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Opfer wog nur noch 29 Kilo

76-Jährige verhungerte qualvoll: Mann und Sohn vor Gericht

Essen Dieser Anblick war selbst für Ärzte und Kripo-Beamte kaum zu ertragen: Vor einem Jahr ist in Essen die völlig abgemagerte Leiche einer 76-jährigen Frau gefunden worden. Jetzt stehen Ehemann und Sohn vor Gericht. Ließen sie ihre Frau und Mutter qualvoll verhungern?

76-Jährige verhungerte qualvoll: Mann und Sohn vor Gericht

Die Angeklagten Jan R. (l.) und sein Vater Max Henning R. (M.) am Dienstag im Landgericht in Essen mit Anwalt Clemens Louis (r.): Weil er seine hilflose Ehefrau womöglich einfach sterben ließ, muss sich der 78-jährige Mann vor Gericht verantworten. Mitangeklagt ist sein 47-jähriger Sohn. Laut Anklage haben die beiden Männer ihrer schwer kranken und bettlägerigen Frau und Mutter monatelang jegliche Hilfe verweigert.

Es war der 30. Oktober 2015, als bei der Essener Uni-Klinik ein Notruf einging. Doch für die 76-Jährige war es bereits zu spät. Als der Notarzt in ihrer Wohnung im Essener Stadtteil Rüttenscheid eintraf, waren am Körper der Seniorin bereits Leichenflecken zu sehen.

"Diese Bilder kennst Du von Auschwitz"

Die 76-Jährige lag nackt in ihrem Bett. Es gab nicht einmal ein Bettlaken. Ihr gesamter Unterkörper war eingekotet, wundgelegene Stellen und eine OP-Narbe waren mit normaler Küchenrolle bedeckt. "Ich mache diesen Job nicht erst seit gestern", sagte der Notarzt zum Prozessauftakt vor dem Essener Schwurgericht. "Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen."

Die Frau war nur noch Haut und Knochen. Sie wog nur noch 29 Kilo - bei einer Größe von 1,57. Ein Kripo-Beamter der damals als einer der ersten in der Wohnung war, formulierte es vor Gericht so: "Ich habe gedacht: Diese Bilder kennst Du von Auschwitz. So sah es aus, wie sie da lag."

Anklage: Totschlag durch Unterlassen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Ehemann und Sohn der 76-Jährigen jegliche Pflege verweigert haben. Die Anklage lautet auf Totschlag durch Unterlassen. Wegen der besonderen Grausamkeit des Falls haben die Richter aber bereits signalisiert, dass auch eine Verurteilung wegen Mordes in Frage kommt. Die Angeklagten selbst haben sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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