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AStA tritt nach Mensa- Party zurück

QUERENBURG Eine Pressekonferenz sieht anders aus: Nachdem Fabian Ferber, Vorsitzender des AStAs der Ruhr-Uni, gestern seine Rücktrittserklärung verlesen hatte, verschwand er in den Weiten des Studierendenhauses.

von von Max Florian Kühlem

, 10.12.2007
AStA tritt nach Mensa- Party zurück

Unterbrochen von schadenfrohen Zwischenrufen verlas AStA-Vorsitzender Fabian Ferber (links) gestern seine Rücktrittserklärung in einer eilig anberaumten „Pressekonferenz“ im Studierendenhaus der Ruhr-Universität.

"In den letzten Wochen wurde klar, dass wir selbst für die Angelegenheiten, für die strukturell eine Mehrheit im Studierendenparlament gegeben ist, keine Mehrheit mehr haben", gab Ferber als Grund für seinen Rücktritt an. Mit ihm nahmen der gesamte Vorstand und alle Referenten ihren Hut.

Mega-Desaster

Nachdem vor einigen Wochen die AStA-Koalition aus Juso-nahen RUB-Rosen und dem christlich-demokratischen RCDS zerbrochen war, wird jedoch auch die Mensa-Party am Samstag ein Grund für den Rücktritt gewesen sein. Für das von der Studierendenvertretung organisierte Mega-Event mit unter anderem den Bands Juli und 2raumwohnung konnten nur etwa ein Drittel der knapp 5000 Eintrittskarten verkauft werden.

Schon bei ausverkauftem Haus hätte die Party Verluste bis zu 16.500 Euro gebracht. Bei der mageren Zuschauerausbeute könnte jetzt sogar das im Vorfeld von der Linken Liste befürchtete sechsstellige Defizit Wahrheit werden. Ferber, der kommissarisch im Amt bleibt, will es aus den 160.000 Euro Rücklagen decken, die die ASten der letzten Jahre gebildet haben.

Nicht akzeptabel findet das Uli Schröder von der Freien Uni Bochum: "Es handelt sich um gesetzlich vorgeschriebene Rücklagen für den Krisenfall, die jetzt für eine gefloppte Party verbrannt werden." Statt etwa den Kampf gegen Studiengebühren zu fördern, habe man mit dem Geld die Mainstreamkultur auf dem Campus einziehen lassen.

Fabian Ferber war kurz nach seiner "Presse-Information" doch noch aufzufinden. Zu konkreten Zuschauer- oder Verlustzahlen wollte er sich jedoch nicht äußern: "Wir warten noch die Abrechnungen des Online-Tickethändlers und des Getränkeverkaufs ab."

Juristisches Nachspiel?

Dass ihm, der die volle Verantwortung für die Mensa-Party - übernimmt, rechtliche Konsequenzen drohen, glaubt Ferber nicht. Uli Schröder hielt dies für möglich. Die vollen Kosten der Veranstaltung seien im abgesegneten Haushaltsentwurf eingeplant gewesen, so Ferber. Man habe - vielleicht etwas zu blauäugig - allerdings mit einer größeren Zuschauerresonanz gerechnet.