einsatz und Beharrlichkeit Knochen-Karl wohl immer noch in Herne stehen würde – wenn er überhaupt jemals wieder gefunden worden wäre.