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750 000 Zuschauer bei „Late Night Berlin“-Premiere

Berlin. Der Anfang ist gesetzt: Mit 750 000 Zuschauern darf Klaas Heufer-Umlauf bei seiner Late-Night-Premiere zufrieden sein. Auch sein gesamtes Auftreten gab Anlass zur Hoffnung für das Genre.

750 000 Zuschauer bei „Late Night Berlin“-Premiere

Jan Böhmermann macht weiter seine Streiche. Foto: Henning Kaiser

Die Late-Night-Show ist zurück in Deutschland, und der Neuanfang konnte sich sogar sehen lassen.

Klaas Heufer-Umlauf (34) präsentierte sich beim ersten Auftritt seiner neuen ProSieben-Show „Late Night Berlin“ am späten Montagabend mit einigen gelungenen Gags und erinnerte manchmal sogar an Altmeister Harald Schmidt - auch wenn der Weg noch weit ist. 750 000 Zuschauer wohnten der Premiere bei. Der Marktanteil betrug 5,3 Prozent, in der jüngeren Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren 12,1 Prozent - ordentlich, aber nicht berauschend.

Heufer-Umlauf startete klassisch mit Stand-up-Witzen: „Was ist schneller weg: meine Show oder die neue Freundin von Gerhard Schröder?“, fragte der Entertainer in die Runde. Da die Show in Potsdam produziert wurde, meinte er noch: „Die halbe Stadt gehört ja Günther Jauch, und wir dürfen Krach machen in seinem Tischtenniskeller - danke, Günni!“ - Dann ging es auch schon rasch in die Politik: „Die neue Familienministerin Franziska Giffey bringt Erfahrung aus Berlin-Neukölln mit.“ Dort nenne sich das Familien-Modell: „Vater, Mutter, Tochter, Hurensohn.“

Heufer-Umlauf, gut gekämmt und mit Schlips und Kragen, hatte angekündigt, dass seine Late-Night-Show deutlich politischer werde als die Jux-Sendung „Circus HalliGalli“, die er bis Sommer 2017 mit Dauerpartner Joko Winterscheidt moderierte. Und so verkleidete sich Heufer-Umlauf als halbglatziger SPD-Mann Martin Schulz inmitten der Koalitions- und Sondierungsgespräche mit anderen Darstellern, die in die Rollen von Angela Merkel oder Horst Seehofer schlüpften. Die klassische Late Night Show wurde ergänzt durch eine Band und Sidekick Jakob Lundt, füher Redaktionsleieiter von „Circus HalliGalli“, sowie durch Anne Will in ungewohnter Rolle - die ARD-Talkerin ließ sich von Heufer-Umlauf befragen.

Einer stahl dem neuen Late-Night-Talker für einen Moment dann aber doch die Show: Der Satiriker Jan Böhmermann (37) funkte ihm im Werbespot eines Autovermieters dazwischen: „Warum ich niemals eine Late-Night-Show im Privatfernsehen moderieren würde? Schon alleine wegen dieser nervigen Werbeunterbrechungen.“ Er würde so etwas nie tun, erklärte Böhmermann süffisant - „denn glaubwürdige Satire funktioniert nur ohne Werbung“.

Der ZDF-Moderator feierte die Aktion im Redaktionsbüro seines „Neo Magazin Royale“ und stellte ein Video dazu ins Netz: „Morgenstund hat Mietwagen im Mund“, twitterte er dazu am Dienstag. In den sozialen Netzwerken wurde der Streich von vielen gefeiert. „Böhmi schafft es einfach immer wieder. Absolut niemand rechnet damit und dann so“, schrieb eine Nutzerin. Der Komiker Ingmar Stadelmann meinte: „Das war groß.“

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